{"id":89641,"date":"2022-09-09T18:39:00","date_gmt":"2022-09-09T16:39:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=89641"},"modified":"2022-09-10T13:50:34","modified_gmt":"2022-09-10T11:50:34","slug":"kahlschlag-beim-naturschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/89641\/kahlschlag-beim-naturschutz\/","title":{"rendered":"Energiegesetz: Umweltverb\u00e4nde warnen vor Kahlschlag beim Naturschutz"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Angesichts des heute publik gewordenen Gesetzesentwurfs der UREK-S rufen Pro Natura, BirdLife, Greenpeace Schweiz, und WWF rufen zur Vernunft auf. Bew\u00e4hrte Naturschutzgesetze unter dem Vorwand der Versorgungssicherheit radikal \u00fcber den Haufen zu werfen, ist fatal. Der Schaden an der Natur st\u00fcnde in keinem Verh\u00e4ltnis zum Nutzen f\u00fcr die Energiegewinnung.<\/strong><\/p>\n\n<p>Die Revision des Energie- und Stromversorgungsgesetzes ist \u00fcberf\u00e4llig, nachdem das Volk bereits 2017 die Energiestrategie und den ersten Schritt zu deren Umsetzung beschlossen hat. Die Umweltverb\u00e4nde wollen eine Vorlage, welche die Energiewende rasch voranbringt. Die UREK-S legt nun aber einen unausgegorenen Vorschlag vor. Nebst guten Elementen setzt dieser v\u00f6llig verantwortungslos auf einen Kahlschlag bei der Natur:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Kommission will das Umweltrecht einseitig der Energieproduktion unterordnen. Aber Klimawandel und Biodiversit\u00e4tskrise d\u00fcrfen nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern verlangen nach gemeinsamen L\u00f6sungen.<\/li><li>Sie will den Schutz der Biotope von nationaler Bedeutung aus dem Energiegesetz streichen und damit die allerwertvollsten Schutzgebiete der Schweiz f\u00fcr den Bau von Energieanlagen opfern. Das sind etwa das Maderanertal, das Val Roseg oder die Greina. Notabene Gebiete, welche gerade mal 2% der Landesfl\u00e4che ausmachen, jedoch einen Drittel aller in der Schweiz bedrohten Tierarten beherbergen \u2013 ein weiterer Angriff auf die heute schon massiv gebeutelte Artenvielfalt.<\/li><li>Sie will Teile des Gew\u00e4sserschutzgesetzes ausser Kraft setzen, insbesondere zu Restwassermengen. Und dies obschon unsere Fl\u00fcsse und B\u00e4che durch die Klimaerhitzung bereits heute unter Trockenheit leiden. Statt unsere Gew\u00e4sser fit zu machen, um die Folgen der Klimakrise und das Artensterben im und am Wasser anzugehen, soll unseren Gew\u00e4ssern das dringend ben\u00f6tigte Restwasser verweigert werden.<\/li><li>Sie will bei Eingriffen in die wichtigsten Landschaftsschutzgebieten die Pflicht zu Schutz-, Wiederherstellungs-, Ersatz- oder Ausgleichsmassnahmen streichen. Konkret hiesse das, dass in weniger wertvollen Landschaften weiterhin Massnahmen durchgef\u00fchrt werden m\u00fcssen, nicht aber in den f\u00fcr die Natur allerwertvollsten Gebieten. Das ist v\u00f6llig paradox.<\/li><\/ul>\n\n<p>\ufeff<br>Kurzfristig werden durch diese extremen Massnahmen nur wenige Kilowattstunden Strom produziert. Und langfristig sind sie nicht matchentscheidend f\u00fcr eine sichere Energieversorgung. Der irreversible Schaden an den Gew\u00e4ssern, an der Biodiversit\u00e4t und damit an unseren Lebensgrundlagen, ist hingegen gewiss. Er steht in keinem Verh\u00e4ltnis zum Nutzen f\u00fcr die Energieversorgung.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">So gelingt eine sichere Energieversorgung<\/h3>\n\n<p><br>Die Umweltallianz hat mit ihrer Publikation \u201c<a href=\"https:\/\/energiewende2035.umweltallianz.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">sichere Stromversorgung 2035<\/a>\u201d aufgezeigt, wie die Energiewende naturvertr\u00e4glich gelingt:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Auf Geb\u00e4uden, an Fassaden sowie auf bestehenden Infrastrukturen besteht ein Solarpotenzial von 82 TWh pro Jahr.<\/li><li>F\u00fcr eine sichere Winterversorgung braucht es einen Ausbau der Photovoltaik mit hohem Winterertrag und einen optimalen Abgleich zwischen der Wasserkraft (Wasserkraftreserve) und den anderen erneuerbaren Energien. Auch die 15 Projekte des Runden Tisches Wasserkraft und die dazugeh\u00f6rigen \u00f6kologischen Verbesserungen sollen gem\u00e4ss den gemeinsamen Empfehlungen von Kantonen, Branche und Umweltorganisationen vorangetrieben werden. Zu den Vereinbarungen, die am Runden Tisch getroffen wurden, geh\u00f6rt aber auch das Bekenntnis zu den geltenden Schutzbestimmungen und zu austarierten L\u00f6sungen. Diese Einigung darf jetzt nicht hintergangen werden.<\/li><li>Um Zielkonflikte zwischen dem Erhalt der Natur und der Nutzung gut zu l\u00f6sen, bringt eine vorausschauende Planung und effizientere Abl\u00e4ufe L\u00f6sungen, die zielf\u00fchrend und rasch umgesetzt werden k\u00f6nnen.<\/li><li>Ein radikaler Abbau von \u00fcber viele Jahre bew\u00e4hrten Umwelt- und Naturschutzgesetzen n\u00fctzt niemandem und bedroht unsere Lebensgrundlagen. Die Umweltverb\u00e4nde rufen den St\u00e4nderat auf, diese untauglichen Vorschl\u00e4ge der Kommission zu korrigieren. Vern\u00fcnftige L\u00f6sungen in Form von Minderheitsantr\u00e4gen liegen auf dem Tisch. Die Kleine Kammer, die &#8211; hoffentlich nicht zu unrecht &#8211; auch den Namen \u201cChambre de r\u00e9fl\u00e9xion\u201d tr\u00e4gt, muss diesen jetzt zum Erfolg verhelfen.<\/li><\/ul>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakt:<\/h3>\n\n<p>Pro Natura: Dr. Urs Leugger-Eggimann, Gesch\u00e4ftsleiter Pro Natura, urs.leugger@pronatura.ch, Tel. 079 509 35 49<br>WWF Schweiz: Jonas Schmid, Mediensprecher Biodiversit\u00e4t, jonas.schmid@wwf.ch, 079 241 60 57<br>Birdlife: Raffael Ay\u00e9, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, raffael.aye@birdlife.ch 076 308 66 84<br>Greenpeace Schweiz: Georg Klingler, georg.klingler@greenpeace.org, 079 785 07 38<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angesichts des heute publik gewordenen Gesetzesentwurfs der UREK-S rufen Pro Natura, BirdLife, Greenpeace Schweiz, und WWF rufen zur Vernunft auf. 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