{"id":90478,"date":"2022-10-07T14:37:39","date_gmt":"2022-10-07T12:37:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=90478"},"modified":"2022-10-12T17:52:18","modified_gmt":"2022-10-12T15:52:18","slug":"solarsprint-ein-huerdenlauf-im-rueckblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/90478\/solarsprint-ein-huerdenlauf-im-rueckblick\/","title":{"rendered":"#SolarSprint: Ein H\u00fcrdenlauf im R\u00fcckblick"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Klimaschutz und Versorgungssicherheit in der Schweiz<\/strong><\/h2>\n\n<p>Die parlamentarische Sitzung in diesem Herbst hat eine historische Dimension erreicht. Die Ziele, die sich die Parlamentarier:innen in Bezug auf die Energiewende und die Klimapolitik gesetzt haben, waren noch nie so ehrgeizig. Dennoch ist es schwierig, diese Errungenschaften zu feiern, da sie mit drastischen Einschnitten in der Umweltschutzgesetzgebung und einem von der \u00d6llobby unterst\u00fctzten Referendum einhergehen. Es gibt noch viele K\u00e4mpfe zu f\u00fchren, damit die Schweiz ihre Klimaziele erf\u00fcllt. Doch wir bleiben konsequent dran, die Energiewende ohne eine verst\u00e4rkte Gef\u00e4hrdung der Biodiversit\u00e4t zum Erfolg zu f\u00fchren. Gerade deshalb wollen wir im Folgenden auf die letzten Monate zur\u00fcckblicken, die von entscheidender Bedeutung waren:<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"432\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/10\/b9d12bc5-solarsprint-hu\u0308rdenlauf-1024x432.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-90485\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/10\/b9d12bc5-solarsprint-hu\u0308rdenlauf-1024x432.png 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/10\/b9d12bc5-solarsprint-hu\u0308rdenlauf-300x127.png 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/10\/b9d12bc5-solarsprint-hu\u0308rdenlauf-768x324.png 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/10\/b9d12bc5-solarsprint-hu\u0308rdenlauf-1536x648.png 1536w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/10\/b9d12bc5-solarsprint-hu\u0308rdenlauf-2048x864.png 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/10\/b9d12bc5-solarsprint-hu\u0308rdenlauf-510x215.png 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Obwohl unsere Forderungen endlich Geh\u00f6r finden: Gemischte Gef\u00fchle im Greenpeace B\u00fcro\n<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Am 25. Januar 2022 ver\u00f6ffentlichte Greenpeace ein umfassendes Energieszenario f\u00fcr die Schweiz. Anhand eines Modells mit 15-Minuten genauer Simulierung von Angebot und Nachfrage zeigten die von uns mandatierten Expert:innen auf, wie Klimaschutz und Versorgungssicherheit in der Schweiz erreicht werden kann &#8211; ohne dabei die Biodiversit\u00e4t weiter zu gef\u00e4hrden. Das Fazit: Wir k\u00f6nnen (und m\u00fcssen!) die Treibhausgasemissionen der Energieversorgung bis 2035 auf netto null absenken, um eine Begrenzung der Klimaerhitzung auf 1.5\u00b0C doch noch zu realisieren.<\/p>\n\n<p>Es ist nicht das erste Mal, dass wir diese \u00dcbung durchf\u00fchren: Bereits 2013 ver\u00f6ffentlichte Greenpeace Schweiz ein Gesamtenergieszenario. Es ging also darum, unsere Analysen an die Ver\u00e4nderungen im Energiesektor, die neuen Erkenntnisse der Klimawissenschaft und die technologischen Entwicklungen der vergangenen neun Jahre anzupassen. Beide Szenarien haben eine wichtige Gemeinsamkeit: Sowohl im Jahr 2013 als auch im Jahr 2022 spielt die Solarenergie eine ausserordentlich wichtige Rolle f\u00fcr den Klimaschutz wie auch f\u00fcr die Versorgungssicherheit. Energiesparen, Energieeffizienz und der Ausbau der Solarenergie auf den bestehenden Infrastrukturen sind dabei zentrale Faktoren beim notwendigen Umbau hin zur Unabh\u00e4ngigkeit von fossilen Energien und Nuklearbrennstoffen. Auch Wind und Biomasse sowie die Solarthermie m\u00fcssen verst\u00e4rkt genutzt werden.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wiederbelebung der Klimapolitik<\/strong><\/h2>\n\n<p>Als wir unser Energieszenario im Januar dieses Jahres ver\u00f6ffentlichten, waren etwas mehr als sieben Monate vergangen, seit das CO2-Gesetz in der Volksabstimmung am 13. Juni 2021 gescheitert war. Am 18. Juni 2021 ver\u00f6ffentlichte der Bundesrat seine Botschaft zur Revision des Energiegesetzes und des Stromversorgungsgesetzes. Die beiden Gesetze werden im &#171;Bundesgesetz \u00fcber eine sichere Stromversorgung aus erneuerbaren Energien&#187; zusammengefasst und nun in der Herbstsession 2022 beraten. Der Bundesrat legte damals in seiner Botschaft das Ziel f\u00fcr den Ausbau der neuen erneuerbaren Energieerzeugung auf 17 TWh\/Jahr bis 2035 fest. Auch die Gletscherinitiative &#8211; die von Greenpeace mit aufgebaut wurde &#8211; sorgt daf\u00fcr, dass es beim Klimaschutz weitergeht.<\/p>\n\n<p>Unser Energieszenario zeigte klar, dass die vom Bundesrat vorgesehenen Ziele viel zu niedrig sind. Damit k\u00f6nnen weder die Klimaschutzziele noch eine sichere und unabh\u00e4ngige Versorgung erreicht werden, darum forderten wir den St\u00e4nderat auf, die erneuerbaren Energien bis 2035 auf 38 TWh\/Jahr zu erh\u00f6hen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n<p>Weil die Solarenergie f\u00fcr die Erreichung des von uns geforderten Umbau des Energiesystems essentiell ist &#8211; bis 2035 sollten 30 TWh\/a der geforderten 38 TWh\/a von der Sonne stammen &#8211; starteten wir im Januar unsere Kampagne f\u00fcr den &#171;Solar-Sprint&#187;. Die Petition mit diesen Forderungen, z\u00e4hlte bis zur Einreichung zum Beginn der Herbstsession 20\u2019000 Unterschriften. Bei der Lancierung dieser Kampagne war uns klar, dass es ein harter Kampf werden w\u00fcrde. Im Schweizer Parlament war eine schnellere Energiewende mit forciertem Ausbau der Photovoltaik bisher nicht Mehrheitsf\u00e4hig. Lieber wurde um die Nutzung der letzten noch intakten Wasserressourcen gestritten. Auch in der \u00d6ffentlichkeit begegnete uns Skepsis: Einige Journalisten, die \u00fcber die Ver\u00f6ffentlichung unseres Energieszenarios berichten, fragen sich, ob unsere Forderungen realistisch seien.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Parallel dazu kam die Gletscherinitiative in die parlamentarische Phase: Sie sollte daf\u00fcr sorgen, dass der komplette Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energien endlich in der Schweiz ankommt.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00d6l und Gas: der Motor der russischen Aggression<\/strong><\/h2>\n\n<p>Das Ereignis, das die Meinungen zugunsten der erneuerbaren Energien kippen wird, findet weniger als einen Monat nach dem Start unserer Kampagne statt. Am 24. Februar beginnt die von Wladimir Putin angeordnete Invasion der Ukraine. Zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahrzehnten bricht ein Krieg auf europ\u00e4ischem Territorium aus. Den L\u00e4ndern der Europ\u00e4ischen Union und der Schweiz wird schnell klar, dass dieser Krieg Konsequenzen f\u00fcr die Energieversorgung haben wird. Die Schweiz ist, wie die meisten ihrer Nachbarn, in Bezug auf ihre Energieversorgung von Russland abh\u00e4ngig: 47% des in die Schweiz importierten Gases stammt aus Russland und drei der vier in Betrieb befindlichen Schweizer Atomreaktoren werden noch mit russischem Uran betrieben. Das Geld, mit dem die Granaten bezahlt werden, die ukrainische St\u00e4dte und Landstriche zerst\u00f6ren, stammt gr\u00f6sstenteils aus Russlands \u00d6l- und Gasexporten.<\/p>\n\n<p>Die Schweiz, die Russland f\u00fcr Energieimporte t\u00e4glich mehrere Millionen zahlte, wurde pl\u00f6tzlich aufger\u00fcttelt: Eine Politik, welche auf billige fossile Energietr\u00e4ger setzt, dadurch die bitter n\u00f6tige ambitionierte Klimapolitik blockiert und einen schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien verhindert, scheint nun nicht mehr tragbar. W\u00e4hrend der ersten Kriegsmonate und bis August explodierten die Gaspreise und liessen die europ\u00e4ische und die Schweizer Wirtschaft das Schlimmste bef\u00fcrchten. F\u00fcr uns ist klar, dass der Ausbau der Solarenergie und die Beschleunigung der Energiewende nicht nur gut f\u00fcr das Klima sind, sondern auch unsere Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Energieimporten \u00fcberwinden und den Frieden f\u00f6rdern k\u00f6nnen. Daran erinnerten Greenpeace-Aktivist:innen im Juni die politischen Entscheidungstr\u00e4ger:innen mit einem riesigen Sonnenbild und der Friedenstaube auf dem Bundesplatz in Bern.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/06\/41b90ee3-gp1sxfpw_medium_res_with_credit_line-1-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-86771\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/06\/41b90ee3-gp1sxfpw_medium_res_with_credit_line-1-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/06\/41b90ee3-gp1sxfpw_medium_res_with_credit_line-1-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/06\/41b90ee3-gp1sxfpw_medium_res_with_credit_line-1-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/06\/41b90ee3-gp1sxfpw_medium_res_with_credit_line-1-510x287.jpg 510w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/06\/41b90ee3-gp1sxfpw_medium_res_with_credit_line-1.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Solar4Peace, Juni 2022<\/figcaption><\/figure>\n\n<p><\/p>\n\n<p>Da auch die Solarenergie Sch\u00e4den verursacht, zeigen wir in einem <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/85215\/zahlen-und-fakten-zur-photovoltaik\/\" target=\"_blank\">detaillierten Themenschwerpunkt <\/a>auf, warum sie dennoch die bessere L\u00f6sung ist und was wir tun sollten, um die Sch\u00e4den zu verringern. Auch diese Informationen schicken wir an den St\u00e4nderat.\u00a0<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Atomkraft wird das Klima nicht retten<\/strong><\/h2>\n\n<p>Eine weitere Krise verst\u00e4rkt die Sorgen um das Schweizer Energiesystem: In Frankreich bricht die Produktion zusammen &#8211; Anfang September dieses Jahres waren 32 der 56 in Betrieb befindlichen franz\u00f6sischen Atomreaktoren abgeschaltet. W\u00e4hrend einige Reaktoren f\u00fcr lange geplante Wartungsarbeiten abgeschaltet wurden, werden andere nach der Entdeckung von Korrosionsproblemen an den K\u00fchlsystemen heruntergefahren. Auch der enorme Hitzesommer mit \u00fcberhitzten und teilweise v\u00f6llig ausgetrockneten Fl\u00fcssen macht den Atomkraftwerken mit Wasserk\u00fchlung zu schaffen.<\/p>\n\n<p>Von einem Tag auf den anderen explodieren die Strompreise sowohl f\u00fcr die Wirtschaft als auch f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung. Die Schweiz, die in den Wintermonaten auf Stromimporte angewiesen ist, bereitet sich auf eine m\u00f6gliche Strommangellage vor. Trotz des desolaten Leistungsausweises der Atomenergie forderte Mitte Juni eine von SVP-St\u00e4nderat Hansj\u00f6rg Knecht eingereichte Motion, das Verbot des Baus neuer Atomreaktoren r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen. Sie wird von der kleinen Kammer abgelehnt. Angesichts der falschen Hoffnungen und Versprechungen, die immer wieder von der Atomlobby verbreitet werden, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/03\/430e37d8-atomkraft-wird-das-klima-nicht-retten.pdf\" target=\"_blank\">ver\u00f6ffentlichen wir auch einen Schwerpunkt zum Thema Atomenergie<\/a>, in dem wir aufzeigen, dass diese nichts zur L\u00f6sung der Probleme beitragen kann.&nbsp;<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/10\/171e2fa0-export-drone_0025-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-90481\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/10\/171e2fa0-export-drone_0025-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/10\/171e2fa0-export-drone_0025-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/10\/171e2fa0-export-drone_0025-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/10\/171e2fa0-export-drone_0025-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/10\/171e2fa0-export-drone_0025-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/10\/171e2fa0-export-drone_0025-1822x1366.jpg 1822w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/10\/171e2fa0-export-drone_0025-453x340.jpg 453w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Die Regionalgruppe Basel protestiert vor dem Atomkraftwerk in Beznau, September 2022<\/figcaption><\/figure>\n\n<p><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gemeinsame Position f\u00fcr Klima- und Biodiversit\u00e4tsschutz<\/strong><\/h2>\n\n<p>Ende Juni ver\u00f6ffentlichen die Organisationen der Umweltallianz &#8211; Greenpeace Schweiz, WWF Schweiz, Pro Natura und der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) mit den befreundeten Organisationen Birdlife Schweiz und der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES) ein gemeinsames Energieszenario f\u00fcr die Schweiz. Dieses baut auf dem mittleren Szenario von Greenpeace auf und verst\u00e4rkt nochmals die wichtige Botschaft, dass die Klimakrise sowie auch die Biodiversit\u00e4tskrise gemeinsam gel\u00f6st werden m\u00fcssen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n<p>Ebenfalls im Juni, w\u00e4hrend der parlamentarischen Sommersession, einigte sich der Nationalrat auf einen indirekten Gegenvorschlag zur Gletscherinitiative, der ehrgeizig genug ist, um einen bedingten R\u00fcckzug zu erm\u00f6glichen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Nach der parlamentarischen Sommersession richten sich alle Blicke auf die UREK-S. Mehr als ein Jahr nach der Botschaft des Bundesrates k\u00f6nnen sich die Kommissionsmitglieder immer noch nicht auf eine Richtung f\u00fcr das &#171;Bundesgesetz \u00fcber eine sichere Stromversorgung aus erneuerbaren Energien&#187; einigen. Die Kommission verpflichtet sich, ihre Schlussfolgerungen im Sommer vorzulegen, damit der St\u00e4nderat endlich im Plenum entscheiden kann. Die Kommission hat somit mehrere Sitzungen in den Monaten Juli und August eines ganz besonderen Sommers anberaumt. In diesen beiden Monaten werden D\u00fcrre, Br\u00e4nde und Hitzewellen alle europ\u00e4ischen L\u00e4nder und einen Grossteil der n\u00f6rdlichen Hemisph\u00e4re stark in Mitleidenschaft ziehen. Die \u00d6ffentlichkeit bekommt zum ersten Mal ein Gef\u00fchl daf\u00fcr, welche Folgen eine Klimaver\u00e4nderung haben k\u00f6nnte, und erkennt, dass der Sommer 2022 wahrscheinlich einer der k\u00fchlsten aller kommenden Sommer sein wird.\u00a0<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Herbstsession: Zwei Schritte vor, einen zur\u00fcck<\/strong><\/h2>\n\n<p>Zwischen der Ver\u00f6ffentlichung unseres Energieszenarios und dem Beginn der Herbstsession des Parlaments haben sich die Welt und die \u00f6ffentliche Meinung stark ver\u00e4ndert. Um noch einmal gut sichtbar zu zeigen, dass die Stunde der Solarenergie geschlagen hat, erinnern wir mit Zeitungsinseraten, die durch 4.500 Personen finanziert und von zahlreichen Pers\u00f6nlichkeiten des \u00f6ffentlichen Lebens unterst\u00fctzt wurden, daran, wie wichtig es ist, die Energiewende endlich voranzutreiben. Zeitgleich \u00fcbergeben wir die Petition f\u00fcr den Solar-Sprint mit 20\u2019000 Unterst\u00fctzer:innen an das Schweizer Parlament &#8211; und appellieren abermals an die Verantwortung der Parlamentarier:innen.<\/p>\n\n<p>Drei Wochen nach der \u00dcbergabe unserer Petition f\u00fcr den Solar-Sprint wurden in der Herbstsession des Parlaments viele wichtige Entscheidungen getroffen. Einige davon waren sehr erfreulich: Das Produktionsziel f\u00fcr neue erneuerbare Energien wurde bis 2035 auf 35 TWh\/Jahr festgelegt (wir hatten 38 TWh\/Jahr gefordert). Ebenso wurden gute Ziele f\u00fcr die Reduktion des Energieverbrauchs pro Person festgelegt und Massnahmen beschlossen, die es m\u00f6glich machen, dass die Ziele auch tats\u00e4chlich erreicht werden. Zudem wird mit dem indirekten Gegenentwurf zur Gletscherinitiative das netto null Ziel im Gesetz verankert, die F\u00f6rderung weiterer Innovationen beschlossen und ein Sonderprogramm f\u00fcr den Ersatz fossiler Heizungen gesprochen. Letzteres ist nunmehr ehrgeizig genug f\u00fcr einen bedingten R\u00fcckzug des Textes. Doch nun gilt es ein D\u00e9j\u00e0-vu zu verhindern, denn die SVP hat bereits angek\u00fcndigt, dass sie das \u201cBundesgesetz \u00fcber die Ziele im Klimaschutz, die Innovation und die St\u00e4rkung der Energiesicherheit\u201d mit einem Referendum bek\u00e4mpfen wird.<\/p>\n\n<p>Neben dem Mantelerlass f\u00fcr die sichere Versorgung mit erneuerbaren Energien, dem indirekten Gegenentwurf zur Gletscherinitiaitive, hat das Parlament noch ein weiteres St\u00fcck geliefert: das \u201eF\u00f6rdermittel\u201c sieht eine Solarpflicht bei Neubauten mit \u00fcber 300 m<sup>2<\/sup> Dachfl\u00e4chen vor (30% der Neubauten), es soll den Ausbau der Photovoltaik in den Alpen beschleunigen und erw\u00e4hnt ganz konkret die Erh\u00f6hung der Staumauer am Grimsel.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Damit kommen wir zu den R\u00fcckw\u00e4rtsschritten. Es ist nicht nur aus Sicht der Gewaltentrennung falsch, in einem Gesetz konkrete Projekte zu erw\u00e4hnen, das Gesetz ist insbesondere auch bez\u00fcglich Naturschutz und Raumplanung sehr problematisch. Der Verzicht auf die bew\u00e4hrte Planungspflicht und die grunds\u00e4tzliche \u00c4nderung der Interessenabw\u00e4gung zu Lasten des Naturschutzes sind rechtsstaatlich fragw\u00fcrdig und d\u00fcrfen sich nicht wiederholen. Zumindest wird das Gesetz zeitlich terminiert, die so produzierte Energie auf maximal 2 TWh\/a beschr\u00e4nkt und es wird festgelegt, dass nach erfolgter Produktion ein vollst\u00e4ndiger R\u00fcckbau mit Wiederherstellung des Ursprungszustandes erfolgen muss. Unser Fazit: Das Gesetz kann tats\u00e4chlich helfen, uns unabh\u00e4ngiger von fossilen Energien und Importen zu machen. Und da Biotope von nationaler Bedeutung von der Nutzung ausgenommen wurden, akzeptieren wir das Gesetz.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die Festlegung eines grunds\u00e4tzlichen Vorrangs der Interessen erneuerbarer Energien vor dem Naturschutz ist unklug, denn wir brauchen eine intakte Biodiversit\u00e4t, um gut leben zu k\u00f6nnen. In der weiteren Beratung zum Mantelerlass f\u00fcr eine sichere Versorgung mit erneuerbaren Energien, muss deshalb daf\u00fcr gesorgt werden, dass insbesondere Biotope von nationaler Bedeutung gesch\u00fctzt bleiben. Die Umweltorganisationen haben w\u00e4hrend der Herbstsession mehrmals darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, die Klimafrage und die Frage der Biodiversit\u00e4t gemeinsam zu betrachten. Sie werden sich weiterhin gemeinsam f\u00fcr eine Energiewende einsetzen, die im Einklang mit der Natur und den Menschen vollzogen wird.<\/p>\n\t\t\t<section\n\t\t\tclass=\"boxout  \"\n\t\t\t\n\t\t>\n\t\t\t<a\n\t\t\t\tdata-ga-category=\"Take Action Boxout\"\n\t\t\t\tdata-ga-action=\"Image\"\n\t\t\t\tdata-ga-label=\"n\/a\"\n\t\t\t\tclass=\"cover-card-overlay\"\n\t\t\t\thref=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/handeln\/spenden\/mitglied-werden\/\" \n\t\t\t><\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<img\n\t\t\t\t\t\tsrc=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/03\/70fb908f-gp1swztx_medium_res-1024x678.jpg\"\n\t\t\t\t\t\tsrcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/03\/70fb908f-gp1swztx_medium_res-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/03\/70fb908f-gp1swztx_medium_res-1024x678.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/03\/70fb908f-gp1swztx_medium_res-768x509.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/03\/70fb908f-gp1swztx_medium_res-510x338.jpg 510w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/03\/70fb908f-gp1swztx_medium_res.jpg 1200w\"\n\t\t\t\t\t\tsizes=\"(min-width: 1000px) 358px, (min-width: 780px) 313px, 88px\"\n\t\t\t\t\t\talt=\"\" title=\"\"\n\t\t\t\t\/>\n            \t\t\t<div class=\"boxout-content\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a\n\t\t\t\t\t\tclass=\"boxout-heading medium\"\n\t\t\t\t\t\tdata-ga-category=\"Take Action Boxout\"\n\t\t\t\t\t\tdata-ga-action=\"Title\"\n\t\t\t\t\t\tdata-ga-label=\"n\/a\"\n\t\t\t\t\t\thref=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/handeln\/spenden\/mitglied-werden\/\"\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t>\n\t\t\t\t\t\tWerde Mitglied von Greenpeace\n\t\t\t\t\t<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p class=\"boxout-excerpt\">Hat dir diese Kampagne gefallen? 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Die Schweiz setzt sich ambitionierte Ziele zum Solarausbau. Das Gesetz enth\u00e4lt jedoch auch problematische wie auch unn\u00f6tige H\u00fcrden in Bezug auf Naturschutz und Raumplanung. Wir berichten umfassend \u00fcber die turbulenten Geschehnisse in der Energiepolitik dieses Jahres.<\/p>\n","protected":false},"author":112,"featured_media":89804,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/09\/be38f476-gp1szxoj_-1.jpg","p4_og_image_id":"89789","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[167,2],"tags":[42,50],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-90478","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-energy","category-klima","tag-energie","tag-klima","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90478","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/112"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=90478"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90478\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/89804"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=90478"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=90478"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=90478"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=90478"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=90478"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}