{"id":9497,"date":"2016-09-27T00:00:00","date_gmt":"2016-09-26T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/9497\/pestizide-im-wein-das-lasse-sein\/"},"modified":"2020-10-26T15:07:50","modified_gmt":"2020-10-26T13:07:50","slug":"pestizide-im-wein-das-lasse-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/9497\/pestizide-im-wein-das-lasse-sein\/","title":{"rendered":"Pestizide im Wein, das lasse sein \u2026"},"content":{"rendered":"\n<p><b>\u2026 Bio-Wein, der ist rein! Neue Greenpeace-Analysen von Schweizer Wein, Weintrauben und Weinbergen lassen jedenfalls genau diesen Schluss zu. Das Labor hat total 33 Pestizide gefunden. Die Belastung in (unreifen) Trauben war enorm.&nbsp;<\/b><\/p>\n\n<p>Im Garten oder vor dem Chemin\u00e9e sitzend abends ein Glas Wein zu trinken ist ein Hochgenuss. Ein gutes Essen, begleitet von einem feinen Roten ebenso. Das soll angeblich sogar gesund sein. Pestizide allerdings sind das nicht. Sie haben auch mit Genuss nichts zu tun. Und doch sind sie im Schweizer Weinbau die Regel, nicht die Ausnahme.<\/p>\n\n<p>Wir haben zehn Schweizer Weine (acht konventionell, zwei Bio) aus den wichtigsten Rebbauregionen (Bielersee, Graub\u00fcnden, Genfersee, Schaffhausen, Tessin, Wallis, Z\u00fcrichsee) sowie sechs Rebberge (Bielersee, Genfersee, Schaffhausen, Z\u00fcrichsee) durch ein unabh\u00e4ngiges Labor auf Pestizide untersuchen lassen. In den Rebbergen wurden Proben der (noch unreifen) Trauben sowie Bodenproben genommen, um ein Bild der Belastung der Umwelt zu erhalten.&nbsp;Diese neueste Untersuchung&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/10\/74c046a5-reportweintesting-1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00abPestizide im Schweizer Weinbau\u00bb<\/a>&nbsp;best\u00e4tigt unsere fr\u00fcheren Tests, zum Beispiel bei<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Publikationen\/Landwirtschaft\/Erdbeertest-2016\/\" target=\"_blank\">&nbsp;<\/a><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/9611\/erdbeeren-suesses-gift\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Erdbeeren<\/a>.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Mehr Kupfer in konventionellen Bodenproben als in Bio-Parzellen<\/h2>\n\n<p>In allen acht konventionellen&nbsp;<strong>Weinen<\/strong>&nbsp;wurden R\u00fcckst\u00e4nde von mindestens zwei Pestiziden gefunden, die beiden Bio-Proben sind ohne Befund. Am st\u00e4rksten belastet sind ein Merlot aus dem Tessin, ein Hallauer Blauburgunder sowie ein Pinot Noir aus Maienfeld. In sieben der acht konventionellen Weine wurden Spuren des umstrittenen Herbizids Glyphosat gefunden. Alle gefundenen Pestizide sind zugelassen und \u00fcberschreiten keine Grenzwerte.<\/p>\n\n<p>Alle konventionell angebauten&nbsp;<strong>Weintrauben<\/strong>&nbsp;waren sehr hoch mit Pestiziden belastet. Es wurden zwischen 4 und 13 Wirkstoffe gefunden, und dies in teilweise sehr hohen Konzentrationen. F\u00fcr den Konsum w\u00e4ren diese Trauben nicht zugelassen, es gilt jedoch zu beachten, dass die Traubenproben im unreifen Zustand genommen wurden. Es ist damit zu rechnen, dass bis zur Ernte ein Grossteil der Pestizide ausgewaschen bzw. abgebaut werden. Eine Bio-Probe war komplett befundfrei, bei der anderen konnten Spuren zweier Wirkstoffe nachgewiesen werden. Es ist davon auszugehen, dass es sich dabei um Abdrift benachbarter konventioneller Parzellen handelt \u2014 etwa durch unselektive Helikopter-Spr\u00fchfl\u00fcge.<\/p>\n\n<p>In den&nbsp;<strong>Bodenproben<\/strong>&nbsp;aus konventionell bewirtschafteten Parzellen konnten zwischen 10 und 18 Pestizide nachgewiesen werden, teilweise auch Substanzen, die in den Trauben oder im Wein nicht gefunden wurden. Dies zeigt, dass Pestizide sich im Boden anreichern k\u00f6nnen. In den Proben aus Bio-Parzellen konnte ausschliesslich Kupfer gefunden werden. Interessant ist, dass der Kupfergehalt der Bio-Parzellen unter demjenigen konventioneller Parzellen liegt. Somit scheint das oft angebrachte Argument, dass Bio-Weinbauern mehr Kupfer einsetzen, zumindest fragw\u00fcrdig.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein anderer Weg ist m\u00f6glich<\/h2>\n\n<p>Philippe Schenkel, Leiter der Landwirtschaftskampagne bei Greenpeace Schweiz, sagt dazu: \u00abWieder einmal zeigt sich die Pestizid-Intensit\u00e4t der Schweizer Landwirtschaft. Die in grossen Mengen in den Weinbergen ausgebrachten Pestizide sch\u00e4digen N\u00fctzlinge, gef\u00e4hrden unsere Gew\u00e4sser und landen schliesslich in unseren Weingl\u00e4sern. Die untersuchten Bio-Parzellen zeigen, dass ein anderer Weg m\u00f6glich ist. Wir fordern die Politik auf, endlich mutige Schritte f\u00fcr eine Pestizidreduktion zu unternehmen.\u00bb<\/p>\n\n<p>Viele der 33 gefundenen Stoffe sind auf der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/9566\/pestizide-schwarze-liste\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Greenpeace-Blacklist<\/a>\u00a0oder w\u00fcrden die Kriterien f\u00fcr diese erf\u00fcllen. So stehen vier gefundene Pestizide im Verdacht, krebserregend zu sein, und sechs gefundene Wirkstoffe sind giftig f\u00fcr Bienen und N\u00fctzlinge. Pestizide, die in der Blacklist aufgef\u00fchrt sind, sollten priorit\u00e4r verboten werden, da sie eine zu hohe Giftigkeit f\u00fcr den Menschen und\/oder die Umwelt aufweisen.<\/p>\n\n<p>Es braucht einen Ausstiegsplan f\u00fcr chemisch-synthetische Pestizide, Investitionen in die Bio-Forschung, die F\u00f6rderung der Umstellung sowie ein Umdenken bei Grossverteilern, KonsumentInnen und B\u00e4uerinnen und Bauern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026 Bio-Wein, der ist rein! Neue Greenpeace-Analysen von Schweizer Wein, Weintrauben und Weinbergen lassen jedenfalls genau diesen Schluss zu. Das Labor hat total 33 Pestizide gefunden. 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