{"id":9434,"date":"2016-12-13T00:00:00","date_gmt":"2016-12-12T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/9434\/wir-haben-es-im-urin\/"},"modified":"2020-05-12T14:24:45","modified_gmt":"2020-05-12T12:24:45","slug":"wir-haben-es-im-urin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/9434\/wir-haben-es-im-urin\/","title":{"rendered":"Wir haben es im Urin"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Von 20 ProbandInnen haben wir Urin<strong>proben <\/strong>auf Pestizid-R\u00fcckst\u00e4nde analysieren lassen. Das Resultat: Alle Proben waren positiv. Die gute Nachricht: Je h\u00f6her der Anteil von Bio-Lebensmitteln, desto weniger Pestizide sind im Urin.<\/strong><\/p>\n\n<p>Wir haben es im Urin. Oder korrekt: Wir haben sie im Urin: Pestizide. Die chemisch-synthetischen Substanzen sind in der konventionellen Landwirtschaft und im Gartenbau an der Tagesordnung im Bio-Anbau aber verboten. Bauern und G\u00e4rtner setzen sie grossfl\u00e4chig gegen Pflanzen, Pilze und Insekten ein. Sie sind daher in B\u00f6den, Pflanzen und Lebensmitteln nachweisbar. Und in menschlichen K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten. Wie gross die Belastung der Schweizer Bev\u00f6lkerung mit Pestiziden ist, wurde nie untersucht.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Belastung nicht bei allen gleich stark<\/h2>\n\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/4f3b822a-4f3b822a-angelanamealter2.png\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"282\"><\/p>\n\n<p>Wir von Greenpeace Schweiz haben das jetzt im kleinen Rahmen gemacht: 20 ausgeloste KonsumentInnen (Frauen und M\u00e4nner im Alter von 21 bis 72 Jahren) aus der Schweiz stellten ihre Urinproben zur Verf\u00fcgung und machten Aussagen \u00fcber ihr Konsumverhalten. Zehn von ihnen gaben an, wenig Bio-Produkte zu konsumieren, zehn meldeten einen hohen Bio-Anteil. Alle TeilnehmerInnen gaben jeweils eine Urinprobe f\u00fcr die Bestimmung der Pestizidbelastung ab. Die Urinproben wurden in einem deutschen Institut auf R\u00fcckst\u00e4nde von 31 verschiedenen Pestiziden getestet. <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/53885\/bio-ernaehrung-reduziert-pestizid-belastung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Das Resultat <\/a><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/bit.ly\/2hhwZ3l\" target=\"_blank\"><\/a>: Gefunden wurden verschiedene, auch Glyphosat und die wegen ihrer Giftigkeit f\u00fcr Bienen nur noch eingeschr\u00e4nkt einsetzbaren Neonicotinoide. In der Gruppe mit kleinem Bio-Anteil wurden h\u00e4ufiger und mehr Pestizide gefunden als in der Gruppe mit einem gr\u00f6sseren Bio-Anteil. Die Ergebnisse best\u00e4tigen, dass die Pestizidbelastung durch den Konsum von Bioprodukten gesenkt werden kann. Dieser Effekt kommt vor allem dann zum Tragen, wenn diese Ern\u00e4hrungsumstellung konsequent erfolgt. Wir hatten im Sommer verschiedene Schweizer <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/News_Stories\/Newsblog\/erdbeeren-suesses-gift\/blog\/56823\/\" target=\"_blank\">Erdbeeren <\/a><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/News_Stories\/Newsblog\/erdbeeren-suesses-gift\/blog\/56823\/\" target=\"_blank\"><\/a> und im Herbst verschiedene Schweizer <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/News_Stories\/Newsblog\/pestizide-im-wein-das-lasse-sein\/blog\/57594\/\" target=\"_blank\">Weintrauben<\/a> getestet. Die Fr\u00fcchte waren zum Teil mehrfach mit Pestiziden belastet. Die Bio-Produkte waren alle sauber.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gesundheitspolitischer Blindflug<\/h2>\n\n<p>\u00dcber die gesundheitlichen Folgen einer solchen Belastung ist sehr wenig bekannt, da die Wechselwirkung verschiedenster Wirkstoffe und deren Abbauprodukte im menschlichen K\u00f6rper extrem komplex ist. <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Publikationen\/Landwirtschaft\/Pestizide-und-unsere-Gesundheit\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Gerade einige Insektizide (z.B. Chlorpyrifos), die relativ h\u00e4ufig gefunden wurden, sind f\u00fcr den Menschen bedenklich<\/a><\/p>\n\n<p>Auch fehlen Untersuchungen, die Gebiete, wo bestimmte Krankheiten geh\u00e4uft aufteten, mit Landwirtschaftszonen vergleichen, in denen viel gespritzt wird . Grenzwerte bieten keine Sicherheit. Sie werden auf Wunsch der Industrie so festgelegt, dass diese kaum \u00fcberschritten werden k\u00f6nnen. Die Gesamtbelastung durch Giftstoffe, denen jeder Mensch t\u00e4glich ausgesetzt ist, wird dabei v\u00f6llig ausgeblendet.<\/p>\n\n<p>Es braucht einen grunds\u00e4tzlichen Wandel in der Agrarpolitik und eine deutliche Senkung des Pestizideinsatzes. Die Belastung der Schweizer Bev\u00f6lkerung durch Pestizide und weitere Schadstoffe m\u00fcssen untersucht und \u00fcberwacht werden.<\/p>\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/53885\/bio-ernaehrung-reduziert-pestizid-belastung\/\">Report anschauen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von 20 ProbandInnen haben wir Urinproben auf Pestizid-R\u00fcckst\u00e4nde analysieren lassen. Das Resultat: Alle Proben waren positiv. 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