{"id":9430,"date":"2017-01-12T00:00:00","date_gmt":"2017-01-11T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/9430\/neonicotinoide-unterschaetzte-gefahr\/"},"modified":"2022-03-31T10:51:46","modified_gmt":"2022-03-31T08:51:46","slug":"neonicotinoide-unterschaetzte-gefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/9430\/neonicotinoide-unterschaetzte-gefahr\/","title":{"rendered":"Neonicotinoide: untersch\u00e4tzte Gefahr"},"content":{"rendered":"<p><b>Neonicotinoid-Pestizide wie Syngentas Thiamethoxam stellen nicht nur f\u00fcr Honigbienen, sondern auch f\u00fcr zahlreiche andere Arten eine ernsthafte Bedrohung dar \u2014 sogar f\u00fcr V\u00f6gel. Dies geht aus einem neuen wissenschaftlichen Bericht hervor.<\/b><\/p>\n<p>Die so genannten Neonicotinoide sind die am meisten eingesetzten Insektizide der Welt, weltweit werden Millionen von Kilogramm dieser Substanzen ausgebracht. Sie wurden in den 1990er-Jahren auf den Markt gebracht und von der Industrie als ungef\u00e4hrliche Alternativen zu den problematischen Organophosphaten verkauft. Erst mit der Zeit wurde klar, dass diese Mittel nicht nur Sch\u00e4dlinge, sondern auch Bienen t\u00f6ten. Seit 2013 ist die Verwendung der drei giftigsten Neonicotinoide sowohl in der EU wie auch in der Schweiz nur noch eingeschr\u00e4nkt erlaubt. Nun l\u00e4uft aber das Teilverbot Ende 2017 aus und die EU muss entscheiden, wie es weitergehen soll. In den letzten Jahren haben Forschungsteams aus der ganzen Welt die Auswirkungen der Neonicotinoide auf ganz verschiedene Organsimen in unterschiedlichen \u00d6kosystemen untersucht. Dieses neue Wissen muss unbedingt in den politischen Entscheidungsprozess einfliessen.<\/p>\n<h2><strong>Neue Erkenntnisse lassen aufhorchen<\/strong><\/h2>\n<p>Aus diesem Grund hat Greenpeace renommierte Forscher der Universit\u00e4t Sussex beauftragt, alle relevanten Studien der letzten Jahre zu sichten und die Ergebnisse zusammenzufassen. Die Resultate lassen aufhorchen, denn die negativen Auswirkungen der Neonicotinoide sind noch schlimmer als bef\u00fcrchtet:<\/p>\n<p>Die Giftigkeit der Neonicotinoide f\u00fcr Honigbienen ist mittlerweile unbestritten und wurde von Dutzenden von Studien best\u00e4tigt; so reichen wenige Nanogramm (Milliardstel Gramm!), um eine Biene zu t\u00f6ten. Zudem zeigt sich immer deutlicher, dass auch kleinste Dosen, die nicht t\u00f6dlich wirken, die Gesundheit der Bienen langfristig sch\u00e4digen. Aber nicht nur die Honigbienen sind betroffen, sondern auch andere Best\u00e4uber wie Wildbienen und Hummeln werden durch Neonicotinoide gesch\u00e4digt. Es gibt zudem Hinweise, dass der R\u00fcckgang von Schmetterlingen mit dem Einsatz dieser Pestizide einhergeht, und sogar f\u00fcr V\u00f6gel sind sie giftig.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/tp.srgssr.ch\/p\/srf\/embed?urn=urn:srf:ais:audio:3b05a19a-342c-4546-b60e-cfbbaed800ca&amp;start=\" name=\"Sind Saatgut-Pestizide gef\u00e4hrlicher als angenommen?\" width=\"100%\" height=\"58\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n<p>Massiv untersch\u00e4tzt wurden die Gefahren f\u00fcr Wasserorganismen. Neonikotinoide weisen im Boden eine sehr lange Halbwertszeit auf \u2014 bis hin zu mehreren Jahren! Weil sie kontinuierlich aus dem Erdreich ausgewaschen werden, sind sie \u00a0mittlerweile in den meisten Fliessgew\u00e4ssern nachweisbar. Dort sch\u00e4digen sie bereits in sehr tiefen Konzentrationen Insektenlarven und st\u00f6ren so das \u00d6kosystem.<\/p>\n<h2><strong>Agroindustrie wehrt sich trotzig<\/strong><\/h2>\n<p>Zu diesen Bienengiften geh\u00f6rt auch Thiamethoxam von Syngenta. Der Basler Agrochemiekonzern spielt die Gefahren seines Kassenschlagers seit Jahren herunter. Dabei schreckt er vor nichts zur\u00fcck: Klagen und das Diskreditieren seri\u00f6ser, unabh\u00e4ngiger wissenschaftlicher Untersuchungen sind an der Tagesordnung. Nicht genehme Studien bezeichnet die Agrochemie gerne als \u2039unwissenschaftlich\u203a und kontert sie mit bezahlten eigenen Studien. So schafft sie Verwirrung und verhindert striktere Regeln. Es geht jetzt nicht darum, Syngentas Umsatz zu sch\u00fctzen. Wenn die Bienen und Hummeln sterben, verlieren wir weit mehr, n\u00e4mlich die Kontrolle \u00fcber unsere Lebensmittelproduktion.<\/p>\n<h2><strong>Die \u00d6kologisierung der Landwirtschaft ist die L\u00f6sung<\/strong><\/h2>\n<p>Der R\u00fcckgang der Best\u00e4uber ist ein Symptom eines versagenden industriellen Landwirtschaftssystems, das den Verlust der biologischen Vielfalt anheizt, die Lebensr\u00e4ume zerst\u00f6rt und auf toxische Chemikalien setzt. Die Best\u00e4uberinsekten sind routinem\u00e4ssig Insektiziden, Herbiziden und Fungiziden ausgesetzt. Die unabh\u00e4ngige wissenschaftliche Datenlage ist klar und l\u00e4sst keine Zweifel offen. Wenn wir Bienen und Hummeln sch\u00fctzen wollen, m\u00fcssen wir bienensch\u00e4digende Pestizide, beginnend mit den Neonicotinoiden, g\u00e4nzlich und dauerhaft verbieten. Um unsere Abh\u00e4ngigkeit von synthetischen chemischen Pestiziden zu durchbrechen, m\u00fcssen wir mehr auf \u00f6kologische Alternativen zur\u00fcckgreifen. Dass dies geht, zeigen IP- und Bio-Bauern tagt\u00e4glich. Denn diese produzieren gesunde Lebensmittel ganz ohne den Einsatz dieser bienengiftigen Pestizide.<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Neonicotinoid-Studie<\/h3>\n<h3><iframe loading=\"lazy\" style=\"width: 100%; height: 869px;\" src=\"\/\/e.issuu.com\/embed.html#1728924\/43013912\" width=\"300\" height=\"150\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bienen und Landwirtschaft<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":9432,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[33],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-9430","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-ernaehrung","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9430","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9430"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9430\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9432"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9430"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9430"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9430"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=9430"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=9430"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}