{"id":9466,"date":"2016-11-27T00:00:00","date_gmt":"2016-11-26T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/9466\/46-prozent-des-stimmvolks-will-beznau-den-stecker-ziehen\/"},"modified":"2019-05-30T10:00:56","modified_gmt":"2019-05-30T08:00:56","slug":"46-prozent-des-stimmvolks-will-beznau-den-stecker-ziehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/9466\/46-prozent-des-stimmvolks-will-beznau-den-stecker-ziehen\/","title":{"rendered":"46 Prozent des Stimmvolks will Beznau den Stecker ziehen"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Schweizer Stimmbev\u00f6lkerung hat die Atomausstiegsinitiative abgelehnt \u2013 unsere altersschwachen AKW k\u00f6nnen somit weiterhin bis zum St. Nimmerleinstag weiterlaufen. Aber: 46 Prozent haben der Initiative zugestimmt. Das ist eine sehr grosse Minderheit, und sie sendet ein klares Signal an die Beznau-Betreiberin Axpo.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/bD0BUXgVhCQ\" width=\"560\" height=\"315\"><\/iframe><\/p>\n<p>Die Schweiz hat eine historische Chance verpasst: Die Stimmbev\u00f6lkerung hat die Initiative f\u00fcr einen geordneten Atomausstieg abgelehnt \u2013 aber 46 Prozent haben ein Ja in die Urne gelegt. Die solide Zustimmung verr\u00e4t ein grosses Unbehagen in der Bev\u00f6lkerung: \u00abImmer mehr Schweizerinnen und Schweizer sind nicht mehr bereit, sich tagt\u00e4glich den steigenden Risiken durch alternde AKW auszusetzen\u00bb, sagt Christian Engeli, Kampagnenleiter von Greenpeace Schweiz. \u00abDie Beznau-Betreiberin Axpo kann dieses Unbehagen nicht l\u00e4nger ignorieren.\u00bb Wir fordern deshalb, dass die Axpo ihre Wiederinbetriebnahme-Pl\u00e4ne f\u00fcr das ohnehin unwirtschaftliche AKW Beznau endlich begr\u00e4bt. \u00abWeiterhin Steuergeld zu verdunsten in einem Kraftwerk, das niemand will, das ist v\u00f6llig inakzeptabel\u00bb, meint Engeli.<\/p>\n<p><strong>ENSI st\u00e4rken<br \/>\n<\/strong>Dass eine Mehrheit gegen Abschaltdaten f\u00fcr Atomkraftwerke gestimmt hat, kann auch mit dem offenbar noch immer intakten Vertrauen in die Aufsichtsbeh\u00f6rde ENSI erkl\u00e4rt werden. Genau diese Beh\u00f6rde wird nun aber weiter unter Druck kommen von den Betreibern: Diese werden weiterhin nichts unversucht lassen, dass der Begriff der \u00abSicherheit\u00bb zu ihren Gunsten ausgelegt wird \u2013 vor allem wenn sich ein AKW, wie Beznau, dem Ende seiner Laufzeit n\u00e4hert. \u00abDas ENSI muss einerseits St\u00e4rke zeigen, andererseits aber auch politisch gest\u00e4rkt werden\u00bb, fordert Greenpeace-Kampagnenleiter Engeli.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Grosse Unterst\u00fctzung f\u00fcr Energiewende<br \/>\n<\/strong>Das Volk hat zwar Nein gesagt zu einem klaren, verbindlichen Abschaltplan f\u00fcr die Atomkraftwerke \u2013 der Atomausstieg an und f\u00fcr sich ist aber breit akzeptiert. Nur ein paar Ewiggestrige wollen am Auslaufmodell Atomkraft festhalten. Selbst in einer Umfrage der Axpo, mit einigermassen tendenzi\u00f6sem Fragedesign, sagen drei von vier Stimmberechtigten es sei ihnen wichtig, dass Strom ohne Atomenergie produziert werde.<\/p>\n<div class=\"events-box middle-box left\">\n<div class=\"frame\"><a class=\"open-img EnlargeImage\" title=\"\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/fa832625-fa832625-axpo-umfrage.png\"><br \/>\n<img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" style=\"border-width: 0px;\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/fa832625-fa832625-axpo-umfrage.png\" alt=\"\"><\/a>Klares Ja zum Atomausstieg \u2013 selbst in Umfrage der Beznau-Betreiberin Axpo (Quelle: \u00abEnergiedialog\u00bb Axpo, November 2016)<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Dieses Bild wird gest\u00fctzt von vielen weiteren Umfragen, und es stimmt optimistisch f\u00fcr die weitere Diskussion. Denn schon in etwa einem halben Jahr wird sich das Schweizer Stimmvolk voraussichtlich ein weiteres Mal mit der Schweizer Energieversorgung und der Energiewende besch\u00e4ftigen m\u00fcssen: Im Mai d\u00fcrfte die Energiestrategie 2050 des Bundes zur Abstimmung kommen. Diese sieht unter anderem vor, dass keine neuen AKW mehr gebaut werden, Energie gespart und die Erneuerbaren ausgebaut werden. Es ist eine moderate Vorlage, die das Parlament zusammengezimmert hat. Greenpeace Schweiz steht \u2013 wie die anderen Schweizer Umweltorganisationen \u2013 klar hinter der Energiestrategie, ist diese doch immerhin ein Schritt in die richtige Richtung.<\/p>\n<p><strong>Strategie \u00e4ndern<br \/>\n<\/strong>Weltweit sind erneuerbare Energien auf der \u00dcberholspur, und mit einem Ja des Stimmvolks zur Energiestrategie 2050 wird auch die Schweiz bei der Energiewende den Fuss etwas von der Bremse nehmen. Das m\u00fcssen die grossen Energiekonzerne erkennen und endlich ihre Strategie umstellen: Weg vom Produzenten defizit\u00e4rer Atomenergie, hin zum Dienstleister f\u00fcr dezentrale, erneuerbare Energie. \u00abDer Zeitplan fehlt nun leider, aber der Atomausstieg wird auch ohne die Initiative in absehbarer Zeit Tatsache werden\u00bb, sagt Engeli. \u00abJe schneller das die grossen Konzerne einsehen, desto besser \u2013 f\u00fcr uns als B\u00fcrger und Steuerzahlerinnen.\u00bb&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Farbige Kampagne<br \/>\n<\/strong>Die Initiative hat Bewegung gebracht in die AKW-Diskussion in der Schweiz. Einige \u00fcberraschende Fakten und Positionen sind im Abstimmungskampf aufgetaucht: Von AKW, die an die Franzosen verschenkt worden sollten; von B\u00fcrgerlichen, die pl\u00f6tzlich dreckigen Kohlestrom bek\u00e4mpfen und von AKW-Betreibern, die die Gesetzgebung zur Atomsicherheit unterh\u00f6hlen wollen.<\/p>\n<p>All jene, die bei Sicherheit und Energiezukunft keine Abstriche machen m\u00f6chten, k\u00f6nnen sich aber keine Vorw\u00fcrfe machen: Die Abstimmungskampagne war bunt, engagiert und kreativ. Greenpeace Schweiz wird diesen Schwung auf jeden Fall mitnehmen f\u00fcr die weitere Arbeit. Herzlichen Dank allen unseren Unterst\u00fctzern!<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweizer Stimmbev\u00f6lkerung hat die Atomausstiegsinitiative abgelehnt \u2013 unsere altersschwachen AKW k\u00f6nnen somit weiterhin bis zum St. Nimmerleinstag weiterlaufen. Aber: 46 Prozent haben der Initiative zugestimmt. 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