{"id":9511,"date":"2016-09-28T00:00:00","date_gmt":"2016-09-27T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/9511\/mikroplastik-im-speisefisch\/"},"modified":"2019-07-09T14:02:25","modified_gmt":"2019-07-09T12:02:25","slug":"mikroplastik-im-speisefisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/9511\/mikroplastik-im-speisefisch\/","title":{"rendered":"Mikroplastik im Speisefisch"},"content":{"rendered":"\n<p><b>Plastik in frischem Fisch klingt unappetitlich, kommt aber oft vor. Denn die Kosmetik-Hersteller mischen ihren Produkte immer mehr feinste Plastikteilchen (Mikroplastik) bei. Die Inhaltsstoffe von Zahnpasta oder Peeling-Creme gelangt in die Nahrungskette.<\/b><\/p>\n\n<p>Peeling-Creme mit \u00abMikroperlen\u00bb und Zahnpasta mit \u00abReinigungskristallen\u00bb: Was in den Produktbeschreibungen wie Wundermittel gegen Hautschuppen und Zahnverf\u00e4rbungen klingt, sind meist nichts anderes als winzige Plastikpartikel. Kl\u00e4ranlagen k\u00f6nnen sie aufgrund ihrer geringen Gr\u00f6sse oft nicht aus dem Abwasser filtern; sie landen schliesslich in den Fl\u00fcssen und Meeren. Aber auch gr\u00f6ssere Plastikteile wie Verpackungen oder Flaschen, die sich in der Umwelt zu Mikroplastik zersetzen finden sich unseren Ozeanen.<\/p>\n\n<p>Ein&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/plastik-in-fisch\">neuer Greenpeace-Report&nbsp;<\/a>zeigt, dass Fische und andere Meeresbewohner die kleinen Plastikteilchen f\u00e4lschlicherweise f\u00fcr Nahrung halten \u2013 oder auch bereits mit Plastik belastete Meeresorganismen fressen. So reichert sich Mikroplastik m\u00f6glicherweise in der Nahrungskette an \u2013 und wird zur Gefahr f\u00fcr Meer und Mensch. Denn die winzigen Partikel binden wie kleine Schw\u00e4mme Schadstoffe aus der Umwelt. Gleichzeitig werden im Wasser giftige Chemikalien, wie zum Beispiel Weichmacher oder Flammschutzmittel, aus Mikroplastik freigesetzt.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fisch frisst Plastik, Mensch isst Fisch<\/h2>\n\n<p>Der Greenpeace-Report tr\u00e4gt aktuelle Forschungsergebnisse zu Mikroplastik in Fisch- und Meeresfr\u00fcchten zusammen. In verschiedenen Feldstudien fanden Wissenschaftler Plastikpartikel in unterschiedlichen Arten von Fischen, Krusten- und Schalentieren \u2013 von Thunfischen \u00fcber Makrelen bis hin zu Garnelen und Muscheln. In der Nord- und Ostsee zum Beispiel wiesen fast sechs Prozent der untersuchten Fische Plastikr\u00fcckst\u00e4nde auf. Laut einer weiteren Studie sind 86 Prozent der norwegischen Hummer, die vor Westschottland gefangen wurden, mit Mikroplastik belastet. F\u00fcr Meerestiere wird die unnat\u00fcrliche Futterbeilage zum Problem. Entz\u00fcndungen im Darm oder St\u00f6rungen bei der Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung sind m\u00f6gliche Folgen.<\/p>\n\n<p>Landen die belasteten Fische und Meeresfr\u00fcchte beim Menschen auf dem Teller, k\u00f6nnte deren Verzehr durchaus bedenklich sein. Bei Schalentieren, wie zum Beispiel Muscheln, von denen das gesamte weiche Fleisch verzehrt wird, w\u00fcrden die Plastikpartikel einfach mitgegessen \u2013 schlimmstenfalls mitsamt den angedockten Giftstoffen. Inwieweit dadurch Gesundheitsrisiken entstehen, l\u00e4sst sich allerdings nicht abschliessend beurteilen: Die Forschung zu Mikroplastik im Meer steht noch am Anfang.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Politik in der Pflicht<\/h2>\n\n<p>Das bedeutet allerdings nicht, dass sich die Politik Zeit lassen darf. Gerade weil die Auswirkungen nicht ausreichend erforscht und als unbedenklich erwiesen sind, sollten schnell konkrete Massnahmen ergriffen werden. \u00abSo lange Ausma\u00df und Folgen der Mikroplastikbelastung in unseren Meeren nicht bekannt sind, muss unbedingt das Vorsorgeprinzip angewandt werden\u00bb, sagt Dr. Sandra Sch\u00f6ttner, Meeresbiologin und Greenpeace-Expertin f\u00fcr Ozeane. \u00abUm das Risiko f\u00fcr Mensch und Umwelt gering zu halten, brauchen wir dringend gesetzliche L\u00f6sungen.\u00bb<\/p>\n\n<p>Zwar hat sich die Kosmetikindustrie zum Verzicht auf Mikroplastik verpflichtet,&nbsp;jedoch sind ihre Massnahmen unzureichend.&nbsp;Deshalb m\u00fcssen gesetzliche Vorgaben her, um Mikroplastik aus Verbrauchsg\u00fctern zu verbannen. Die sind ohnehin leicht zu ersetzen, denn nat\u00fcrliche Alternativen gibt es viele: Gemahlene Nussschalen oder mineralische Stoffe wie Salzkristalle, Tonerde und Kreide haben einen \u00e4hnlichen Effekt wie die Plastikperlen. Diese Ersatzstoffe w\u00fcrden den Meeresbewohnern viel unappetitliche Plastiknahrung ersparen \u2013 und Menschen und Umwelt vor m\u00f6glichen Risiken sch\u00fctzen. Wie Sie Plastik in Kosmetik vermeiden k\u00f6nnen, zeigt Ihnen unsere praktische&nbsp;kleine&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/sites\/www.greenpeace.de\/files\/publications\/c02111_vk_mikroplastik_ansicht.pdf\">Einkaufshilfe im Visitenkartenformat.<\/a>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Plastik in frischem Fisch klingt unappetitlich, kommt aber oft vor. Denn die Kosmetik-Hersteller mischen ihren Produkte immer mehr feinste Plastikteilchen (Mikroplastik) bei. 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