{"id":86195,"date":"2022-05-18T00:05:00","date_gmt":"2022-05-17T22:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=86195"},"modified":"2022-05-17T20:25:10","modified_gmt":"2022-05-17T18:25:10","slug":"manipulative-werbetechniken-tierprodukten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/86195\/manipulative-werbetechniken-tierprodukten\/","title":{"rendered":"Manipulative Werbetechniken kurbeln den Konsum von Tierprodukten an"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><strong>Wir alle haben manchmal das unangenehme Gef\u00fchl, dass uns die Werbung f\u00fcr Fleisch, Milchprodukte und Eier f\u00fcr dumm verkaufen will. Deshalb haben wir die Kommunikationsstrategien von \u00fcber 600 Schweizer Werbespots analysieren lassen. Das Fazit: Die Werbetreibenden setzen manipulative Techniken ein, um den Konsum von Tierprodukten als Nahrungsmittel zu rechtfertigen und zu steigern. Dabei unterscheiden sie nicht zwischen umweltfreundlichen Produkten und solchen aus industrieller Tierproduktion. Diese Werbung, die zum Teil mit Steuergeldern finanziert wird, steht in keiner Weise im Einklang mit der Klima- und Biodiversit\u00e4tskrise. Daher fordert unsere <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/handeln\/werbeverbot-tierprodukte-nahrungsmittel\">Petition<\/a> ein Verbot von steuerfinanzierter Werbung und von Detailhandelwerbung f\u00fcr Fleisch, Milchprodukte und Eier.<\/strong><\/strong><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong><strong>Kommunikationsstrategien<\/strong>\u00a0<\/strong><\/h2>\n\n<p>In diesem neuen <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/85093\/schweizer-studie-werbung-tierische-produkte\">Bericht<\/a> untersuchten die Forscher:innen die Werbungen der Detailh\u00e4ndler (Coop, Migros, Aldi, Lidl) und der \u00f6ffentlich finanzierten Interessenorganisationen (Pro Viande, Swiss Milk, Switzerland Cheese Marketing, GalloSuisse, RAUS). In den untersuchten Werbespots lassen sich sechs Haupttrends erkennen:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>angeblicher Respekt vor der Umwelt,<\/li><li>Fokus auf althergebrachte Praktiken,<\/li><li>Einzigartigkeit der Schweizer Identit\u00e4t,<\/li><li>Stereotype,<\/li><li>individuelle Werte und&nbsp;<\/li><li>kollektive Werte.<\/li><\/ul>\n\n<p>Folgende Strategien nutzen die Werbetreibenden, um die \u00d6ffentlichkeit dazu anzuregen, mehr Milchprodukte, Eier und Fleisch zu konsumieren:<\/p>\n\n<ul class=\"is-style-accent-info wp-block-list\"><li>Die Werbespots in Serieform produzieren und so eine vertraute Beziehung zu den Konsument:innen aufbauen-<\/li><li>Die Aufmerksamkeit steuern, um von den Schl\u00fcsselthemen abzulenken, z. B. durch erz\u00e4hlerische Ellipsen, die den Blick direkt von der Weide auf den Teller f\u00fchren (wobei das Melken der K\u00fche oder die Schlachtung ausgeblendet werden).<\/li><li>Humor einsetzen, um die Aufmerksamkeit der \u00d6ffentlichkeit von den Fragen abzulenken, die sich zu den Produktionsprozesse stellen, und um Umweltfragen lachhaft erscheinen zu lassen.<\/li><li>Autorit\u00e4tsargumente verwenden, die dazu auffordern, Aussagen als Wahrheit zu akzeptieren.<\/li><li>Stereotype (z. B. m\u00e4nnliche M\u00e4nner und vegetarische Frauen) und Werte instrumentalisieren, um den Konsum von Tierprodukten zu normalisieren.<\/li><li>Welten vermischen (z. B. \u00abGem\u00fcsefilet\u00bb), wodurch dem Publikum glaubhaft gemacht werden soll, dass Tiere gleich behandelt werden wie Menschen. Stattdessen f\u00f6rdert die Werbung in Wirklichkeit ein anthropozentrisches System.<\/li><li>Eine fiktive, manchmal von Mythen inspirierte Welt schaffen (das Symbol des Feuers usw.), die die Herrschaft der Menschen \u00fcber die Tiere und ihre negativen Folgen unsichtbar macht.<\/li><\/ul>\n\n<p>\u00abWir denken, wir seien frei in unseren Kaufentscheidungen, aber unser Bericht zeigt, wie Unternehmen zweifelhafte rhetorische Techniken einsetzen, um unsere Konsumgewohnheiten zu beeinflussen\u00bb, sagt Alexandra Gavilano, Projektleiterin f\u00fcr nachhaltige Ern\u00e4hrungssysteme bei Greenpeace Schweiz.\u00a0<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong><strong>Gemeinsame Merkmale<\/strong><\/strong><\/h2>\n\n<p>Die Werber:innen gehen implizit auf \u00f6kologische oder tierschutzbezogene Anliegen ein, um diese zu entkr\u00e4ften oder sie sogar zu ihrem eigenen Vorteil zu verwenden (z. B. mit der Aussage: Wer Schweizer Milch oder Fleisch konsumiert, sch\u00fctzt die Natur). Diese Werbestrategie blendet st\u00f6rende Elemente (bspw. die Schlachtung) aus.\u00a0<\/p>\n\n<p>Im Detail: In der Fleischwerbung sind Tiere nur selten auf dem Bildschirm zu sehen; wenn doch, werden sie als \u00abProdukt\u00bb bezeichnet. Im Gegensatz dazu, zeigt die Werbung f\u00fcr Milchprodukte wie K\u00e4se und Butter h\u00e4ufig lebende Tiere in einer idealisierten Landschaft aus weiten Fl\u00e4chen und gr\u00fcner Natur. In der Werbung f\u00fcr Eier wird das Lebensmittel selbst und seine Vielseitigkeit hervorgehoben, ohne dass H\u00fchner oder ihre Haltungsbedingungen gezeigt werden.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong><strong>Werbung f\u00f6rdert umweltzerst\u00f6rende Essgewohnheiten<\/strong><\/strong><\/h2>\n\n<p>Der \u00fcberm\u00e4ssige Verzehr von Tierprodukten tr\u00e4gt zur globalen Erw\u00e4rmung, Entwaldung und Umweltverschmutzung bei. \u00abWir m\u00fcssen unseren Konsum von Tierprodukten reduzieren. Hierbei sollte das Marketing eine Rolle spielen, insbesondere das steuerfinanzierte Marketing, das den Steuerzahler in den letzten Jahren fast 40 Millionen CHF pro Jahr gekostet hat. Auch die Detailh\u00e4ndler m\u00fcssen ihre Rolle wahrnehmen. Solange deren Marktmacht gross bleibt, brauchen wir strengere Gesetze, um Gesch\u00e4ftspraktiken zu regulieren, die das Konsumverhalten beeinflussen. M\u00fcssen die Detailh\u00e4ndler ihre Marketingstrategie anpassen, um ihre Kund:innen zu einem nachhaltigeren Konsum zu motivieren, erlaubt das auch den Lieferant:innenen, ihre Produktionsmethoden anzupassen. Stattdessen normalisiert die Werbung den Konsum von Milchprodukten, Eiern und Fleisch und vermittelt den Konsument:innen das Gef\u00fchl, dass sie \u00f6kologisch konsumieren, indem sie Schweizer Produkte w\u00e4hlen. In Wahrheit aber, schadet der Konsum dieser Produkte unserem Planeten\u00bb, erkl\u00e4rt Alexandra Gavilano.\u00a0\u00a0<\/p>\n\n<p>Wenn du es satt hast, dass die grossen Detailh\u00e4ndler uns dazu verleiten, zu viele Produkte zu konsumieren, die unserem Planeten schaden, dann unterzeichne bitte unsere Petition.<\/p>\n\t\t\t<section\n\t\t\tclass=\"boxout  \"\n\t\t\t\n\t\t>\n\t\t\t<a\n\t\t\t\tdata-ga-category=\"Take Action Boxout\"\n\t\t\t\tdata-ga-action=\"Image\"\n\t\t\t\tdata-ga-label=\"n\/a\"\n\t\t\t\tclass=\"cover-card-overlay\"\n\t\t\t\thref=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/handeln\/werbeverbot-tierprodukte-nahrungsmittel\" target=\"_blank\"\n\t\t\t><\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<img\n\t\t\t\t\t\tsrc=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/05\/4799c80c-1_header_webstory-1024x683.jpg\"\n\t\t\t\t\t\tsrcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/05\/4799c80c-1_header_webstory-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/05\/4799c80c-1_header_webstory-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/05\/4799c80c-1_header_webstory-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/05\/4799c80c-1_header_webstory-510x340.jpg 510w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/05\/4799c80c-1_header_webstory.jpg 1200w\"\n\t\t\t\t\t\tsizes=\"(min-width: 1000px) 358px, (min-width: 780px) 313px, 88px\"\n\t\t\t\t\t\talt=\"\" title=\"\"\n\t\t\t\t\/>\n            \t\t\t<div class=\"boxout-content\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a\n\t\t\t\t\t\tclass=\"boxout-heading medium\"\n\t\t\t\t\t\tdata-ga-category=\"Take Action Boxout\"\n\t\t\t\t\t\tdata-ga-action=\"Title\"\n\t\t\t\t\t\tdata-ga-label=\"n\/a\"\n\t\t\t\t\t\thref=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/handeln\/werbeverbot-tierprodukte-nahrungsmittel\"\n\t\t\t\t\t\ttarget=\"_blank\"\n\t\t\t\t\t>\n\t\t\t\t\t\tWerbeverbot f\u00fcr Tierprodukte als Nahrungsmittel\n\t\t\t\t\t<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t\t                                    <a\n                        class=\"btn btn-primary\"\n                        data-ga-category=\"Take Action Boxout\"\n                        data-ga-action=\"Call to Action\"\n                        data-ga-label=\"n\/a\"\n                        href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/handeln\/werbeverbot-tierprodukte-nahrungsmittel\"\n                        target=\"_blank\"\n                    >\n                        Petition unterschreiben\n                    <\/a>\n                \t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/section>\n\t\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir alle haben manchmal das unangenehme Gef\u00fchl, dass uns die Werbung f\u00fcr Fleisch, Milchprodukte und Eier f\u00fcr dumm verkaufen will. 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