{"id":92704,"date":"2022-12-13T12:06:45","date_gmt":"2022-12-13T11:06:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=92704"},"modified":"2022-12-13T12:06:50","modified_gmt":"2022-12-13T11:06:50","slug":"trauerspiel-agrarpolitik-8-jahre-stillstand-statt-wandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/92704\/trauerspiel-agrarpolitik-8-jahre-stillstand-statt-wandel\/","title":{"rendered":"Trauerspiel Agrarpolitik: 8 Jahre Stillstand statt Wandel"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die heute vom St\u00e4nderat verabschiedete Agrarpolitik wird den dr\u00e4ngenden Herausforderungen bei Klima und Biodiversit\u00e4t in keiner Art und Weise gerecht.<\/strong><\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Der St\u00e4nderat streicht Massnahmen zur Biodiversit\u00e4t und verhindert solche beim Klimaschutz. So sollen f\u00fcr die Landwirtschaft keine verbindlichen CO2-Ziele gesetzlich verankert werden, wie dies bei allen anderen Sektoren der Fall ist.<\/li>\n\n\n\n<li>Der dringend ben\u00f6tigte Wandel im Ern\u00e4hrungssystem wird damit auf Eis gelegt. Die Kosten daf\u00fcr tragen die Umwelt und die kommenden Generationen.<\/li>\n\n\n\n<li>Fortschrittliche Bauern und B\u00e4uerinnen sowie Konsument:innen werden durch diesen Entscheid im Stich gelassen.<\/li>\n<\/ul>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zitate:<\/h2>\n\n<p><strong>Eva Wyss, Landwirtschaftsverantwortliche WWF Schweiz:<\/strong><\/p>\n\n<p><em>\u00abDie Land- und Ern\u00e4hrungswirtschaft muss Support erhalten, damit sie die Treibhausgase reduzieren\u00a0 kann. Dies verweigert ihr aber Politik und Verwaltung.\u00bb<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Patrik Peyer, Projektleiter Landwirtschaft, BirdLife Schweiz:<\/strong><\/p>\n\n<p><em>\u00abDie Arten und Lebensr\u00e4ume des Kulturlandes sind weiterhin stark gef\u00e4hrdet, viele Arten drohen auszusterben. Dieser Biodiversit\u00e4tskrise m\u00fcssen wir uns entschlossen entgegenstellen. Daf\u00fcr vorgesehene Massnahmen und Anreize noch vor deren Einf\u00fchrung wieder abzuschw\u00e4chen oder gar zu streichen, ist deshalb der komplett falsche Weg.\u00bb<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Marcel Liner, Verantwortlicher Agrarpolitik, Pro Natura :<\/strong><\/p>\n\n<p><em>\u00abEs ist sehr schade, dass die Strukturverbesserungsmassnahmen in der AP22+ vom St\u00e4nderat nicht weiter behandelt wurden. Die Vorschl\u00e4ge des Bundesrates gehen in die richtige Richtung, l\u00f6sen aber die aktuellen Probleme bei weitem nicht.\u00bb\u00a0<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Alexandra Gavilano, Landwirtschaftsverantwortliche, Greenpeace:\u00a0<\/strong><\/p>\n\n<p><em>\u00abDie Politik muss endlich die Verantwortung wahrnehmen und die planetare Dringlichkeit ernst nehmen. Nur indem wir unser Ern\u00e4hrungssystems transformieren, hin zu einer standortangepassten Landwirtschaft und zu nachhaltigem Konsum k\u00f6nnen wir die Ern\u00e4hrungsgrundlagen zuk\u00fcnftig sichern und ein Zeichen f\u00fcr globale Ern\u00e4hrungsgerechtigkeit setzen.\u00bb<\/em><\/p>\n\n<p>Angesichts der Klima-, Biodiversit\u00e4ts- und Energiekrise muss die Schweiz ihr Landwirtschafts- und Ern\u00e4hrungssystem zwingend umgestalten. Nur so k\u00f6nnen die immensen Herausforderungen bew\u00e4ltigt und die Widerstandsf\u00e4higkeit des Systems erh\u00f6ht werden. Die Landwirtschaft ist bereits heute der von diesen Krisen am st\u00e4rksten betroffene Sektor. Denn die landwirtschaftliche Produktion ist abh\u00e4ngig von Best\u00e4ubern, fruchtbaren B\u00f6den, sauberem Wasser und einem stabilen Klima.<\/p>\n\n<p>Die aktuelle Agrarpolitik \u2013 die immer noch stark auf intensive Produktion und fl\u00e4chenbezogene statt zielorientierte, Beitr\u00e4ge ausgerichtet ist \u2013 ist nicht in der Lage, Bauern und B\u00e4uerinnen sowie Konsument:innen beim anstehenden Wandel zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n<p>Statt die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, hat der St\u00e4nderat heute mit Zustimmung des Bundesrates eine Version der neuen Agrarpolitik AP22+ verabschiedet, in der die meisten Umwelt- und Klimamassnahmen gestrichen wurden. So sind keine gesetzlich verankerten Klimaziele und -Massnahmen f\u00fcr die Land- und Ern\u00e4hrungswirtschaft vorgesehen, keine Versch\u00e4rfung bei der G\u00fclleausbringung, keine Verpflichtung, die Tragf\u00e4higkeit der \u00d6kosysteme zu respektieren, keine finanzielle Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Biodiversit\u00e4tsberatung.<\/p>\n\n<p>Diese Massnahmen hatte der Bundesrat urspr\u00fcnglich in der AP22+ vorgesehen. Die Dringlichkeit zum Handeln hat sich in der Zwischenzeit sogar noch versch\u00e4rft. Es ist v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich und inkoh\u00e4rent, diese Massnahmen nun zu streichen.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Nationalrat muss Vorlage verbessern<\/strong><\/h2>\n\n<p>Die n\u00e4chste Agrarpolitik ist f\u00fcr 2030 geplant. Es sollen also acht wertvolle Jahre verloren gehen. Acht Jahre, in denen weiterhin\u00a0<a href=\"https:\/\/eur03.safelinks.protection.outlook.com\/?url=https%3A%2F%2Fclick.mail.wwf.ch%2F%3Fqs%3Da362e32a4af0287cb554dec975e3bc1725866ce241b97a52378bc2dd4bc79da86a3efe12458b7395b0f64230ffaf052fc248e8ff3f2c8510&amp;data=05%7C01%7Cjonas.schmid%40wwf.ch%7C8b427a15861b4a93b52408dadcf584e6%7Ca5404017c3d345778b224b3762eb42df%7C0%7C0%7C638065244318711459%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJWIjoiMC4wLjAwMDAiLCJQIjoiV2luMzIiLCJBTiI6Ik1haWwiLCJXVCI6Mn0%3D%7C3000%7C%7C%7C&amp;sdata=Jk%2B4CDKehrM6O1H2DW7%2BxK2kM0vEMrw9vMsBJwhiGMs%3D&amp;reserved=0\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">biodiversit\u00e4tssch\u00e4dliche Subventionen<\/a>\u00a0ausbezahlt, keine Treibhausgasemissionen reduziert, Pestizide und Minerald\u00fcnger indirekt subventioniert und die Absatzf\u00f6rderung von Fleisch und anderen tierischen Produkten mit Steuergeldern bezahlt werden.<\/p>\n\n<p>Der heutige Entscheid wird den Herausforderungen nicht gerecht. Die Umweltverb\u00e4nde rufen den Nationalrat dazu auf, sich an die Arbeit zu machen und eine Agrarpolitik vorzuschlagen, welche die Resilienz und Anpassungsf\u00e4higkeit des Sektors st\u00e4rkt, Landwirte und Landwirtinnen sowie die Konsument:innen in ihrem Wandel unterst\u00fctzt und die eigentliche Grundlage der Lebensmittelproduktion \u2013 die Natur \u2013 sch\u00fctzt.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kontakte<\/strong><\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>WWF Schweiz: Eva Wyss, Projektleiterin Landwirtschaft<br>079 352 09 47,\u00a0<a href=\"mailto:eva.wyss@wwf.ch\">eva.wyss@wwf.ch<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Pro Natura: Marcel Liner, Verantwortlicher Agrarpolitik<br>061 317 92 40,\u00a0<a href=\"mailto:marcel.liner@pronatura.ch\">marcel.liner@pronatura.ch<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>BirdLife Schweiz:\u00a0Projektleiter Landwirtschaft<br>079 810 04 80,\u00a0<a href=\"mailto:patrik.peyer@birdlife.ch\">patrik.peyer@birdlife.ch<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Greenpeace: Alexandra\u00a0Gavilano, Expertin f\u00fcr nachhaltige Ern\u00e4hrungssysteme<br>044 447 41 38,\u00a0<a href=\"mailto:alexandra.gavilano@greenpeace.org\">alexandra.gavilano@greenpeace.org<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die heute vom St\u00e4nderat verabschiedete Agrarpolitik wird den dr\u00e4ngenden Herausforderungen bei Klima und Biodiversit\u00e4t in keiner Art und Weise gerecht.<\/p>\n","protected":false},"author":103,"featured_media":92707,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[163,1],"tags":[33,50,217],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-92704","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nature","category-unkategorisiert","tag-ernaehrung","tag-klima","tag-konsum","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92704","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/103"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=92704"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92704\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/92707"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=92704"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=92704"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=92704"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=92704"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=92704"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}