{"id":82497,"date":"2022-03-10T09:22:11","date_gmt":"2022-03-10T08:22:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=82497"},"modified":"2022-03-10T09:26:23","modified_gmt":"2022-03-10T08:26:23","slug":"stimmen-fuer-das-klima-aktionaerinnen-haben-das-recht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/82497\/stimmen-fuer-das-klima-aktionaerinnen-haben-das-recht\/","title":{"rendered":"Stimmen f\u00fcr das Klima: Aktion\u00e4r:innen haben das Recht"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Nicht einmal <\/strong><a href=\"https:\/\/www.cdp.net\/en\/articles\/media\/corporate-emissions-could-drop-50-if-all-companies-caught-up-with-climate-leaders\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>ein F\u00fcnftel der europ\u00e4ischen Unternehmen<\/strong><\/a><strong> hat bislang Klimaziele, die mit dem Pariser Abkommen vereinbar sind und damit die Erderw\u00e4rmung auf 1,5 Grad begrenzen. Der Nachholbedarf vieler Firmen ist also gross. Wir m\u00fcssen aber nicht darauf warten, bis das Management endlich vorw\u00e4rts macht. Wer Aktion\u00e4r:in eines Unternehmens ist, kann diesem Beine machen. Das sollten insbesondere Pensionskassen machen. Sie investieren unsere VORSORGE-Gelder &#8211; und sollten diese Gelder dementsprechend f\u00fcr eine klimafreundliche Welt einsetzen.\u00a0<\/strong><\/p>\n\n<p>Wor\u00fcber sich viel zu wenig Menschen bewusst sind: Anleger:innen erhalten durch den Kauf einer Aktie nicht nur das Recht auf einen Teil des Gewinns eines Unternehmens (Dividende), sondern auch ein Mitwirkungsrecht. Im Allgemeinen ist mit jeder Aktie auch ein Stimmrecht verbunden. Dieses kann an der j\u00e4hrlichen Generalversammlung des Unternehmens ausge\u00fcbt werden.&nbsp;<\/p>\n\n<p>So sind an der Generalversammlung von Schweizer Unternehmen einige Traktanden Pflicht und entsprechend im Obligationenrecht gesetzlich geregelt. Dazu geh\u00f6ren unter anderem \u00c4nderungen der Statuten, die Wahl des Verwaltungsrates sowie die Genehmigung der Jahresrechnung und die Verwendung der Dividende. Daneben haben Aktion\u00e4r:innen aber auch das Recht, eigenen Antr\u00e4ge einzubringen und zur Abstimmung vorzuschlagen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Solche Aktion\u00e4rsantr\u00e4ge (Shareholder Resolution) k\u00f6nnen die Strategie und das Verhalten eines Unternehmens beeinflussen. Aus Sicht von Greenpeace sind insbesondere Antr\u00e4ge zur Umweltverantwortung des Unternehmens relevant. Damit k\u00f6nnen Aktion\u00e4r:innen beispielsweise die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts, die Reduktion von Treibhausgasen oder aber auch die \u00c4nderung von klimasch\u00e4dlichen Gesch\u00e4ftspraktiken einfordern.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Investor:innen der Credit Suisse fordern mehr Klimaschutzmassnahmen&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n<p>Letzteres ist nun bei der Credit Suisse geschehen: <a href=\"https:\/\/shareaction.org\/news\/credit-suisse-investors-demand-greater-climate-action\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Elf institutionelle Anleger:innen, die rund 2\u2019200 Milliarden Euro verwalten, haben diese Woche bei der Credit Suisse eine Klimaresolution eingereicht:<\/a> Sie fordern von der Grossbank mehr Klimaschutzmassnahmen.<\/p>\n\n<p>Die Aktion\u00e4rskoalition beantragt konkret eine \u00c4nderung der Statuten der Bank und fordert, dass die Credit Suisse die Berichterstattung zu ihren Klimarisiken verbessert, ihre Strategie bez\u00fcglich der Finanzierung von Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeiten im Kohle-, Erd\u00f6l- und Erdgassektor mit der Corporate Governance in diesem Sektor in Einklang bringt und kurz- und langfristige Ziele zur Verringerung ihres Engagements in Kohle, Erd\u00f6l und -gas ver\u00f6ffentlicht, dabei m\u00fcssen diese Ziele mit einer globalen Erderw\u00e4rmung von maximal 1,5 Grad vereinbar sein.<\/p>\n\n<p>Die Aktion\u00e4rsresolution wurde von der britischen NGO ShareAction und Ethos, der Schweizerischen Stiftung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung, koordiniert. Sollte die Resolution zur Abstimmung kommen, w\u00e4re dies die erste Klimaresolution, die bei einem Schweizer Unternehmen zur Abstimmung kommt.<\/p>\n\n<p>Greenpeace Schweiz begr\u00fcsst diese Aktion\u00e4rsresolution. Trotz grossspuriger Bekenntnisse zum Klimaschutz ist die Credit Suisse mit ihren Finanzierungen und Dienstleistungen f\u00fcr Unternehmen im fossilen Energiesektor weltweit f\u00fcr enorme CO2-Emissionen verantwortlich. So zeigen zum Beispiel die aktuellsten Zahlen der \u00ab<a href=\"https:\/\/coalexit.org\/\">Global Coal Exit List<\/a>\u00bb, dass die Grossbank immer noch zu den gr\u00f6ssten europ\u00e4ischen Kreditgeberinnen der Kohleindustrie z\u00e4hlt. Damit wird die Klimakrise befeuert.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Pensionskassen sind in der Pflicht&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n<p>Die Aktion\u00e4rsresolution wird an der Generalversammlung der Credit Suisse vom 29. April 2022 zur Abstimmung gelangen und alle Aktion\u00e4r:innen der Bank erhalten die M\u00f6glichkeit, mit ihrer Ja-Stimme die Resolution und damit die Forderungen zu unterst\u00fctzen. Je deutlicher die Zustimmung ist, desto st\u00e4rker ist das Signal an den Verwaltungsrat und die Gesch\u00e4ftsleitung, ihre Strategie zu \u00e4ndern und die klimasch\u00e4dlichen Aktivit\u00e4ten sofort zu beenden.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Wir fordern daher ganz konkret auch von allen Schweizer Pensionskassen, die Aktien der Grossbank halten, ihr Stimmrecht an der Generalversammlung im April auszu\u00fcben und diesen spezifischen Klimaantrag der Aktion\u00e4rskoalition zu unterst\u00fctzen. Mit der Aus\u00fcbung ihres Stimmrechts (= Voting) haben es die Vorsorgeeinrichtungen in der Hand, die Credit Suisse zu mehr Klimaschutz zu bewegen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Schweizer Pensionskassen verwalten zwischen 950 und 1\u2019000 Milliarden Franken von Arbeitnehmer:innen. Leider investieren sie das Geld immer noch mehrheitlich in Unternehmen und wirtschaftliche Aktivit\u00e4ten, die dem Klima schaden. Sie zerst\u00f6ren damit unsere Lebensgrundlagen. Doch es sollte ihre Pflicht sein, mit dem Geld der Versicherten die Klimaerw\u00e4rmung einzud\u00e4mmen und die Biodiversit\u00e4t zu sch\u00fctzen. Dies gilt insbesondere f\u00fcr jene Pensionskassen, die in ihrer eigenen Klimastrategie beteuern, sich aktiv f\u00fcr eine Verbesserung bei den Unternehmen einsetzen zu wollen. Eine Ablehnung oder eine Stimmrechtsenthaltung bei Antr\u00e4gen, die den Klimaschutz von Unternehmen verst\u00e4rken wollen, w\u00e4re somit absolut widerspr\u00fcchlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht einmal ein F\u00fcnftel der europ\u00e4ischen Unternehmen hat bislang Klimaziele, die mit dem Pariser Abkommen vereinbar sind und damit die Erderw\u00e4rmung auf 1,5 Grad begrenzen. 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