{"id":88896,"date":"2022-08-28T07:00:00","date_gmt":"2022-08-28T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=88896"},"modified":"2022-08-26T11:44:42","modified_gmt":"2022-08-26T09:44:42","slug":"fruechtesammlerinnen-gegen-viehzuechter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/88896\/fruechtesammlerinnen-gegen-viehzuechter\/","title":{"rendered":"Fr\u00fcchtesammlerinnen gegen Viehz\u00fcchter"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Unter Jair Bolsonaro erreicht die Abholzung in Brasilien neue Rekordwerte. Im Norden des Landes widersetzt sich eine Gruppe aus mehrheitlich Frauen dem Viehzuchttrend und lebt vom Sammeln der Fr\u00fcchte, die der Wald bietet. Morddrohungen geh\u00f6ren f\u00fcr sie zum Alltag. <\/strong><\/p>\n\n<p>In einer kleinen Senke inmitten der Viehweiden stoppt Claudia dos Santos den Wagen. Am Wegesrand steht ein gro\u00dfes Holzkreuz, daneben liegen die Reste einer zerborstenen Steinplatte. \u00abSie haben auf sie geschossen\u00bb, sagt Claudia do Santos. \u00abDie Namen von meinem Onkel und meiner Tante waren darin eingraviert. Bis heute werden wir bedroht.\u00bb\u00a0<\/p>\n\n<p>Die 20 Jahre alte dos Santos ist die Nichte von Jos\u00e9 Cl\u00e1udio Ribeiro, der hier 2011 mit seiner Frau Maria von zwei Pistoleiros erschossen wurde. Das Ehepaar f\u00fchrte eine Gemeinde von Extraktivist:innen im S\u00fcdosten des brasilianischen Bundesstaats Par\u00e1 an. Extraktivist:innen sammeln und verarbeiten die Fr\u00fcchte des Waldes, man k\u00f6nnte auch von Waldbauern und -b\u00e4uerinnen sprechen. Doch die W\u00e4lder werden in Par\u00e1 mit einer Geschwindigkeit abgeholzt wie sonst kaum in Brasilien. Jos\u00e9 Claudio und Maria do Esp\u00edrito Santo wehrten sich gegen die Zerst\u00f6rung und zeigten illegale Holzf\u00e4ller und Viehz\u00fcchterinnen an. Bis diese brutal zur\u00fcckschlugen.<\/p>\n\n<p>Einer der Pistoleiros wurde verurteilt, ebenso zwei der Hinterm\u00e4nner. Doch dem M\u00f6rder gelang die Flucht aus dem Gef\u00e4ngnis und ein Auftraggeber, ein Viehz\u00fcchter, der es auf Land im Reservat abgesehen hatte, konnte nicht von der Polizei gestellt werden. \u00abWir leben in Angst\u00bb, sagt Claudia dos Santos.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220614-DSC02215-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-88934\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220614-DSC02215-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220614-DSC02215-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220614-DSC02215-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220614-DSC02215-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220614-DSC02215-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220614-DSC02215-510x340.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Eine Zeichnung von Jos\u00e9 Claudio und Maria Ribeiro erinnert an ihrem ehemaligen Haus an das Ehepaar. \u00a9 Ian Cheibub<\/figcaption><\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neue Rekordwerte bei Abholzungen<\/h2>\n\n<p>Par\u00e1 ist dreieinhalb mal so gro\u00df wie Deutschland und beherbergt den zweitgr\u00f6\u00dften Teil des brasilianischen Amazonaswalds. Doch illegale Holzf\u00e4ller, Viehz\u00fcchterinnen, Sojabauern und Goldsucherinnen r\u00fccken schon seit Jahren vor und dringen in gesch\u00fctzte W\u00e4lder, Indigenen-Reservate und die Territorien von Kleinbauern und -b\u00e4uerinnen ein. Sie sind noch aggressiver geworden, seit der ultrarechte Jair Bolsonaro Pr\u00e4sident ist. Nirgends in Brasilien gibt es heute mehr gewaltt\u00e4tige Landkonflikte als in Par\u00e1 \u2013 und nirgends leben Natursch\u00fctzer:innen gef\u00e4hrlicher.<\/p>\n\n<p>Der Begriff Extraktivismus beschreibt eine der \u00e4ltesten Existenzformen der Menschheit: das Sammeln der Fr\u00fcchte, die die Natur bietet. Er gilt heute als wichtige Antwort auf die Frage, wie Menschen im Amazonasgebiet leben k\u00f6nnen, ohne die Umwelt zu zerst\u00f6ren. \u00abMein Onkel und meine Tante bewiesen, dass Extraktivismus funktioniert\u00bb, sagt Claudia dos Santos. \u00abSie zeigten, dass ein intakter Wald mehr Reichtum produziert als die Viehwirtschaft. Deswegen mussten sie sterben.\u00bb<\/p>\n\n<p>Die junge Frau wuchs mit ihrer Familie in der Siedlung Praia Alta Piranheira auf, die ber\u00fchmt f\u00fcr ihre Paranussb\u00e4ume ist und 1997 vom Staat zu einem Reservat f\u00fcr Agro-Extraktivismus erkl\u00e4rt wurde. Daran hatten Jos\u00e9 Cl\u00e1udio Ribeiro und seine Frau Maria gro\u00dfen Anteil. Allerdings schreckte es Holzf\u00e4ller und Viehz\u00fcchterinnen nicht davon ab, weiterhin in das 22 000 Hektar gro\u00dfe Schutzgebiet einzudringen. Der Staat ist in Amazonien oft weit weg und in vielen Gegenden gilt das Recht des St\u00e4rkeren.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DJI_0100-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-88909\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DJI_0100-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DJI_0100-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DJI_0100-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DJI_0100-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DJI_0100-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DJI_0100-510x287.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Eine Luftaufnahme der Siedlung Praia Alta Piranheira, in der Claudia dos Santos aufwuchs. \u00a9 Ian Cheibub<\/figcaption><\/figure>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220614-DSC02034-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-88906\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220614-DSC02034-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220614-DSC02034-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220614-DSC02034-768x513.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220614-DSC02034-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220614-DSC02034-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220614-DSC02034-510x340.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Ein Lastwagen mit Rindern bleibt auf dem Weg zur Siedlung stecken. \u00a9 Ian Cheibub<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Es ist auch ein Kulturkrieg, der in Par\u00e1 tobt. Die Natur wird in vielen Teilen Brasiliens immer noch als etwas L\u00e4stiges betrachtet, das gez\u00e4hmt und beseitigt werden sollte, um der wirtschaftlichen Entwicklung Platz zu machen. Brasiliens Pr\u00e4sident Bolsonaro verk\u00f6rpert diese Sicht par excellence, er spricht von \u00abschei\u00df B\u00e4umen\u00bb und verteidigt illegale Goldsucherinnen und Holzf\u00e4ller als Patrioten. Menschen, die den Wald hingegen sch\u00fctzen, sind f\u00fcr ihn St\u00f6renfriede. Es ist kein Zufall, dass die Abholzung in Amazonien unter ihm neue Rekordwertwerte erreicht hat.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fr\u00fcchte sammeln anstatt Vieh z\u00fcchten<\/h2>\n\n<p>Nach dem Doppelmord zog Claudia dos Santos mit ihrer Mutter, die ebenfalls Morddrohungen erhielt, in die zweieinhalb Autostunden entfernte Stadt Marab\u00e1. Dort studiert Claudia heute und arbeitet im \u00abInstitut Z\u00e9 Claudio und Maria\u00bb, einer von ihrer Mutter gef\u00fchrten NGO.<\/p>\n\n<p>An diesem Nachmittag ist sie unterwegs ins Reservat. Sie will zu ihrer Tante Claudecir dos Santos, die die Tradition des Extraktivismus fortf\u00fchrt. Nach langer Fahrt \u00fcber Staubstra\u00dfen und entlang der Z\u00e4une von Rinderweiden erreicht sie die Grenze des Reservats, leicht zu erkennen am dichten Wald. Zum Empfang hat Claudecir ein Huhn geschlachtet, das sie \u00fcber einem Holzfeuerherd zubereitet. \u00abIch f\u00fchre ein einfaches, aber zufriedenes Leben\u00bb, sagt die 57-j\u00e4hrige Witwe.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02310-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-88912\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02310-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02310-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02310-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02310-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02310-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02310-510x340.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Claudecir dos Santos auf dem Weg in den Wald neben ihrem Hof. \u00a9 Ian Cheibub<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen betritt sie mit einer Machete und einem Korb den Wald, rund 30 Hektar Dschungel geh\u00f6ren zu ihrem Hof. Es seien vier, f\u00fcnf Fr\u00fcchte, die ihr helfen w\u00fcrden, ein Auskommen zu finden, sagt die kleine drahtige Frau. Da ist an erster Stelle die Paranuss. Sie w\u00e4chst an hoch aufragenden Kastanien mit ausladenden Kronen. In H\u00fclsen, die an Kanonenkugeln erinnern, reifen die N\u00fcsse, von der jede noch einmal von einer harten Schale umgeben ist. In Plantagen lassen sie sich nicht anbauen, sie gedeihen nur im Wald. Auch deswegen erzielen die nahrhaften Paran\u00fcsse auf dem Markt hohe Preise. Sie weisen einen hohen Eiwei\u00df- und Fettgehalt und viele Mineralstoffe auf.<\/p>\n\n<p>Jeder der Dutzenden Kastanienb\u00e4ume im Wald produziere pro Saison N\u00fcsse im Wert von rund 500 Reais, sagt Claudecir, circa 100 Euro. \u00dcber die Jahre gesehen sei das wesentlich mehr, als wenn sie die B\u00e4ume f\u00e4llen und ihr Holz verkaufen w\u00fcrde. Zwar verbietet es das brasilianische Gesetz ohnehin, die Kastanien zu f\u00e4llen, \u2013 das hindert die Holzmafia jedoch nicht daran. Sie deklariert das Holz einfach um.<\/p>\n\n<p>Ebenso wichtig f\u00fcr Claudecirs Einkommen ist der Andiroba-Baum, aus dessen Samen ein wertvolles \u00d6l gewonnen wird, das eine antiseptische Wirkung hat und in Seifen verwendet wird. Sie hat sich mit anderen Frauen aus dem Reservat in einer Kooperative zusammengeschlossen, um das \u00d6l gemeinsam zu vermarkten.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02396-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-88921\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02396-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02396-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02396-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02396-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02396-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02396-510x340.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Paran\u00fcsse haben einen Fettanteil von 60 bis 70 Pozent und sind daher besonders kalorienreich. \u00a9 Ian Cheibub<\/figcaption><\/figure>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220616-DSC02953-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-88924\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220616-DSC02953-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220616-DSC02953-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220616-DSC02953-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220616-DSC02953-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220616-DSC02953-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220616-DSC02953-510x340.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Suena Nascimento (links), Claudia dos Santos und Claudecir dos Santos (rechts) sammeln Honig von einheimischen Bienen. \u00a9 Ian Cheibub<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Andere Fr\u00fcchte, die von den Extraktivist:innen vermarktet werden, sind die A\u00e7a\u00ed-Beere, die mittlerweile in Europa als Superfood gilt; ebenso Kakaobohnen oder die Cupua\u00e7u-Frucht. Auch Honig macht Claudecir, mehrere Bienenst\u00f6cke stehen rund um ihren Hof. Eher f\u00fcr den Eigenbedarf bestimmt sind Papayas, Mangos und Orangen. Au\u00dferdem baut Claudecir Maniok und Bohnen an. Ihr Hof wirkt wie ein kleines Selbstversorgerparadies.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leben in Angst<\/h2>\n\n<p>Nat\u00fcrlich w\u00e4chst aber nicht alles, was man zum Leben braucht, im Wald. Claudecir kauft Salz, Reis, Kaffee und \u00d6l in der Stadt. \u00abAber ich mag die Stadt nicht\u00bb, sagt sie, \u00abDer Wald gibt mir alles, was ich brauche. Wenn ich sehe, wie lebendig er ist, macht mir das Mut. Trotz allem!\u00bb<\/p>\n\n<p>Es ist rund zwei Jahre her, dass Claudecirs demente Mutter, die in Marab\u00e1 gepflegt wird, einen Brief erhielt. Darin waren ausgeschnittene Buchstaben zu einem Satz zusammengef\u00fcgt: \u00abWir erledigen auch den Rest der Familie.\u00bb Es blieb nicht die einzige Drohung.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02584-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-88940\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02584-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02584-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02584-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02584-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02584-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02584-510x340.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Claudecir dos Santos erz\u00e4hlt in ihrem Haus im Reservat von den Drohungen. \u00a9 Ian Cheibub<\/figcaption><\/figure>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220614-DSC02166-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-88937\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220614-DSC02166-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220614-DSC02166-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220614-DSC02166-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220614-DSC02166-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220614-DSC02166-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220614-DSC02166-510x340.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Auch ihre Nichte Claudia dos Santos wurde bereits Opfer von Einsch\u00fcchterungsversuchen. \u00a9 Ian Cheibub<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>In der Abendd\u00e4mmerung \u00fcberquert Claudia dos Santos in Jeans und Flipflops einen Bach, aus dem das Wasser f\u00fcr den Hof kommt. Die Zikaden haben bereits mit ihrem ohrenbet\u00e4ubenden Knattern begonnen und in der Ferne schreien Br\u00fcllaffen. Dos Santos setzt sich unter einen imposanten Paranussbaum, der auf einer Lichtung in den Himmel ragt. Sein Alter werde auf 350 bis 400 Jahre gesch\u00e4tzt, sagt sie, ihre Familie habe ihn auf den Namen \u00abMajest\u00e4t\u00bb getauft. \u00abIch komme hierher, um Ruhe zu finden.\u00bb<\/p>\n\n<p>Dos Santos erz\u00e4hlt, wie sie vor zwei Jahren mit einer Cousine im Reservat zu Besuch war, als ihnen auf dem R\u00fcckweg ein wei\u00dfer Pick-up-Truck mit aufgeblendeten Scheinwerfern folgte. \u00abEr fuhr immer dichter auf, wir bekamen Panik und beschleunigten, bis sich unser Wagen in einer Kurve fast \u00fcberschlug.\u00bb Claudia glaubt, dass ein Viehz\u00fcchter dahinter steckte, der am Rande des Reservats lebe, sie habe seinen Pick-up wiedererkannt.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Frauen denken um <\/h2>\n\n<p>Der Extraktivismus, wie ihn Claudecir und ihre Familie betreiben, ist eine Provokation. Die vorherrschende Wirtschaftsform in der Region ist die Viehzucht. Sie hat sich auch im Extraktivist:innen-Reservat breitgemacht. Von den rund 400 Familien, die dort Land haben, betreiben nur noch 20 Waldwirtschaft. Die anderen halten Vieh, was der Bestimmung des Reservats widerspricht. \u00abSie wollen schnellen Profit machen\u00bb, sagt Suena Nascimento. \u00abSie denken nur wer Rinder hat, z\u00e4hlt etwas.\u00bb<\/p>\n\n<p>Die 28-j\u00e4hrige Schwarze ist Lehrerin in einer kleinen Landschule und Pr\u00e4sidentin des Exktraktivisten-Kollektivs, in dem rund 15 Frauen mitmachen. \u00abWir Frauen denken langfristiger\u00bb, sagt sie nach dem Unterricht im winzigen Lehrerzimmer. F\u00fcr ihre Ansichten wird Nascimento oft von Sch\u00fclern kritisiert, meist sind es die S\u00f6hne von Viehz\u00fcchtern. Dennoch versucht sie, den Sch\u00fclern beizubringen, wie wertvoll der Wald ist. \u00abEinige Familien, die begonnen haben, Vieh zu halten, bereuen es schon\u00bb, sagt sie. Sie h\u00e4tten die Kosten f\u00fcr den Weided\u00fcnger, f\u00fcr Futtermittel, Impfungen und so weiter nicht einkalkuliert. \u00abDie Ersten, die umdenken, sind die Frauen. Die M\u00e4nner brauchen etwas l\u00e4nger. Aber sp\u00e4testens, wenn das Wasser knapp wird und die B\u00f6den ausgelaugt sind, merken sie, dass etwas nicht stimmt. Man muss sich die Natur zum Verb\u00fcndeten machen, wenn man in Amazonien \u00fcberleben will.\u00bb<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02690-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-88955\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02690-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02690-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02690-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02690-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02690-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220615-DSC02690-510x340.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Suena Nascimento begibt sich nach dem Arbeitstag im Reservat auf den Heimweg. \u00a9 Ian Cheibub<\/figcaption><\/figure>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220617-DSC03068-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-88961\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220617-DSC03068-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220617-DSC03068-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220617-DSC03068-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220617-DSC03068-1-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220617-DSC03068-1-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/20220617-DSC03068-1-510x340.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Es sind vor allem Frauen, die im Reservat arbeiten und das Umdenken vorantreiben wollen. \u00a9 Ian Cheibub<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Das ist nicht nur ein Spruch, das wei\u00df Francisco Alves. Der Landwirtschaftstechniker ber\u00e4t Bauern und B\u00e4uerinnen dabei, ihre H\u00f6fe umzustellen. Er ist der Experte f\u00fcr Extraktivismus in der Region. In seinem Haus am Stadtrand von Marab\u00e1 kocht der b\u00e4rtige 45-J\u00e4hrige einige Tage sp\u00e4ter Reis, Bohnen und Inhame, eine Knollenfrucht. Er sagt, dass die Waldwirtschaft tats\u00e4chlich eine Alternative zur Viehwirtschaft und den Monokulturen sein k\u00f6nne. Man verdiene mit einem Hektar A\u00e7ai das Zehnfache eines Hektars Soja.<\/p>\n\n<p>Das Problem sei h\u00e4ufig die Zeit. \u00abEine neu gepflanzte Kastanie braucht zw\u00f6lf bis 15 Jahre, bis sie die ersten Paran\u00fcsse abwirft. So weit denken die meisten Bauern und B\u00e4uerinnen nicht.\u00bb Wenn ein Landwirt trotzdem seinen Viehhof umstellen m\u00f6chte, r\u00e4t Alves zun\u00e4chst zum Anbau von Salat, Gem\u00fcse, Maniok und Bananen. Man habe dann schon nach wenigen Monaten ein erstes Einkommen.<\/p>\n\n<p>Auch Alves hat beobachtet, dass vor allem die Frauen anders denken. \u00abSie sind sensibler\u00bb, glaubt er. Dennoch gibt er zu, erscheine ihm der Kampf oft aussichtslos. \u00abSelbst meine Nachbarn fragen mich, warum ich mir nicht Vieh anschaffe. Es herrscht ein sozialer Druck, der unter Bolsonaro noch gewachsen ist. Wer den Wald erh\u00e4lt, gilt als Querulant:in.\u00bb<\/p>\n\n<p>Hoffnung sch\u00f6pft Alves, weil es \u00fcberall ein oder zwei Familien gebe, die sich weigerten, dem Trend zu folgen. Alves nennt sie \u00abInseln des Erfolgs\u00bb. Es seien Leute, die verstanden h\u00e4tten, dass es in Amazonien nur mit der Natur gehe, nicht gegen sie.<\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n<p><strong>Philipp Lichterbeck<\/strong>, Jahrgang 1972, lebt seit 2012 in Rio de Janeiro. Der freie Korrespondent und Reporter berichtet f\u00fcr deutsche, schweizerische und \u00f6sterreichische Medien \u00fcber Brasilien und den Rest Lateinamerikas. 2013 erschien sein Buch \u00abDas verlorene Paradies. Eine Reise durch Haiti und die Dominikanische Republik\u00bb.<\/p>\n\n<p><strong>Ian Cheibub<\/strong>\u00a0(geb. 1999) ist ein visueller Geschichtenerz\u00e4hler, der in Rio de Janeiro lebt und an der Universidade Federal Fluminense studiert. Er arbeitet zudem als Fotograf f\u00fcr Reuters und berichtet f\u00fcr andere Medien \u00fcber Geschichten in Brasilien. In seiner Arbeit versucht er zu verstehen, welche Mechanismen die Menschen aus dem Globalen S\u00fcden entwickeln, um zu \u00fcberleben.<\/p>\n\t\t\t<section\n\t\t\tclass=\"boxout  \"\n\t\t\t\n\t\t>\n\t\t\t<a\n\t\t\t\tdata-ga-category=\"Take Action Boxout\"\n\t\t\t\tdata-ga-action=\"Image\"\n\t\t\t\tdata-ga-label=\"n\/a\"\n\t\t\t\tclass=\"cover-card-overlay\"\n\t\t\t\thref=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/unsere-waelder-brennen\/\" \n\t\t\t><\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<img\n\t\t\t\t\t\tsrc=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/ec65b198-gp1su5jb_-1024x576.jpg\"\n\t\t\t\t\t\tsrcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/ec65b198-gp1su5jb_-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/ec65b198-gp1su5jb_-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/ec65b198-gp1su5jb_-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/ec65b198-gp1su5jb_-510x287.jpg 510w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/08\/ec65b198-gp1su5jb_.jpg 1200w\"\n\t\t\t\t\t\tsizes=\"(min-width: 1000px) 358px, (min-width: 780px) 313px, 88px\"\n\t\t\t\t\t\talt=\"\" title=\"\"\n\t\t\t\t\/>\n            \t\t\t<div class=\"boxout-content\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a\n\t\t\t\t\t\tclass=\"boxout-heading medium\"\n\t\t\t\t\t\tdata-ga-category=\"Take Action Boxout\"\n\t\t\t\t\t\tdata-ga-action=\"Title\"\n\t\t\t\t\t\tdata-ga-label=\"n\/a\"\n\t\t\t\t\t\thref=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/unsere-waelder-brennen\/\"\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t>\n\t\t\t\t\t\tUnsere W\u00e4lder brennen\n\t\t\t\t\t<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p class=\"boxout-excerpt\">Jede Spende im Kampf gegen die Flammen z\u00e4hlt. Unterst\u00fctze jetzt die L\u00f6schteams!<\/p>\n\t\t\t\t                                    <a\n                        class=\"btn btn-primary\"\n                        data-ga-category=\"Take Action Boxout\"\n                        data-ga-action=\"Call to Action\"\n                        data-ga-label=\"n\/a\"\n                        href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/unsere-waelder-brennen\/\"\n                        \n                    >\n                        Spenden\n                    <\/a>\n                \t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/section>\n\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter Jair Bolsonaro erreicht die Abholzung in Brasilien neue Rekordwerte. Im Norden des Landes widersetzt sich eine Gruppe von mehrheitlich Frauen dem Viehzuchtstrend und lebt vom Sammeln der Fr\u00fcchte, die der Wald bietet. 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