{"id":94835,"date":"2023-02-28T10:00:00","date_gmt":"2023-02-28T09:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=94835"},"modified":"2025-06-25T14:53:29","modified_gmt":"2025-06-25T12:53:29","slug":"unkontrolliert-unreguliert-unberechenbar-agrarkonzern-krisee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/94835\/unkontrolliert-unreguliert-unberechenbar-agrarkonzern-krisee\/","title":{"rendered":"Unkontrolliert, unreguliert, unberechenbar: Wie sich Agrarkonzerne in der Krise bereichern"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><strong>Die gr\u00f6ssten Agrar- und Lebensmittelkonzerne der Welt haben seit 2020 mehr Gewinn gemacht als die Summe, mit der nach Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen die Grundbed\u00fcrfnisse der \u00c4rmsten der Welt gedeckt werden k\u00f6nnten. Dies geht aus einem neuen <\/strong><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/02\/56271139-food-injustice-2020-2022-report-design.pdf\"><strong>Bericht<\/strong><\/a><strong> hervor, <\/strong>der a\ufdeckt<strong>, wie Agrarkonzerne durch den Krieg in der Ukraine und die Coronavirus-Pandemie masslos Profitmacherei betreiben.<\/strong><\/strong><\/p>\n\n<p>Die 20 Konzerne &#8211; die gr\u00f6ssten in den Sektoren Getreide, D\u00fcngemittel, Fleisch und Milchprodukte &#8211; haben in den Gesch\u00e4ftsjahren 2020 und 2021 53,5 Milliarden Dollar an ihre Aktion\u00e4re ausgesch\u00fcttet. Die Vereinten Nationen sch\u00e4tzen, dass ein geringerer Betrag, n\u00e4mlich 51,5 Milliarden Dollar, ausreichen w\u00fcrde, um die 230 Millionen bed\u00fcrftigsten Menschen der Welt mit Nahrungsmitteln, Unterk\u00fcnften und lebensrettender Hilfe zu versorgen.<\/p>\n\n<p>Davi Martins, Kampagnenleiter bei Greenpeace International, sagt: \u00abWas wir hier erleben, ist ein enormer Verm\u00f6genstransfer an einige wenige reiche Familien, die im Grunde das globale Nahrungsmittelsystem besitzen. Das zu einer Zeit, in der die Mehrheit der Weltbev\u00f6lkerung darum k\u00e4mpft, \u00fcber die Runden zu kommen. Diese 20 Konzerne k\u00f6nnten im wahrsten Sinne des Wortes die 230 Millionen bed\u00fcrftigsten Menschen der Welt retten und h\u00e4tten dabei noch Milliarden an Gewinn \u00fcbrig. Mehr Geld an die Aktion\u00e4r:innen einiger weniger Lebensmittelkonzerne zu zahlen, ist einfach unversch\u00e4mt und unmoralisch.\u00bb&nbsp;<\/p>\n\n<p>Greenpeace International hat die Gewinne von 20 multinationalen Lebensmittelkonzernen analysieren lassen: Archer-Daniels Midland, Bunge Ltd, Cargill Inc, Louis Dreyfus Company, COFCO Group, Nutrien Ltd, Yara International ASA, CF Industries Holdings Inc, The Mosaic Company, JBS S.A., Tyson Foods, WH Group\/Smithfield Foods, Marfrig Global Foods, BRF S.A., NH Foods Ltd, Lactalis, Nestl\u00e9, Danone, Dairy Farmers of America, Yili Industrial Group.<\/p>\n\n<p>Der Zeitraum der Analyse, von 2020 bis 2022, umfasst die Covid-19-Pandemie und die Zeit seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine. Gleichzeitig wurde untersucht, wie viele Menschen im selben Zeitraum weltweit von Ern\u00e4hrungsunsicherheit und dem extremen Anstieg der Lebensmittelpreise betroffen waren.<\/p>\n\n<p>Die Ergebnisse zeigen, wie grosse Agrarkonzerne diese Krisen ausnutzen, um groteske Profite zu erzielen, Millionen von Menschen in den Hunger zu st\u00fcrzen und das globale Nahrungsmittelsystem noch st\u00e4rker in den Griff zu bekommen, nur um ihren Eigent\u00fcmer:innen und Aktion\u00e4r:innen unversch\u00e4mte Summen zu zahlen.<\/p>\n\n<p>Davi Martins f\u00fcgt hinzu: \u00abNur vier Unternehmen \u2013 Archer-Daniels Midland, Cargill, Bunge und Dreyfus \u2013 kontrollieren mehr als 70 Prozent des weltweiten Getreidehandels. Dennoch sind sie nicht verpflichtet, offenzulegen, was sie \u00fcber die globalen M\u00e4rkte wissen, einschliesslich ihrer eigenen Getreidebest\u00e4nde. Greenpeace stellt fest, dass die fehlende Transparenz \u00fcber die tats\u00e4chlichen Getreide-Lagerbest\u00e4nde nach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine ein Schl\u00fcsselfaktor war f\u00fcr die Spekulation auf den Lebensmittelm\u00e4rkten und die \u00fcberh\u00f6hten Preise.\u00bb<\/p>\n\n<p>\u00abDiese Konzerne sind so gierig, dass sie Kleinbauern und -b\u00e4uerinnen und lokale Erzeuger:innen, deren Aufgabe es eigentlich ist, die Menschen zu ern\u00e4hren, aus dem System verdr\u00e4ngt haben. Regierungen und Politiker:innen m\u00fcssen jetzt handeln, um die Menschen vor Missbrauch durch Konzerne zu sch\u00fctzen. Sie m\u00fcssen die Kontrolle der Konzerne \u00fcber das globale Lebensmittelsystem regulieren und verkleinern, sonst werden sich die derzeitigen Ungerechtigkeiten nur noch weiter versch\u00e4rfen. Im Grunde genommen m\u00fcssen wir das Ern\u00e4hrungssystem \u00e4ndern. Dieses Vers\u00e4umnis kostet Millionen von Menschen das Leben\u00bb, sagt Martins.<\/p>\n\n<p>Greenpeace unterst\u00fctzt den \u00dcbergang zu einem System der Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t, einem kollaborativen und sozial gerechten Ern\u00e4hrungssystem, in dem die Gemeinschaften die Kontrolle und Macht \u00fcber dessen Gestaltung haben. Regierungen auf internationaler, nationaler und lokaler Ebene haben eine Schl\u00fcsselrolle zu spielen, um der Kontrolle und dem Monopol der Unternehmen im Ern\u00e4hrungssystem ein Ende zu setzen. Es liegt an den Regierungen und Politiker:innen, Massnahmen zu ergreifen und Politiken zu verabschieden, die Transparenz und eine strengere Regulierung des Sektors gew\u00e4hrleisten.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die gr\u00f6ssten Agrar- und Lebensmittelkonzerne der Welt haben seit 2020 mehr Gewinn gemacht als die Summe, mit der nach Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen die Grundbed\u00fcrfnisse der \u00c4rmsten der Welt gedeckt werden k\u00f6nnten. <\/p>\n","protected":false},"author":76,"featured_media":94826,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[33,217],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-94835","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-ernaehrung","tag-konsum","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/94835","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/76"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=94835"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/94835\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":121966,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/94835\/revisions\/121966"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/94826"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=94835"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=94835"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=94835"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=94835"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=94835"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}