{"id":87157,"date":"2022-06-23T14:20:45","date_gmt":"2022-06-23T12:20:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=87157"},"modified":"2022-07-26T09:42:02","modified_gmt":"2022-07-26T07:42:02","slug":"bundesrat-zaudert-klima-und-biodiversitaetsherausforderungen-in-der-landwirtschaft-bleiben-ungeloest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/87157\/bundesrat-zaudert-klima-und-biodiversitaetsherausforderungen-in-der-landwirtschaft-bleiben-ungeloest\/","title":{"rendered":"Bundesrat zaudert: Klima- und Biodiversit\u00e4tsherausforderungen in der Landwirtschaft bleiben ungel\u00f6st\u00a0"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Heute hat der Bundesrat den mit der Sistierung der AP22+ eingeforderten Bericht zur zuk\u00fcnftigen Ausrichtung der Agrarpolitik ver\u00f6ffentlicht. Seine Vision f\u00fcr die Agrar- und Ern\u00e4hrungswirtschaft 2050 geht zwar in die richtige Richtung. Die Strategie bleibt aber unscharf. Und wie sie erreicht werden soll, bleibt leider g\u00e4nzlich offen. Denn der Bundesrat schl\u00e4gt lediglich einen Alibi-Umsetzungsplan vor. So lassen sich die dr\u00e4ngenden Herausforderungen durch die Klima- und Biodiversit\u00e4tskrise nicht angehen.<\/strong><\/p>\n\n<p>Weniger Futtermittel, mehr Nahrungsmittel direkt f\u00fcr den Menschen, mehr Innovationen, ges\u00fcndere Ern\u00e4hrungsgewohnheiten und widerstandsf\u00e4hige M\u00e4rkte &#8211; der Bundesrat malt ein verlockendes Bild davon, wie das Ern\u00e4hrungs- und Landwirtschaft im Jahr 2050 aussehen sollte. Dieses Zukunftsbild unterst\u00fctzen die Umweltorganisationen. Denn nur mit dem langfristigen Erhalt der Produktionsgrundlagen (Bodenfruchtbarkeit, Wasser, Best\u00e4uber etc.), mit mehr pflanzlichen Kulturen f\u00fcr die direkte Ern\u00e4hrung und weniger Foodwaste ist die Ern\u00e4hrungssicherheit auch f\u00fcr zuk\u00fcnftige Generationen gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Acht Jahre ohne neue Agrarpolitik?<\/strong><\/h2>\n\n<p>Leider bleibt aber die gesamte Strategie sehr schwammig und unscharf. Anstatt sofort die ersten Weichen zu stellen, um eine schrittweise Umsetzung dieser Vision zu gew\u00e4hrleisten, schl\u00e4gt der Bundesrat vor, wichtige Teile seiner eigenen Agrarpolitik AP22+ zu streichen und danach acht Jahre lang auf die Umsetzung einer neuen Agrar- und Ern\u00e4hrungspolitik zu warten.<\/p>\n\n<p>Ein Wandel ist jedoch dringend n\u00f6tig: Keines der <a href=\"https:\/\/www.bafu.admin.ch\/bafu\/de\/home\/themen\/biodiversitaet\/publikationen-studien\/publikationen\/umweltziele-landwirtschaft-statusbericht-2016.html#:~:text=Hrsg.&amp;text=BAFU%20und%20BLW%20haben%20im,Boden%20hergeleitet%20und%20gemeinsam%20ver%C3%B6ffentlicht.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">13 Umweltziele f\u00fcr die Landwirtschaft<\/a> wird erreicht, <a href=\"https:\/\/www.wsl.ch\/fileadmin\/user_upload\/WSL\/Projekte\/biodiversitaetsrelevante_fehlanreize_111\/Factsheet_Subventionen_D_Druck.p1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">viele staatliche Anreize schaden der Artenvielfalt<\/a> und die <a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/de\/ratsbetrieb\/suche-curia-vista\/geschaeft?AffairId=20203279\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">B\u00f6den werden sehr intensiv bewirtschaftet, was die Versorgungssicherheit gef\u00e4hrdet<\/a>. Die Klimakrise und der Verlust der biologischen Vielfalt bedrohen unsere Ern\u00e4hrungssicherheit. Und die B\u00e4uerinnen und Bauern m\u00fcssen in der notwendigen Transformation von der Politik aktiv unterst\u00fctzt werden. Acht Jahre warten, bevor neue Massnahmen in diesem Bereich umgesetzt werden, ist nicht zielf\u00fchrend und steht im Widerspruch zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens und der Nachhaltigkeitsstrategie 2030.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Dynamik beibehalten<\/strong><\/h2>\n\n<p>Jetzt muss das Parlament den Kurs korrigieren und die AP22+ umfassend behandeln. Die gemachten Versprechungen m\u00fcssen eingehalten und Massnahmen zum Schutz des Klimas und der Biodiversit\u00e4t umgesetzt werden. Diese Massnahmen k\u00f6nnen nicht bis 2030 warten. Dar\u00fcber hinaus ist es unerl\u00e4sslich, die Politik bereits heute auf diese Vision 2050 auszurichten. Ohne eine umfassende Strategie wird der Bericht zu Makulatur.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kontakte<\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Jonas Schmid, Kommunikationsberater, WWF Schweiz<br><a href=\"mailto:jonas.schmid@wwf.ch\">jonas.schmid@wwf.ch<\/a>, 079 241 60 57<\/li><li>Marcel Liner, Verantwortlicher Agrarpolitik, Pro Natura\u00a0<br><a href=\"mailto:marcel.liner@pronatura.ch\">marcel.liner@pronatura.ch<\/a>, 061 317 92 40<\/li><li>Patrik Peyer, Projektleiter Landwirtschaft, BirdLife Schweiz\u00a0<br><a href=\"mailto:patrik.peyer@birdlife.ch\">patrik.peyer@birdlife.ch<\/a>, 079 810 04 80<\/li><li>Alexandra Gavilano, Projektleiterin nachhaltige Ern\u00e4hrungssysteme, Greenpeace Schweiz<br><a href=\"mailto:alexandra.gavilano@greenpeace.org\">alexandra.gavilano@greenpeace.org<\/a>, +41 44 447 41 38<\/li><\/ul>\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute hat der Bundesrat den mit der Sistierung der AP22+ eingeforderten Bericht zur zuk\u00fcnftigen Ausrichtung der Agrarpolitik ver\u00f6ffentlicht. 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