{"id":85478,"date":"2022-05-06T07:00:00","date_gmt":"2022-05-06T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=85478"},"modified":"2022-05-06T09:46:52","modified_gmt":"2022-05-06T07:46:52","slug":"im-roten-meer-droht-eine-oelpest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/85478\/im-roten-meer-droht-eine-oelpest\/","title":{"rendered":"Im Roten Meer droht eine \u00d6lpest"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die Alarmglocken l\u00e4uten immer lauter. Die Vereinten Nationen, Regierungen, Umweltorganisationen und Wissenschaftler:innen warnen vor dem Untergang der FSO Safer. Der verlassene \u00d6ltanker liegt mit einer Ladung von 140 000 Tonnen Roh\u00f6l im Roten Meer vor der jemenitischen K\u00fcste vor Anker. Jetzt bittet die UNO verschiedene L\u00e4nder um Geld, um das \u00d6l auf ein anderes Schiff zu pumpen. Greenpeace fordert vom Bundesrat, sich an den Kosten zu beteiligen.<\/strong><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Tickende Zeitbombe im Roten Meer<\/strong><\/h2>\n\n<p>Die FSO Safer ist ein riesiger \u00d6lanker, 360 Meter lang und 70 Meter breit. Das Schiff liegt etwa 8 km von Ras Isa (Jemen) entfernt im Roten Meer vor Anker. Es enth\u00e4lt sch\u00e4tzungsweise 1,1 Millionen Barrel (\u00fcber 140\u2019000 Tonnen) Roh\u00f6l.<\/p>\n\n<p>Der Einh\u00fcllentanker, der fr\u00fcher Esso Japan hiess, wurde 1976 gebaut und 1988 an die jemenitische Regierung verkauft. Er wurde letztmals 2014 vom American Bureau of Shipping (ABS) inspiziert. Seitdem ist er aber wegen des anhaltenden Krieges in Jemen nicht mehr kontrolliert worden. Das Schiff ist \u00about of class\u00bb. Das heisst, es ist nicht mehr versichert. Nach sieben Jahren der Vernachl\u00e4ssigung rostet der Schiffsrumpf vor sich in, die Generatoren sind ausgefallen und die Feuerl\u00f6scher funktionieren nicht mehr.<\/p>\n\n<p>Greenpeace hat eine <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/international\/press-release\/52094\/fso-safer-tanker-could-trigger-major-oil-disaster-study-shows\/?_ga=2.185483753.1984765985.1651647065-1893023491.1649849719\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dokumentation<\/a> ver\u00f6ffentlicht, in der die humanit\u00e4ren und \u00f6kologischen Folgen einer \u00d6lpest oder Explosion auf der FSO Safer beschrieben sind. Wir begr\u00fcssen die j\u00fcngste Ank\u00fcndigung, dass eine Einigung \u00fcber den Umschlag des \u00d6ls von der FSO Safer auf einen anderen Tanker erzielt wurde. In der Zwischenzeit aber befindet sich das Schiff weiterhin in desolatem Zustand. Und die mangelnde Vorbereitung auf eine \u00d6lkatastrophe gibt Anlass zu grosser Sorge.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-rich is-provider-twitter wp-block-embed-twitter\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"500\" data-dnt=\"true\"><p lang=\"en\" dir=\"ltr\">A rusting tanker full of <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/oil?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#oil<\/a> has been abandoned off <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Yemen?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#Yemen<\/a>. It could rupture or explode at any moment.<br><br>\u201cIf this was to happen, it would put the entire <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/RedSea?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#RedSea<\/a> at risk of a major ecological catastrophe, the likes of which the world has never seen.\u201d<a href=\"https:\/\/t.co\/ASYmXEADYz\">https:\/\/t.co\/ASYmXEADYz<\/a><\/p>&mdash; Greenpeace International (@Greenpeace) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Greenpeace\/status\/1299293167515205632?ref_src=twsrc%5Etfw\">August 28, 2020<\/a><\/blockquote><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script>\n<\/div><\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Eine \u00d6lkatastrophe w\u00fcrde die humanit\u00e4re Krise versch\u00e4rfen<\/strong><\/h2>\n\n<p>Die Lage im Jemen wird als die schlimmste humanit\u00e4re Krise der Welt bezeichnet. Mehr als 24 Millionen Menschen &#8211; etwa 80 Prozent der Bev\u00f6lkerung &#8211; sind auf humanit\u00e4re Hilfe angewiesen, darunter mehr als 12 Millionen Kinder.<\/p>\n\n<p>Obwohl alle am Konflikt im Jemen beteiligten Parteien bereits vor einem Jahr vor den Risiken eines Unfalls mit der FSO Safer gewarnt haben, ist die Lage noch immer hochexplosiv. Es m\u00fcssen dringend die erforderlichen Massnahmen ergriffen werden, damit alle beteiligten Parteien mit den UN-Expert:innen zusammenarbeiten, um dieses Problem zu l\u00f6sen.<\/p>\n\n<p>Greenpeace hat dazu aufgerufen, eine \u00d6lsperre um die FSO Safer zu errichten und dringend ben\u00f6tigtes Material zur Bek\u00e4mpfung von \u00d6lverschmutzungen bereit zu halten.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"686\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/05\/822c6764-yemen-2-2048x1371-1-1024x686.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-85152\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/05\/822c6764-yemen-2-2048x1371-1-1024x686.jpeg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/05\/822c6764-yemen-2-2048x1371-1-300x201.jpeg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/05\/822c6764-yemen-2-2048x1371-1-768x514.jpeg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/05\/822c6764-yemen-2-2048x1371-1-1536x1028.jpeg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/05\/822c6764-yemen-2-2048x1371-1-2041x1366.jpeg 2041w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/05\/822c6764-yemen-2-2048x1371-1-508x340.jpeg 508w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/05\/822c6764-yemen-2-2048x1371-1.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Jemenitische Fischer landen im September 2006 ihren Fang von Booten an einem Strand an der K\u00fcste des Roten Meeres im Bezirk Khokha in der westlichen Provinz Hodeida. \u00a9 Khaled Ziad \/ AFP via Getty Images<\/figcaption><\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Menschen vor Ort brauchen Schutz<\/strong><\/h2>\n\n<p>\u00d6l ist eine brennbare Fl\u00fcssigkeit. Sie enth\u00e4lt giftige und krebserregende Chemikalien, die Leber und Nieren sowie das Nerven- und Blutsystem angreifen k\u00f6nnen. Die Haut kann \u00d6l absorbieren. Die D\u00e4mpfe und der Rauch der Verbrennung k\u00f6nnen die Lunge sch\u00e4digen. Das Einatmen des Dampfes oder Nebels kann Kopfschmerzen, Schwindel, Schl\u00e4frigkeit und \u00dcbelkeit verursachen und zur Bewusstlosigkeit f\u00fchren.<\/p>\n\n<p>Wenn es zu einem \u00d6lunfall kommt, ist es die nat\u00fcrliche Reaktion der direkt betroffenen Gemeinden, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um das Chaos zu beseitigen. Die Beseitigung des \u00d6ls ist jedoch eine schwierige, gef\u00e4hrliche und anstrengende Arbeit. Die Menschen brauchen spezielle Schutzausr\u00fcstung und sind auf einen sicheren Ort f\u00fcr die Lagerung grosser Mengen \u00f6lhaltiger Abf\u00e4lle angewiesen.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/05\/c824e076-gp1swvmi_medium_res_with_credit_line-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-85156\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/05\/c824e076-gp1swvmi_medium_res_with_credit_line-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/05\/c824e076-gp1swvmi_medium_res_with_credit_line-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/05\/c824e076-gp1swvmi_medium_res_with_credit_line-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/05\/c824e076-gp1swvmi_medium_res_with_credit_line-510x340.jpg 510w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/05\/c824e076-gp1swvmi_medium_res_with_credit_line.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>In der Nacht zum 25. Januar 2022 wurden etwa 400&#8217;000 Liter Roh\u00f6l am Strand von Mae Ramphueng in der Provinz Rayong in Thailand angesp\u00fclt, nachdem es aus einer Unterwasserpipeline ausgetreten war. \u00a9 Chanklang Kanthong \/ Greenpeace<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Alle, die sich an der \u00d6lbeseitigung beteiligen \u2013 ob Freiwillige oder Fachleute \u2013, sind gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt. Handschuhe, Schutzkleider und Masken sind erforderlich, um das Einatmen und den Hautkontakt mit dem \u00d6l zu minimieren, einschliesslich des \u00d6ls, das sich am Ufer als \u00abTeerkugeln\u00bb oder \u00abTeerklumpen\u00bb ablagert. Handhygiene- und Wascheinrichtungen sowie spezielle Reinigungsmittel m\u00fcssen zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fehlende Ausr\u00fcstung und Giftm\u00fcll<\/strong><\/h2>\n\n<p>Leider fehlen all diese Materialien fast \u00fcberall, sodass die Menschen vor Ort stark gef\u00e4hrdet sind. Es ist deshalb entscheidend, dass neben der Ausr\u00fcstung f\u00fcr die \u00d6lbek\u00e4mpfung auch pers\u00f6nliche Schutzkleider zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n\n<p>Bei der Beseitigung des \u00d6ls von den Str\u00e4nden fallen riesige Mengen gef\u00e4hrlicher Abf\u00e4lle an \u2013 oft bis zum Zehnfachen der ausgelaufenen \u00d6lmenge. F\u00fcr die FSO Safer bedeutet das: Wenn das gesamte \u00d6l auslaufen w\u00fcrde, fielen bis zu 1,5 Millionen Tonnen Giftm\u00fcll an.<\/p>\n\n<p>Hausm\u00fclldeponien sind f\u00fcr solch grosse Mengen Giftm\u00fcll ungeeignet. Dazu kommt: W\u00fcrde man den M\u00fcll unkontrolliert verbrennen, k\u00f6nnte das Mensch und Umwelt zus\u00e4tzlich belasten.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"is-style-default wp-block-heading\"><strong>Die Schweiz kann helfen, das Schlimmste zu verhindern<\/strong><\/h2>\n\n<p class=\"is-style-accent-1\">Die Konsequenzen einer \u00d6lkatastrophe im Roten Meer w\u00e4ren verheerend. Deshalb m\u00fcssen wir daf\u00fcr sorgen, dass es nicht soweit kommt: Das \u00d6l der FSO Safer kann auf ein anderes Tankschiff umgeladen und abtransportiert werden. Kostenpunkt: 80 Millionen Dollar. Die UNO organisiert am 11. Mai eine Online-Geberkonferenz, zu der auch die Schweiz eingeladen ist.&nbsp;Wir haben Bundesrat Ignazio Cassis einen Brief geschickt. Die Schweiz soll einen Teil der Kosten von 80 Millionen Dollar \u00fcbernehmen. Die Niederlande haben bereits 7,5 Millionen Dollar zugesichert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Alarmglocken l\u00e4uten immer lauter. 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