{"id":93529,"date":"2023-01-19T07:00:00","date_gmt":"2023-01-19T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=93529"},"modified":"2023-01-18T11:38:50","modified_gmt":"2023-01-18T10:38:50","slug":"die-unruehmlichsten-meilensteine-des-weltwirtschaftsforums","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/93529\/die-unruehmlichsten-meilensteine-des-weltwirtschaftsforums\/","title":{"rendered":"Die unr\u00fchmlichsten Meilensteine des Weltwirtschaftsforums"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Von Klaus Schwab 1971 als European Management Symposium ins Leben gerufen, lockt das Weltwirtschaftsforum mittlerweile j\u00e4hrlich rund 3\u2019000 Teilnehmer:innen nach Davos. Die Machtelite diskutiert Wirtschaftswachstum, aber auch Fragen zu sozialer Gleichheit und Umweltschutz &#8211; mit teils grotesken Ergebnissen. Eine Auswahl aus den unr\u00fchmlichsten Meilensteinen aus 52 Jahren WEF:<\/strong><\/p>\n\n<p>1982-84: Das in Davos geschmiedete neoliberale Handelssystem treibt die Ungleichheit und die Umweltzerst\u00f6rung voran. Die Handelsminister der 12 f\u00fchrenden Handelsnationen und des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (GATT) nehmen 1983 an der Tagung teil, die zur Uruguay-Runde der Welthandelsverhandlungen und zur Gr\u00fcndung der Welthandelsorganisation f\u00fchrt.<\/p>\n\n<p>1987: Umbenannt in &#171;Weltwirtschaftsforum&#187; (WEF), das von den reichsten Oligarchen und Unternehmensf\u00fchrern dominiert wird, entwickelt sich Davos zu einem j\u00e4hrlichen Treffen der globalen Unternehmens-, Finanz- und Politikelite. Das Forum f\u00f6rdert die Expansion der globalen M\u00e4rkte und profitiert davon, wobei die Mitglieder &#8211; von Shell bis CocaCola &#8211; enorme Summen f\u00fcr den Zugang und den Einfluss zahlen, den sie dadurch erhalten.<\/p>\n\n<p>1992: Nelson Mandela begr\u00fcsst nach seiner Teilnahme am WEF den Kapitalismus der freien Marktwirtschaft und kehrt seine Politik der &#171;Verstaatlichung der Minen, Banken und Monopolindustrien&#187; um. S\u00fcdafrika wird zur am schnellsten wachsenden Wirtschaft des Kontinents &#8211; aber die Ungleichheit ist heute gr\u00f6sser als zu Zeiten der Apartheid.&nbsp;<\/p>\n\n<p>1993: Das Weltwirtschaftsforum startet sein &#171;Global Leaders for Tomorrow&#187;-Programm f\u00fcr &#171;junge F\u00fchrungskr\u00e4fte&#187;. Zu den Teilnehmer:innen geh\u00f6ren Emmanuel Macron, Angela Merkel, Nicholas Sarkozy, Tony Blair, Leo Varadkar und Mark Zuckerberg sowie Wladimir Putin.<\/p>\n\n<p>1996: Russische Oligarchen entscheiden in Davos \u00fcber die marktwirtschaftliche Zukunft Russlands und verankern die Marktwirtschaft aus eigenen finanziellen Interessen. Diese Allianz wird sp\u00e4ter zum Schl\u00fcssel f\u00fcr Jelzins Wiederwahlsieg im Jahr 1996.<\/p>\n\n<p>2000: Nach den Massenprotesten gegen die WTO in Seattle verteidigt das WEF die Globalisierung und den Freihandel. Ein neuer Vorstoss f\u00fcr Selbstregulierung und Philanthropie seitens der Wirtschaft soll der Unzufriedenheit der Menschen entgegenwirken. Gleichzeitig gehen mehr als 2\u2019000 Demonstrant:innen in Davos auf die Strasse.&nbsp;<\/p>\n\n<p>2001: Das Weltsozialforum WSF h\u00e4lt seine Er\u00f6ffnungssitzung als unabh\u00e4ngige Alternative zum WEF ab. 10\u2019000 Aktivist:innen versammeln sich zu diesem ersten Treffen in Porto Alegre, Brasilien. Seitdem findet das WSF jedes Jahr zur gleichen Zeit wie das WEF statt, um Diskussionen \u00fcber alternative Ideen zum Neoliberalismus und zur Macht\u00fcbernahme der Unternehmen zu f\u00fchren.<\/p>\n\n<p>2009: Das Weltwirtschaftsforum startet die &#171;Global Redesign Initiative&#187;, um Unternehmen bei der Gestaltung der globalen \u00f6ffentlichen Agenda in internationalen Politikforen auf eine Stufe mit Regierungen zu stellen. Der WEF-Gr\u00fcnder Klaus Schwab sagt, dass der souver\u00e4ne Staat obsolet geworden ist, und bietet diese neueste Initiative als Modell daf\u00fcr an, wie die Welt regiert werden sollte &#8211; ein stiller globaler Staatsstreich.&nbsp;<\/p>\n\n<p>2010: Davos ist das Forum f\u00fcr Grossbanken, die nach dem Finanzcrash von 2008 bei Treffen mit Regierungen und Aufsichtsbeh\u00f6rden der wichtigsten Volkswirtschaften versuchen, strenge Vorschriften zu umgehen. An einem solchen Treffen hinter verschlossenen T\u00fcren nehmen die Chefs von 30 der gr\u00f6ssten Banken teil, um zu planen, wie sie ihren Einfluss bei den Regulierungsbeh\u00f6rden und Regierungen wieder geltend machen k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>2014-2017: Das Weltwirtschaftsforum bezeichnet die globale Ungleichheit als gr\u00f6sstes Risiko f\u00fcr die Welt. Dabei liegen Beweise vor, dass das Selbstregulierungsmodell der Unternehmen und die neoliberale Ideologie des Forums die Situation noch verschlimmern.<\/p>\n\n<p>2019: Die UN und das Weltwirtschaftsforum gehen eine unheilige Allianz ein. Trotz Greta Thunbergs Rede &#171;Haus in Flammen&#187; in Davos unterzeichnen die UN ein strategisches Partnerschaftsabkommen mit dem WEF, um die Koordination und Zusammenarbeit in den Bereichen Klimawandel, Finanzierung, Bildung, Frauen und Gesundheit zu vertiefen und Unternehmen einen bevorzugten Zugang zum UN-System zu gew\u00e4hren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Machtelite diskutiert in Davos Wirtschaftswachstum, aber auch Fragen zu sozialer Gleichheit und Umweltschutz &#8211; mit teils grotesken Ergebnissen. 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