{"id":88884,"date":"2022-08-30T23:55:00","date_gmt":"2022-08-30T21:55:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=88884"},"modified":"2022-08-30T21:59:28","modified_gmt":"2022-08-30T19:59:28","slug":"pensionskassen-investieren-in-die-waldzerstoerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/88884\/pensionskassen-investieren-in-die-waldzerstoerung\/","title":{"rendered":"Pensionskassen investieren in die Waldzerst\u00f6rung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Greenpeace Schweiz wollte wissen, wie stark Schweizer Pensionskassen mit Aktien in Unternehmen investiert sind, die f\u00fcr die Abholzung von tropischen W\u00e4ldern besonders verantwortlich sind. Das Resultat der <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/88967\/bericht-pensionskassen-abholzung-klimakrise\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">konservativen Hochrechnung<\/a>: Mit mindestens 60 Milliarden Franken oder rund 5 Prozent der Vorsorgegelder. Die Untersuchung zeigt weiter, dass die Pensionskassen ihre Rechte als Aktion\u00e4rinnen kaum nutzen und noch fast keinen Druck auf die Unternehmen aus\u00fcben, um die Waldvernichtung zu stoppen. Greenpeace Schweiz fordert: Das Ziel der Kassen muss sein, mit der beruflichen <em>Vorsorge<\/em> der Versicherten unsere Lebensgrundlagen zu erhalten \u2013 und sie nicht weiter zu zerst\u00f6ren. Die Pensionskassen m\u00fcssen zu Klimaaktivistinnen werden und auf die investierten Unternehmen einwirken, damit diese nachhaltig gesch\u00e4ften.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<p>\u00dcber 1\u2019500 Pensionskassen verwalten in der Schweiz mehr als 1\u2019200 Milliarden Franken an Vorsorgeverm\u00f6gen. Sie geh\u00f6ren zu den gr\u00f6ssten und einflussreichsten Investoren der Schweiz. Umso mehr stehen sie in der Verantwortung.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Tropische W\u00e4lder sind Heimat von unz\u00e4hligen Tieren und Pflanzen sowie Lebensraum und Nahrungsquelle f\u00fcr Millionen von Menschen. Als gigantische Kohlenstoffspeicher spielen sie zudem eine zentrale Rolle im Kampf gegen die Klimaerhitzung. Trotz ihrer immens wichtigen Funktion f\u00fcr den Klimaschutz und f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t werden die Tropenw\u00e4lder weltweit weiter gerodet: f\u00fcr die Rinderzucht, f\u00fcr \u00d6lpalm-, Soja- und Kaffeeplantagen, f\u00fcr Holz und Papier, f\u00fcr Eisenerz, Gold, \u00d6l und Gas. \u00abDie Zerst\u00f6rung der Regenw\u00e4lder ist fatal f\u00fcr das Weltklima und die Artenvielfalt und stellt eine existenzielle Gefahr f\u00fcr die Menschheit dar\u00bb, sagt Peter Haberstich, Experte f\u00fcr Klima und Finanzwirtschaft bei Greenpeace Schweiz.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Pensionskassen tragen als Investorinnen Verantwortung<\/strong><\/h2>\n\n<p>Hunderte von international t\u00e4tigen Unternehmen treiben die Waldzerst\u00f6rung mit ihren Produktionsprozessen, Lieferketten, Produkten und Dienstleistungen voran. Dazu z\u00e4hlen Rohstoffh\u00e4ndler, Fleischverarbeiter und -produzenten oder Online-Versandh\u00e4ndler. Investoren unterst\u00fctzen die Unternehmen. Zu diesen Investoren geh\u00f6ren auch die Pensionskassen.&nbsp;<\/p>\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/88967\/bericht-pensionskassen-abholzung-klimakrise\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Eine konservative Hochrechnung von Greenpeace Schweiz<\/a> auf Basis von durchschnittlichen Aktienanteilen ergibt: Die Schweizer Pensionskassen waren im vergangenen Jahr mit mindestens 60 Milliarden Franken an Unternehmen beteiligt, die in hohem Masse f\u00fcr die Entwaldung von tropischen W\u00e4ldern wie den Regenw\u00e4ldern in S\u00fcdamerika, Afrika und Asien verantwortlich sind.&nbsp;<\/p>\n\n<p>\u00abMindestens\u00bb deshalb, weil davon auszugehen ist, dass die Kassen noch mit weit h\u00f6heren Betr\u00e4gen in die Abholzung tropischer W\u00e4lder involviert sind, als die Hochrechnung zeigt. Denn aller Voraussicht nach sind weitere Milliarden unter anderem in Anleihen der gleichen Unternehmen angelegt. \u00abStatt mit der beruflichen Vorsorge f\u00fcr die Versicherten tats\u00e4chlich f\u00fcr die Zukunft vorzusorgen, beteiligen sich die Pensionskassen an der Zerst\u00f6rung der W\u00e4lder und damit an der Zerst\u00f6rung der Lebensgrundlagen von uns allen\u00bb, sagt Peter Haberstich.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die Pensionskassen tun fast nichts gegen die Regenwaldabholzung, wie der Bericht von Greenpeace Schweiz weiter zeigt. Dabei h\u00e4tten die Vorsorgeeinrichtungen M\u00f6glichkeiten, um auf fehlbare Unternehmen Druck auszu\u00fcben: Als Aktion\u00e4rinnen sind sie Miteigent\u00fcmerinnen der Unternehmen und verf\u00fcgen \u00fcber entsprechende Rechte. Sie k\u00f6nnten in einen strukturierten Dialog mit den Unternehmen treten (Engagement-Prozess) und ihr Stimmrecht einsetzen (Voting). Immer mit dem Ziel, dass die Unternehmen die Zerst\u00f6rung der W\u00e4lder stoppen und diese erhalten und aufforsten.<\/p>\n\n<p>\u00abDie Pensionskassen m\u00fcssen ihre Verantwortung als Investorinnen und damit Eigent\u00fcmerinnen der Unternehmen wahrnehmen und diese dazu dr\u00e4ngen, dass sie im Rahmen der planetaren Grenzen handeln. Die Vorsorgeeinrichtungen m\u00fcssen zu Klimaaktivistinnen werden\u00bb, sagt Peter Haberstich. Nachhaltig zu wirtschaften bedeutet, die Bed\u00fcrfnisse der Gegenwart so zu befriedigen, dass die Lebensgrundlagen k\u00fcnftiger Generationen erhalten bleiben. Dies bedingt, dass die Gesellschaft im Rahmen der planetaren Grenzen handelt. \u00abFinanzakteure spielen eine Schl\u00fcsselrolle, um die Transition der Unternehmen zu erzwingen und zu beschleunigen. Zur Bew\u00e4ltigung der Klima- und der Biodiversit\u00e4tskrise brauchen wir eine \u00f6kologische und klimakompatible Wirtschaft.\u00bb<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Pensionskassen m\u00fcssen Transparenz herstellen und Nachhaltigkeitsstrategie verst\u00e4rken&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n<p>Greenpeace Schweiz fordert die Pensionskassen auf, bis Ende Jahr Transparenz \u00fcber ihre Nachhaltigkeit zu schaffen und bis Mitte 2023 eine Nachhaltigkeitsstrategie vorzulegen. Diese muss zur Erreichung der Klimaziele beitragen sowie die Wiederherstellung der Biodiversit\u00e4t und den Schutz der W\u00e4lder gew\u00e4hrleisten.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die Vorsorgeeinrichtungen m\u00fcssen ihre Portfolios an den Pariser Klimazielen und an einer Wiederherstellung der Biodiversit\u00e4t ausrichten und als engagierte Miteigent\u00fcmerinnen darauf hinwirken, dass alle investierten Unternehmen zu nachhaltigem Handeln verpflichtet werden.&nbsp;<\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Mehr Informationen<\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Bericht <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/88967\/bericht-pensionskassen-abholzung-klimakrise\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00abDie Pensionskassen, die Abholzung und die Klimakrise\u00bb<\/a> von Greenpeace Schweiz, August 2022<\/li><\/ul>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kontakte&nbsp;<\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Peter Haberstich, Experte f\u00fcr Klima und Finanzwirtschaft Greenpeace Schweiz: +41 76 337 44 49, <a href=\"mailto:peter.haberstich@greenpeace.org\">peter.haberstich@greenpeace.org<\/a>&nbsp;&nbsp;<\/li><li>Medienstelle Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 11, <a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a>&nbsp;<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweizer Pensionskassen waren im vergangenen Jahr mit mindestens 60 Milliarden Franken an Unternehmen beteiligt, die in hohem Masse f\u00fcr die Entwaldung von tropischen W\u00e4ldern wie den Regenw\u00e4ldern in S\u00fcdamerika, Afrika und Asien verantwortlich sind. <\/p>\n","protected":false},"author":39,"featured_media":88885,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[161],"tags":[50,34,40],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-88884","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-about","tag-klima","tag-klimagerechtigkeit","tag-wald","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88884","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/39"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=88884"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88884\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/88885"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=88884"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=88884"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=88884"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=88884"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=88884"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}