{"id":9573,"date":"2016-08-09T00:00:00","date_gmt":"2016-08-08T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/9573\/schutz-statt-schnelles-geld\/"},"modified":"2019-05-30T10:05:28","modified_gmt":"2019-05-30T08:05:28","slug":"schutz-statt-schnelles-geld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/9573\/schutz-statt-schnelles-geld\/","title":{"rendered":"Schutz statt schnelles Geld"},"content":{"rendered":"<p><b>In Rum\u00e4nien haben Greenpeace-AktivistInnen damit begonnen, den letzten Urwald des Landes zu kartografieren. Damit soll der Grundstock f\u00fcr dessen Schutz gelegt werden. Denn die Forstwirtschaft wittert hier schnelles Geld.<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div style=\"width: 810px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/a30afd2e-a30afd2e-rumania.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" style=\"border-width: 0px;\" title=\"Abgeholzte Waldfl\u00e4chen in der N\u00e4he des Ortes Maguri. \" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/a30afd2e-a30afd2e-rumania.jpg\" alt=\"Abgeholzte Waldfl\u00e4chen in der N\u00e4he des Ortes Maguri. \" width=\"800\" height=\"534\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Dienstag, 9. August 2016: Abgeholzte Waldfl\u00e4chen in der N\u00e4he des Ortes Maguri. \u00a9 Thomas Einberger \/ Greenpeace<\/p><\/div>\n<p><a class=\"open-img EnlargeImage\" title=\"Abgeholzte Waldfl\u00e4chen in der N\u00e4he des Ortes Maguri. \" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/a30afd2e-a30afd2e-rumania.jpg\"><br \/>\n<\/a>Der Schweizer Wald besteht gr\u00f6sstensteils aus Aufforstungen, nachdem man man ihn bis Mitte des 19. Jahrhunderts fast komplett abgeholzt hatte.\u00a0Die sprichw\u00f6rtliche unber\u00fchrte\u00a0Natur findet man hierzulande nur noch in kleinfl\u00e4chigen, schwer zug\u00e4nglichen Gebirgswaldecken. In Nord- und Osteuropa ist das anders. In den rum\u00e4nischen Karpaten zum Beispiel, der Heimat von B\u00e4r, Wolf und Luchs, kann man durch jahrhundertealte W\u00e4lder streifen. Doch wie lange noch?<\/p>\n<div class=\"field--body\">\n<p><strong>Schutz vs. Nutzung<\/strong><\/p>\n<p>Viele sehen im dichten Wald einen Selbstbedienungsladen: Illegale Rodungen sind auch in Rum\u00e4nien ein grosses Problem. 2013 und 2014 verschwand unrechtm\u00e4ssig mindestens eine Million Kubikmeter Holz aus den W\u00e4ldern \u2013 so viel registrierten zumindest die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/themen\/waelder\/waldraub-auf-dem-kerbholz\">die Dunkelziffer liegt sehr wahrscheinlich h\u00f6her<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"field--body-more\">\n<p>S\u00fcdlich des F\u0103g\u0103ra\u0219-Gebirges hat Greenpeace nun eine Waldschutzstation eingerichtet. Insgesamt rund 90 AktivistInnen aus ganz Europa, darunter vier aus der Schweiz, sind dort zusammengekommen, um die Sch\u00f6nheit, aber auch die Zerst\u00f6rung der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/rumaenien\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">wilden rum\u00e4nischen W\u00e4lder<\/a>\u00a0zu dokumentieren.\u00a0Das ist ein wichtiger Grundstock, damit die\u00a0<a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/romania\/Global\/romania\/paduri\/Publicatii\/20160307_Forest%20Vision%20for%20Romania_02_WEB.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Greenpeace-Vision f\u00fcr den rum\u00e4nischen Wald<\/a>\u00a0umgesetzt werden kann: ein Netzwerk von Schutzgebieten sowie eine verantwortungsbewusste Nutzung des Waldes und seiner Ressourcen.<\/p>\n<p>Greenpeace m\u00f6chte mit der Aktion die Aufmerksamkeit auf die wenigen verbliebenen Urw\u00e4lder Rum\u00e4niens und Europas richten. Wenn es darum geht, den Urwald zu retten, denken die meisten hierzulande an Regenwald und Tropenholz \u2013 dabei sind die letzten wilden W\u00e4lder vor der Haust\u00fcr ebenso gef\u00e4hrdet. Bei ihrem Schutz muss Europa mit gutem Beispiel vorangehen.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr m\u00fcssen aber erst die Voraussetzungen geschaffen werden: Oft ist nicht eindeutig, wo die Urwaldgrenzen verlaufen. Darum fordert Greenpeace ein Moratorium: Wo Urwaldgebiete vermutet werden, d\u00fcrfen vorerst keine B\u00e4ume gef\u00e4llt werden \u2013 bis die Urw\u00e4lder umfassend kartografert und gesch\u00fctzt sind.<\/p>\n<h3>Kartografieren heisst sch\u00fctzen<\/h3>\n<p>Der Anfang ist getan: Vor kurzem hat die rum\u00e4nische Regierung beschlossen, ein nationales Register der verbliebenen Urw\u00e4lder zu erstellen. Alle W\u00e4lder, die nach offiziellen Kriterien als Urw\u00e4lder oder Quasi-Urw\u00e4lder gelten, sollen diesem Register hinzugef\u00fcgt und dauerhaft vor der S\u00e4ge gesch\u00fctzt werden. Klingt gut, das Projekt ist jedoch mit Problemen behaftet: So liegt die bisher einzige Bestandsaufnahme f\u00fcr diese W\u00e4lder schon mehr als zehn Jahre zur\u00fcck. Seitdem ist in vielen von ihnen Holz gef\u00e4llt worden. Ausserdem wurden damals nicht alle geeigneten W\u00e4lder ber\u00fccksichtigt, sondern teilweise sogar systematisch ignoriert:\u00a0 So gross sind die Interessen an ihrer holzwirtschaftlichen Nutzung.<\/p>\n<p>Doch nun sollen laut Regierungsbeschluss die verbliebenen Urw\u00e4lder systematisch identifiziert und dauerhaft erhalten werden. Auch die \u00d6ffentlichkeit und Nichtregierungsorganisationen sind aufgerufen, W\u00e4lder zu melden, die sich f\u00fcr die Aufnahme eignen. Daran kn\u00fcpfen die Greenpeace-Aktivit\u00e4ten vor Ort an.<\/p>\n<p>So lange Unklarheit herrscht, wo sich \u00fcberall noch Urw\u00e4lder befinden, darf nicht r\u00fccksichtslos im rum\u00e4nischen Wald gerodet werden. Wir fordern die Umweltministerin Rum\u00e4niens Cristiana Pa\u0219ca-Palmer darum auf, das Moratorium f\u00fcr Urwaldpotenzial-Gebiete umgehend umzusetzen. Der Rodungsstopp soll so lange gelten, bis alle verbliebenen Urw\u00e4lder identifiziert sind und dauerhaft rechtssicher unter Schutz stehen. Nur so ist gew\u00e4hrleistet, dass jahrhundertealte W\u00e4lder weiterhin unber\u00fchrt bleiben d\u00fcrfen und Europas Naturerbe bewahrt wird.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Rum\u00e4nien haben Greenpeace-AktivistInnen damit begonnen, den letzten Urwald des Landes zu kartografieren. Damit soll der Grundstock f\u00fcr dessen Schutz gelegt werden. 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