{"id":83799,"date":"2022-04-08T17:53:06","date_gmt":"2022-04-08T15:53:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=83799"},"modified":"2022-04-08T17:56:12","modified_gmt":"2022-04-08T15:56:12","slug":"buttje-buttje-in-der-see","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/83799\/buttje-buttje-in-der-see\/","title":{"rendered":"Buttje, Buttje in der See"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Wie der Fischer und seine Frau im M\u00e4rchen der Gebr\u00fcder Grimm wollen wir Menschen immer mehr. Nun sollen auch noch Rohstoffe mehrere tausend Meter unter der Wasseroberfl\u00e4che abgebaut werden. Weshalb ist genug nie genug? <\/strong> <strong>Eine Debatte mit Matthias Wachter, Abteilungsleiter f\u00fcr Internationale Zusammenarbeit, Sicherheit, Rohstoffe und Raumfahrt des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), und Nicolas Walder, Vizepr\u00e4sident der Gr\u00fcnen Partei Schweiz.<\/strong><\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/04\/3956ea8c-illus-debatte-greenpeace-magazin-1-oktober-2021--724x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-83800\" width=\"178\" height=\"252\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/04\/3956ea8c-illus-debatte-greenpeace-magazin-1-oktober-2021--724x1024.jpg 724w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/04\/3956ea8c-illus-debatte-greenpeace-magazin-1-oktober-2021--212x300.jpg 212w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/04\/3956ea8c-illus-debatte-greenpeace-magazin-1-oktober-2021--768x1086.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/04\/3956ea8c-illus-debatte-greenpeace-magazin-1-oktober-2021--1086x1536.jpg 1086w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/04\/3956ea8c-illus-debatte-greenpeace-magazin-1-oktober-2021--1448x2048.jpg 1448w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/04\/3956ea8c-illus-debatte-greenpeace-magazin-1-oktober-2021--966x1366.jpg 966w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/04\/3956ea8c-illus-debatte-greenpeace-magazin-1-oktober-2021--240x340.jpg 240w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/04\/3956ea8c-illus-debatte-greenpeace-magazin-1-oktober-2021--scaled.jpg 1810w\" sizes=\"auto, (max-width: 178px) 100vw, 178px\" \/><figcaption>Nicolas Walder. \u00a9 J\u00f6rn Kaspuhl<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p><em>Herr Walder, Sie halten den Tiefsee\u00adbergbau f\u00fcr keine gute Idee.<\/em><\/p>\n\n<p>Die Tiefsee ist einer der letzten unber\u00fchrten Lebensr\u00e4ume auf unserem Planeten und sehr empfindlich. Hier Rohstoffe abzubauen, bedeutet f\u00fcr Fauna und Flora eine grosse Gefahr, aber auch f\u00fcr uns Menschen, denn der Meeresboden ist ein wichtiger CO<sub>2<\/sub>-Speicher. Wir d\u00fcrfen dieses \u00d6kosystem nicht auch noch zerst\u00f6ren.<\/p>\n\n<p><em>Die Bef\u00fcrworter des Tiefseebergbaus behaupten, der Energiehunger der Menschheit werde sich versechsfachen. Nur auf Basis der Rohstoffe aus der Tief\u00adsee lasse sich die Nachfrage decken. Richtig?<\/em><\/p>\n\n<p>Nein. Beispiel Verkehr. Wir m\u00fcssen nicht pl\u00f6tzlich alle Autos durch Elektroautos ersetzen. Wichtiger ist es, den \u00d6V auszubauen, Fahrzeuge zu teilen, alte Batterien zu rezyklieren und den technologischen Fortschritt voranzutreiben. All dies wird zu einem drastischen R\u00fcckgang des Rohstoffbedarfs f\u00fchren.<\/p>\n\n<p><em>Herr Wachter, Ihrer Meinung nach gibt es aber gute Gr\u00fcnde, den Tiefseebergbau vo\u00adranzutreiben<\/em>?<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/04\/50713e8b-illus-debatte-greenpeace-magazin-2-oktober-2021--724x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-83803\" width=\"174\" height=\"246\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/04\/50713e8b-illus-debatte-greenpeace-magazin-2-oktober-2021--724x1024.jpg 724w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/04\/50713e8b-illus-debatte-greenpeace-magazin-2-oktober-2021--212x300.jpg 212w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/04\/50713e8b-illus-debatte-greenpeace-magazin-2-oktober-2021--768x1086.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/04\/50713e8b-illus-debatte-greenpeace-magazin-2-oktober-2021--1086x1536.jpg 1086w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/04\/50713e8b-illus-debatte-greenpeace-magazin-2-oktober-2021--1448x2048.jpg 1448w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/04\/50713e8b-illus-debatte-greenpeace-magazin-2-oktober-2021--966x1366.jpg 966w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/04\/50713e8b-illus-debatte-greenpeace-magazin-2-oktober-2021--240x340.jpg 240w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/04\/50713e8b-illus-debatte-greenpeace-magazin-2-oktober-2021--scaled.jpg 1810w\" sizes=\"auto, (max-width: 174px) 100vw, 174px\" \/><figcaption>Matthias Wachter. \u00a9 J\u00f6rn Kaspuhl<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p>Der weltweite Rohstoffbedarf wird weiter steigen. Der Tiefseebergbau kann einen Beitrag f\u00fcr eine nachhaltige Versorgung mit jenen Rohstoffen leisten, die auch Grundlage f\u00fcr die Elektromobilit\u00e4t und den Ausbau der erneuerbaren Energien sind. Prek\u00e4re Abbaubedingungen in vielen L\u00e4ndern liessen sich durch einen innovativen Tiefseebergbau vermeiden. Auch die oft hohe Abh\u00e4ngigkeit von autokratischen Regimes k\u00f6nnte so reduziert werden. Notwendig ist jetzt eine Intensivierung der Forschung, um die Chancen und Risiken des Tiefseebergbaus fundiert zu analysieren.<\/p>\n\n<p><em>Wir haben Land, W\u00e4lder und Berge gnadenlos umgepfl\u00fcgt, nun kommt auch noch die Tiefsee an die Reihe. Greenpeace bef\u00fcrchtet ernste und m\u00f6g\u00adlicherweise irreversible Sch\u00e4den am \u00d6kosystem. Ihr Kommentar?<\/em><\/p>\n\n<p>Die Wirtschaft muss diese Bedenken sehr ernst nehmen. Essenziell ist eine bessere Datengrundlage. Erst auf Basis konkreter Folgenabsch\u00e4tzungen sollten Politik und Wirtschaft entscheiden, inwieweit es gut ist, Rohstoffe \u00fcber den Tiefseebergbau zu gewinnen.<\/p>\n\n<p><em>Der Entscheid scheint aber bereits gefal\u00adlen zu sein. Die Internationale Meeres\u00adbodenbeh\u00f6rde, Teil der Uno, soll die Tiefsee als sogenanntes \u00abErbe der Menschheit\u00bb verwalten. Bis anhin hat sich diese Beh\u00f6rde in erster Linie da\u00addurch hervorgetan, dass sie rund 30 Ex\u00adplorationslizenzen vergeben, jedoch noch keine verweigert hat. Angesichts des Raubbaus, den wir am Planeten be\u00adtreiben: Warum sollte ausgerechnet in Sachen Tiefseebergbau nun alles anders werden?<\/em><\/p>\n\n<p>Der Abbau in einer Tiefe von mehreren tausend Metern ist technologisch anspruchsvoll und reduziert den Kreis der m\u00f6glichen Akteure. Die Vergabe von internationalen Lizenzen und die geografische Begrenzung erleichtern es, hohe internationale Standards durchzusetzen. Viele Unternehmen in westlichen Staaten arbeiten bereits an innovativen und nachhaltigen L\u00f6sungen. Internationale Vorgaben, hohe Standards und Innovationen sind der beste Weg, um die Meere als Erbe der Menschheit zu bewahren.<\/p>\n\n<p><em>Sie sind also \u00fcberzeugt, dass wir das in den Griff kriegen?<\/em><\/p>\n\n<p>Eine nachhaltige und verantwortungsvolle L\u00f6sung ist w\u00fcnschenswert und m\u00f6glich.<\/p>\n\n<p><em>Herr Walder, Unternehmen wie Volvo, Samsung, BMW und Google, aber auch das EU\u00ad Parlament, unterst\u00fctzen ein Moratori\u00adum in Sachen Tiefseebergbau. Sie haben den Bundesrat nun dazu aufgerufen, ebenfalls ein Moratorium zu bef\u00fcrwor\u00adten. Die Antwort: Man werde das Anlie\u00adgen \u00abpr\u00fcfen\u00bb. Zufrieden?<\/em><\/p>\n\n<p>Nein. Ich erwarte vom Bundesrat einiges mehr an Engagement, er muss sich der Bedeutung des Themas bewusst werden und vorausdenken, vor allem, weil viele der multinationalen Rohstoffhandelsfirmen ihren Sitz in der Schweiz haben. Doch der Bundesrat verh\u00e4lt sich abwartend. Das ist mir angesichts der Dringlichkeit der Situation zu wenig.<\/p>\n\n<p><em>Wie bereits erw\u00e4hnt hat die Internationale Meeresbodenbeh\u00f6rde als einzige nennenswerte Ak\u00adtivit\u00e4t bisher rund 30 Li\u00adzenzen zur Exploration von Unterwasser\u00ad Rohstoffen vergeben. Abgelehnt hat sie noch kein Gesuch. Ihr Kommentar?<\/em><\/p>\n\n<p>Die Internationale Meeresbodenbeh\u00f6rde hat bislang vor allem die Rechte der interessierten L\u00e4nder und ihrer Industrien wahrgenommen. Den Schutz der Tiefsee \u2013 was ihre Priorit\u00e4t sein sollte \u2013 vernachl\u00e4ssigt sie. Das muss sich nun \u00e4ndern. Organisationen wie Greenpeace m\u00fcssen Druck aus\u00fcben. Wir d\u00fcrfen nicht noch einmal dieselben Fehler machen und blindlings Rohstoffe bis zum bitteren Ende abbauen, Beispiel Erd\u00f6l. Wir haben eine Verantwortung gegen\u00fcber der Zukunft.<\/p>\n\n<p><em>Haben Sie Kinder?<\/em><\/p>\n\n<p>Nein. Aber als gr\u00fcner Politiker denke ich nicht nur an die Zukunft meiner eigenen Familie.<\/p>\n\n<p><em>Und Sie, Herr Wachter, haben Sie Kinder?<\/em><\/p>\n\n<p>Ja. Auch als Familienvater bin ich davon \u00fcberzeugt, dass Innovation ein Teil der L\u00f6sung ist. Technischer Fortschritt gerade f\u00fcr den Klima- und Umweltschutz ist Basis daf\u00fcr, dass wir die Erde unseren Kindern in einem lebenswerten und sogar besseren Zustand als heute hinterlassen.<\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n<p>Der Schutz der Ozeane steht weiter auf dem Spiel. Nachdem die Verhandlungen der Vereinten Nationen zu einem globalen Schutzvertrag f\u00fcr die Hohe See Ende M\u00e4rz in New York gescheitert sind, soll nun Ende 2022 die Abschlussrunde der Verhandlungen stattfinden. Es besteht noch ein wenig Hoffnung, dass sich der Bundesrat und die Regierungschefs der anderen Mitgliedsstaaten bei dieser Gelegenheit zu einer Einigung zum Wohl der Ozeane und damit zum Wohl von uns allen durchringen k\u00f6nnen. Wir fordern die Regierungen auf, die Verhandlungen deutlich zu beschleunigen und noch 2022 ein starkes Abkommen abzuschliessen. Setze auch du ein Zeichen f\u00fcr den Ozean-Vertrag und unterzeichne die Petition:<\/p>\n<div class=\"EmptyMessage\">Block content is empty. Check the block&#8217;s settings or remove it.<\/div>\n<p><strong><br><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie der Fischer und seine Frau im M\u00e4rchen der Gebr\u00fcder Grimm wollen wir immer mehr. 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