{"id":94979,"date":"2023-03-06T10:56:19","date_gmt":"2023-03-06T09:56:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=94979"},"modified":"2024-07-15T08:57:02","modified_gmt":"2024-07-15T06:57:02","slug":"was-fuer-eine-reise-uno-einigt-sich-auf-globalen-ozeanvertrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/94979\/was-fuer-eine-reise-uno-einigt-sich-auf-globalen-ozeanvertrag\/","title":{"rendered":"<strong>Was f\u00fcr eine Reise! Uno einigt sich auf globalen Ozeanvertrag<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Nach fast 20 Jahren haben sich die Vereinten Nationen auf ein internationales Abkommen zum Schutz der Meere geeinigt. Die lange Arbeit von Greenpeace und anderen Umweltorganisationen hat sich gelohnt. Jetzt geht es an die Umsetzung.<\/strong><\/p>\n\n<p>\u00abIch habe heute immer wieder ein paar Tr\u00e4nen verdr\u00fcckt. Was f\u00fcr eine Reise! H\u00f6hen und viele Tiefen.\u00bb Iris Menn, Meeresbiologin und Gesch\u00e4ftsleiterin von Greenpeace, blickt \u2013 bewegt, aber auch erfreut \u2013 auf fast 20 Jahre Kampagnenarbeit zum Meeresschutz zur\u00fcck: \u00abGreenpeace ist immer drangeblieben, von der ersten Idee bis zur finalen Verabschiedung. Ohne unser Durchhalteverm\u00f6gen, unsere Fachexpertise und unsere globale St\u00e4rke als Organisation w\u00e4re dieser Erfolg nicht m\u00f6glich gewesen.\u00bb<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Erfolg f\u00fcr Mensch und Natur<\/h2>\n\n<p>\u00abThe ship has reached the shore\u00bb. Das waren die Worte von Rena Lee, Pr\u00e4sidentin der f\u00fcnften Verhandlungsrunde der Uno zu einem globalen Meeresschutzabkommen, als sie in den Abendstunden des 4. M\u00e4rz in New York die Einigung f\u00fcr den \u00abUN High Seas Treaty\u00bb&nbsp;verk\u00fcndete.<\/p>\n\n<p>Das Abkommen ist ein historischer Erfolg f\u00fcr den Meeresschutz.\u00a0Es ist ein Erfolg f\u00fcr Greenpeace, f\u00fcr viele andere Umwelt- und Meeresschutzorganisationen und f\u00fcr alle Unterst\u00fctzer:innen, ob auf der Strasse, mit einer Spende oder dem Unterzeichnen einer Meeresschutz-Petition. Und: Es\u00a0ein Erfolg f\u00fcr Mensch und Natur und f\u00fcr das Br\u00fcckenbauen zwischen Nationen mit unterschiedlichen Interessen.<\/p>\n\n<p>Das Abkommen regelt erstmalig den Schutz und die Nutzung auf der sogenannten Hohen See (siehe Kasten).&nbsp;Die Hohe See umfasst 2\/3 unserer Ozeane und ist unser aller Gemeingut (\u00abglobal commons\u00bb). Bisher gab es dort einen grossen rechtsfreien Raum. Die wenigen Regeln waren l\u00fcckenhaft und auf die Nutzung der Meere ausgerichtet. Nun wird das langersehnte Ziel m\u00f6glich, 30 Prozent der Meere bis 2030 \u00fcber ein globales Netzwerk von Meeresschutzgebieten zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n<p>Die einzelnen Staaten werden den Vertragstext nun juristisch \u00fcberpr\u00fcfen und ihn danach ratifizieren. Erst dann werden alle Vertragsdetails \u00f6ffentlich bekannt. <\/p>\n\n<p>Bereits jetzt ist klar: \u00abSchutzgebiete\u00bb k\u00f6nnen grunds\u00e4tzlich eingerichtet werden. Jetzt geht es darum, Einigung zu erzielen, wo und wie diese Schutzgebiete entstehen sollen. Im Abkommen wurde festgelegt, dass kein Staat ein Vetorecht gegen die Einrichtung erh\u00e4lt, es wurde eine Mehrheitsreglung ausgehandelt. Diese Regelung ist wichtig, da die in der Vergangenheit immer wieder von Einzelstaaten gezeigte Blockadehaltung nicht mehr m\u00f6glich sein wird.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Noch bleiben Fragen offen<\/h2>\n\n<p>Ein schwieriges Thema bleibt die Aufteilung m\u00f6glicher Gewinne durch genetische Ressourcen aus internationalen Gew\u00e4ssern, die f\u00fcr die Pharma-, Chemie- und Kosmetikindustrie von Interesse sind. Nur reiche Nationen oder gro\u00dfe Unternehmen k\u00f6nnen sich die Erforschung und Gewinnung solcher Ressourcen leisten. \u00c4rmere L\u00e4nder wollen aber an den m\u00f6glichen Einnahmen angemessen und gerecht beteiligt werden.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Ein anderes, ungel\u00f6stes Problem ist der Tiefseebergbau. 2023 ist ein Schl\u00fcsseljahr f\u00fcr die Zukunft von fast der H\u00e4lfte des Planeten: Die Tiefsee, v\u00f6lkerrechtlich als Gemeingut (\u00abglobal commons\u00bb) anerkannt, ist massiv bedroht. Regierungen und die Rohstoffindustrie planen in einer Tiefe von 4000 bis 6000 Metern unter der Meeresoberfl\u00e4che mit gigantischen Maschinen den Abbau von Metallen wie Nickel, Cobalt, Zink und Mangan. Die Industrie setzt Regierungen unter Druck und die Internationale Meeresbodenbeh\u00f6rde ISA hat angek\u00fcndigt, im kommenden Juli \u00fcber die Vergabe der ersten Abbaulizenzen zu entscheiden.<br><\/p>\n\n<p class=\"is-style-accent-1\"><strong>Der Rettungsplan f\u00fcr die Meere ist dringend notwendig<\/strong><br><br>Die Weltmeere machen 73 Prozent des Planeten aus. Sie produzieren Sauerstoff, bieten Lebensr\u00e4ume und Nahrung und regulieren das Klima. Ausbeutung und die Klimakrise haben sie massiv ver\u00e4ndert, weshalb es dringend einen verbindlichen globalen Rettungsplan braucht. Das weltweite Abkommen soll \u00e4hnlich wie der Pariser Klimaschutzvertrag f\u00fcr alle Staaten gelten, um die Klimakrise einzud\u00e4mmen und \u00d6kosysteme sowie die Biodiversit\u00e4t unter Wasser zu sch\u00fctzen.<br><br>Das Meeresschutzabkommen ist entscheidend f\u00fcr die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt der Meere, die&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.un.org\/bbnj\/\" target=\"_blank\">ausserhalb der nationalen Gerichtsbarkeit liegen (BBNJ)<\/a>. Rechtlich gesehen hat auf einen grossen Teil der Weltmeere niemand Anspruch \u2013 nur im k\u00fcstennahen Teil des Meeres, das heisst, bis zu 370 Kilometer vom Land entfernt, hat der angrenzende Staat gewisse Hoheitsrechte. Hinter dieser sogenannten \u00abAusschliesslichen Wirtschaftszone\u00bb beginnt die Hohe See. Sie umfasst zwei Drittel der gesamten Ozeane und geh\u00f6rt niemandem \u2013 und damit letztlich allen.<br><br>Das ist ein Problem, aber auch eine Verpflichtung. Wenn in Hochseegebieten, dem gr\u00f6ssten und tiefsten Lebensraum der Erde, die Industrie nicht ungehindert Lebewesen und Bodensch\u00e4tze ausbeuten soll, braucht es viele Schutzzonen fernab der K\u00fcsten. Bislang ist lediglich ein Hundertstel der Hohen See auf diese Weise gesch\u00fctzt. Der am 4. M\u00e4rz von der Uno in New York verabschiedete Ozeanvertrag soll das \u00e4ndern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach fast 20 Jahren haben sich die Vereinten Nationen auf ein internationales Abkommen zum Schutz der Meere geeinigt. 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