{"id":93521,"date":"2023-01-17T12:15:00","date_gmt":"2023-01-17T11:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=93521"},"modified":"2023-01-17T09:16:51","modified_gmt":"2023-01-17T08:16:51","slug":"wef-kleine-korrekturen-reichen-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/93521\/wef-kleine-korrekturen-reichen-nicht\/","title":{"rendered":"WEF: Kleine Korrekturen reichen nicht"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>F\u00fcr die Reichen und M\u00e4chtigen am WEF in Davos funktioniert unser Wirtschaftssystem pr\u00e4chtig. Doch vielerorts sind Menschen gezwungen, sich zwischen Essen und Heizen zu entscheiden. Es braucht einen grundlegenden Wandel.<\/strong><\/p>\n\n<p>Der j\u00fcngste Bericht der <a href=\"https:\/\/www.credit-suisse.com\/about-us\/en\/reports-research\/global-wealth-report.html\">Credit Suisse<\/a> \u00fcber weltweite Verm\u00f6gen hat ergeben, dass 2021 die Zahl der Menschen mit einem Verm\u00f6gen von \u00fcber 50 Millionen US-Dollar sprunghaft angestiegen ist. Aktuell geh\u00f6ren 218\u2019200 Menschen in diese Kategorie der \u00abUltra High Net Worth\u00bb. Das sind 46\u2019000 mehr als im Vorjahr.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die Reichsten der Welt sind reich und m\u00e4chtig, weil sie die gr\u00f6ssten Probleme unserer Zeit mitverursacht haben \u2013 nicht nur die hohe Inflation, sondern auch die wachsende Ungleichheit, die Energiekrise, die Klimakrise und die Krise des Gesundheitssystems. Was all diese Krisen miteinander verbindet, ist unser Wirtschaftssystem, das auf <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/international\/story\/53759\/imagine-economy-system-peace-nature\/\">Ungleichheit und Ausbeutung<\/a> des Planeten basiert. Kaum verwunderlich, liegt es nicht im Interesse der Profitgetriebenen, etwas am Status quo zu \u00e4ndern. Denn: Sie profitieren davon.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Kleine Korrekturen reichen nicht aus f\u00fcr eine gerechte und lebenswerte Zukunft f\u00fcr alle. Vor 50 Jahren wurde das Buch \u00ab<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/international\/story\/51868\/ecology-look-it-up-youre-involved\/\">Die Grenzen des Wachstums<\/a>\u00bb ver\u00f6ffentlicht. Die damalige Botschaft: Die vorhandenen Ressourcen sind zu knapp, um die Wirtschaftswachstumsraten \u00fcber das Jahr 2100 hinaus zu tragen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Heute wissen wir: Das gegenw\u00e4rtige System st\u00f6sst bereits jetzt an seine \u00f6kologischen Grenzen. Die Klimakrise und das Artensterben haben sich versch\u00e4rft. Die soziale und strukturelle Ungleichheit hat zugenommen. Doch das k\u00fcmmert die Reichen und M\u00e4chtigen am WEF nicht.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<lite-youtube style=\"background-image: url('https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/V3KLsspfjUM\/hqdefault.jpg');\" videoid=\"V3KLsspfjUM\" params=\"rel=0&#038;enablejsapi=1&#038;origin=https%3A%2F%2Fwww.greenpeace.ch&#038;cc_load_policy=1\"><\/lite-youtube>\n<\/div><figcaption class=\"wp-element-caption\">Greenpeace-Campaignerin Agnes Jezler kommentiert das Weltwirtschaftsforum<\/figcaption><\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Grund zur Hoffnung\u00a0<\/h2>\n\n<p>Die systemischen L\u00f6sungen f\u00fcr diese multiplen Krisen sind bekannt. Wir k\u00f6nnen den wirtschaftlichen und politischen Rahmen so gestalten, dass er den Menschen und der Natur dient, anstatt uns und unsere Lebensgrundlagen auszubeuten.<\/p>\n\n<p>Als ersten Schritt m\u00fcssen wir denjenigen den Mittelpunkt gew\u00e4hren, die am meisten von der Klimakrise betroffen sind \u2013 die Menschen, die am wenigsten dazu beigetragen haben. Das sind unter anderem die Stimmen indigener V\u00f6lker, von Minderheiten und von Frauen.<\/p>\n\n<p>Ein zweiter Schritt ist die Einf\u00fchrung einer <a href=\"https:\/\/www.fightinequality.org\/news\/taxing-worlds-richest-would-raise-us-252-trillion-year\">Reichensteuer<\/a>. Greenpeace unterst\u00fctzt die Forderung der Fight Inequality Alliance. Die Besteuerung von Reichtum findet inzwischen sogar bei Menschen Unterst\u00fctzung, die selbst tief ins Portemonnaie greifen m\u00fcssten.&nbsp;<\/p>\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.ineteconomics.org\/research\/experts\/MorrisPearl\">Morris Pearl<\/a> ist ehemaliger Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von BlackRock, einer der weltweit gr\u00f6ssten Investmentfirmen. Er sagt: \u00abEin System, das den Reichtum der reichsten Menschen der Welt endlos aufbl\u00e4ht und Milliarden von Menschen in die Armut treibt, ist nicht zu verteidigen. Wir brauchen einen tiefgreifenden, systemischen Wandel. Er beginnt damit, reiche Leute wie mich st\u00e4rker zu besteuern.\u00bb&nbsp;<\/p>\n\n<p>Pearl zeigt, dass selbst unter den Superreichen ein Umdenken m\u00f6glich ist. Er ist Vorsitzender einer Gruppe von Hunderten von verm\u00f6genden Amerikaner:innen, welche die Forderung der Fight Inequality Alliance unterst\u00fctzen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Superreiche aus Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz setzen sich auf der Plattform <a href=\"https:\/\/www.taxmenow.eu\/en\/was-wir-tun\">Taxmenow<\/a> ebenso f\u00fcr mehr Steuergerechtigkeit ein. Ihr Ziel ist es, <a href=\"https:\/\/www.change.org\/p\/bundesregierung-million%C3%A4r-innen-fordern-h%C3%B6here-besteuerung-von-millionenverm%C3%B6gen\">\u00c4nderungen im Steuersystem<\/a> anzuregen, die zu einem strukturellen Wandel des Wirtschaftssystems f\u00fchren.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Echter Wandel ist m\u00f6glich<\/h2>\n\n<p>Laut <a href=\"https:\/\/www.oxfam.org\/en\/press-releases\/over-100-millionaires-call-wealth-taxes-richest-raise-revenue-could-lift-billions\">Oxfam<\/a> w\u00fcrde eine j\u00e4hrliche Verm\u00f6genssteuer von Superreichen mit einem Mindestverm\u00f6gen von 5 Millionen Dollar gut 2500 Milliarden Dollar pro Jahr einbringen. Dieser Betrag w\u00fcrde mehr als ausreichen, um <a href=\"https:\/\/www.oxfam.org\/en\/press-releases\/over-100-millionaires-call-wealth-taxes-richest-raise-revenue-could-lift-billions\">2,3 Milliarden Menschen aus der Armut zu befreien<\/a> und allen 3,6 Milliarden B\u00fcrger:innen in L\u00e4ndern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen eine allgemeine Gesundheitsversorgung und sozialen Schutz zu bieten.&nbsp;<\/p>\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.fightinequality.org\/\">Immer mehr Menschen fordern<\/a>, dass die Reichen und M\u00e4chtigen aufh\u00f6ren, in Klima- und Naturzerst\u00f6rung zu investieren und einen fairen Anteil an Steuern zahlen. Es ist an der Zeit, das Wirtschaftssystem zu \u00e4ndern!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Reichen und M\u00e4chtigen am WEF in Davos funktioniert unser Wirtschaftssystem pr\u00e4chtig. Doch vielerorts sind Menschen gezwungen, sich zwischen Essen und Heizen zu entscheiden. 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