{"id":86595,"date":"2022-06-03T14:26:24","date_gmt":"2022-06-03T12:26:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=86595"},"modified":"2022-06-03T14:26:24","modified_gmt":"2022-06-03T12:26:24","slug":"schadigende-subventionen-biodiversitatskrise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/86595\/schadigende-subventionen-biodiversitatskrise\/","title":{"rendered":"Sch\u00e4digende Subventionen verschlimmern Biodiversit\u00e4tskrise und sprudeln munter weiter"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Das ist eine Medienmitteilung der <a href=\"https:\/\/umweltallianz.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Umweltallianz<\/a><\/em><\/p>\n\n<p><strong>Heute hat der Bundesrat bekanntgegeben, welche acht biodiversit\u00e4tssch\u00e4digenden Subventionen er bis Mitte 2024 vertiefend betrachten will. Die Wissenschaft hat viel mehr Subventionen, Steuererleichterungen und weitere Anreize mit biodiversit\u00e4tssch\u00e4digender Wirkung identifiziert. Sie sind eine der Hauptursachen f\u00fcr die gravierende Biodiversit\u00e4tskrise unseres Landes und untergraben gleichzeitig alle Bem\u00fchungen zum Natur- und Artenschutz. Die Umweltallianz begr\u00fcsst grunds\u00e4tzlich, dass der Bundesrat die biodiversit\u00e4tssch\u00e4digende Wirkung der Subventionen endlich angehen will. Die vorgesehenen \u00dcberpr\u00fcfungen gehen aber deutlich zu wenig weit und werden viel zu z\u00f6gerlich ergriffen. Die Umweltorganisationen fordern, dass die biodiversit\u00e4tssch\u00e4digende Wirkung der acht genannten Subventionen umgehend bearbeitet und alle anderen biodiversit\u00e4tssch\u00e4digenden Anreize ebenfalls rasch angegangen werden.<\/strong><\/p>\n\n<p>Das Versprechen nach dem Abbau oder der Umwandlung von biodiversit\u00e4tssch\u00e4digenden Subventionen und anderen Anreizen besteht seit \u00fcber einem Jahrzehnt. Nachdem sich die Schweiz 2010 im Rahmen der internationalen Biodiversit\u00e4tskonvention dazu verpflichtet hat, solche Finanzinstrumente bis 2020 abzuschaffen oder umzuwandeln, hat der Bundesrat 2012 diese Forderung in seiner Strategie Biodiversit\u00e4t Schweiz aufgenommen. Seither sind die biodiversit\u00e4tssch\u00e4digenden Subventionen jedoch munter gesprudelt. Und sie tun es weiter, denn der Bundesrat hat heute erst entschieden, welche acht dieser Subventionen er genauer anschauen m\u00f6chte: Teilprogramm Waldwirtschaft, Forstliche Investitionskredite, Grenzschutz f\u00fcr Fleisch und Futtermittel, Versorgungssicherheit, Strukturverbesserung, Absatzf\u00f6rderung, Neue Regionalpolitik, R\u00fcckerstattung der Mineralsteuer in der Landwirtschaft.<\/p>\n\n<p>Was besonders auff\u00e4llt: Nur gerade das WBF (mit sechs Subventionen) und das UVEK (mit zwei) beteiligen sich an der \u00dcberpr\u00fcfung. Alle anderen Departemente machen offenbar weiter wie bisher. W\u00e4hrend im WBF gewichtige Subventionen vertieft \u00fcberpr\u00fcft werden sollen, scheint man beim UVEK in zentralen Bereichen wie Energie und Siedlungsentwicklung keine der zahlreichen Subventionen mit biodiversit\u00e4tssch\u00e4digender Wirkung genauer analysieren, geschweige denn ab- oder umbauen zu wollen.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wissenschaft hat 162 biodiversit\u00e4tssch\u00e4digende Subventionen erfasst<\/h3>\n\n<p>Die Forschungsanstalt WSL und die Akademie der Naturwissenschaften der Schweiz haben vor zwei Jahren 162 Subventionen, Steuererleichterungen und weitere Anreize mit biodiversit\u00e4tssch\u00e4digender Wirkung identifiziert und in einer ausf\u00fchrlichen Publikation beschrieben (Quelle: siehe unten). W\u00e4hrend die \u00f6ffentliche Hand Millionenbetr\u00e4ge f\u00fcr die Stickstoffsanierung der Seen und damit auch zur F\u00f6rderung der Biodiversit\u00e4t einsetzen muss, finanziert der Bund gleichzeitig mit Subventionen und Absatzf\u00f6rderung f\u00fcr Tierprodukte die \u00dcberd\u00fcngung der ganzen Landschaft. Das schadet der Biodiversit\u00e4t schadet und b\u00fcrdet der Allgemeinheit und zuk\u00fcnftiger Generationen hohe Kosten auf.<\/p>\n\n<p>\u00abDas ist nicht nur aus umweltpolitischer Sicht h\u00f6chst fragw\u00fcrdig, es ist auch volkswirtschaftlich h\u00f6chst ineffizient, da die biodiversit\u00e4tssch\u00e4digenden Subventionen die Massnahmen, mit welchen der dramatische R\u00fcckgang der Artenvielfalt in der Schweiz gestoppt werden soll, direkt torpedieren\u00bb, so Hasan Candan, Leiter Biodiversit\u00e4tspolitik bei Pro Natura. Inzwischen gibt der Bund j\u00e4hrlich 40 Milliarden Steuerfranken f\u00fcr Subventionen aus, die zur Sch\u00e4digung der biologischen Vielfalt beitragen. So tragen SteuerzahlerInnen in der Schweiz in betr\u00e4chtlichem Umfang zur staatlich subventionierten Zerst\u00f6rung der Biodiversit\u00e4t bei, die meisten von ihnen, ohne sich dessen bewusst zu sein.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Biodiversit\u00e4tssch\u00e4digende Wirkungen von Subventionen reduzieren<\/h3>\n\n<p>In der Liste der acht biodiversit\u00e4tssch\u00e4digenden Subventionen des Bundesrats fehlen f\u00fcnf Departemente und gewichtige \u00c4mter wie das BFE und das BBL g\u00e4nzlich. Hier liegen wichtige Hebel, um die biodiversit\u00e4tssch\u00e4digende Wirkung gewisser Subventionen zu reduzieren oder umzuwidmen. Denn ihre Auswirkungen auf die Biodiversit\u00e4t sind gem\u00e4ss der Studie von WSL und SCNAT enorm. \u00abDie acht ausgew\u00e4hlten Subventionen und Anreize m\u00fcssen bis 2024 nicht nur vertieft betrachtet, sondern biodiversit\u00e4tsfreundlich umgestaltet oder abgeschafft werden. Es braucht nicht neue Papiertiger, sondern wirksame Massnahmen, die Fakten sind klar\u00bb, fordert Raffael Ay\u00e9, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von BirdLife Schweiz. Die \u00fcbrigen von der Wissenschaft und vom Bundesrat beschriebenen Subventionen gilt es ebenfalls rasch zu bearbeiten.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Quelle:<\/h3>\n\n<p>Gubler, L.; Ismail, S.A.; Seidl, I., 2020. Biodiversit\u00e4tssch\u00e4digende Subventionen der Schweiz. Grundlagenbericht. WSL Berichte, 96. 216p. online verf\u00fcgbar unter <a href=\"https:\/\/www.wsl.ch\/de\/publikationen\/default-ce4ededcc5.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.wsl.ch\/de\/publikationen\/default-ce4ededcc5.html<\/a><\/p>\n\n<p>Heute publizierte Vorstudie des Bundesrates: <a href=\"https:\/\/www.newsd.admin.ch\/newsd\/message\/attachments\/71750.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.newsd.admin.ch\/newsd\/message\/attachments\/71750.pdf<\/a><\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakt:<\/h3>\n\n<p>Hasan Candan, Leiter Biodiversit\u00e4tspolitik, Pro Natura Schweiz, 079 631 64 81, hasan.candan@pronatura.ch<br>Raffael Ay\u00e9, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer BirdLife Schweiz, 076 308 66 84, raffael.aye@birdlife.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist eine Medienmitteilung der Umweltallianz<\/p>\n","protected":false},"author":37,"featured_media":86598,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-86595","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/86595","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/37"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=86595"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/86595\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/86598"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=86595"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=86595"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=86595"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=86595"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=86595"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}