{"id":9611,"date":"2016-06-22T00:00:00","date_gmt":"2016-06-21T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/9611\/erdbeeren-suesses-gift\/"},"modified":"2020-10-26T15:04:39","modified_gmt":"2020-10-26T13:04:39","slug":"erdbeeren-suesses-gift","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/9611\/erdbeeren-suesses-gift\/","title":{"rendered":"Erdbeeren: s\u00fcsses Gift"},"content":{"rendered":"\n<p><b>Schweizer Erdbeeren aus konventionellem Anbau sind h\u00e4ufig mit teils sehr problematischen Pestiziden belastet. Das ist das Resultat von Analysen, die Greenpeace Schweiz in Auftrag gegeben hatte. Die Bio-Proben waren alle sauber.<\/b><\/p>\n\n<p>Die Erdbeere ist eine der Lieblingsfr\u00fcchte der SchweizerInnen. Vor allem bei Kindern steht sie ganz hoch im Kurs. Das ist gut so, denn die s\u00fcsse Beere ist reich an Vitamin C und sekund\u00e4ren Pflanzenstoffen, die der K\u00f6rper braucht um gesund zu bleiben.<\/p>\n\n<p>Der Anbau der roten, kleinen Frucht hat jedoch eine Schattenseite: synthetische Gifte! Wir haben bei verschiedenen Grossverteilern Erdbeeren aus der Schweiz gekauft und durch ein unabh\u00e4ngiges Labor auf Pestizid-R\u00fcckst\u00e4nde testen lassen.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/68c3d7f6-erdbeerreport.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Das Resultat<\/a>\u00a0macht vor allem Lust auf Bio-Genuss: Die meisten Erdbeeren aus konventionellem Anbau enthielten mindestens vier Pestizide. Wegen der R\u00fcckst\u00e4nde d\u00fcrften sie f\u00fcr Babynahrung aufgrund der strengen Herstellungs-Richtlinien nicht verwendet werden. Alle Bio-Erdbeeren und lediglich eine Probe aus konventioneller Produktion waren pestizidfrei. Auf dem Feld sieht es nicht besser aus: In Boden und Pflanzen aus Erdbeerfeldern im Thurgau und im Seeland haben wir total 20 \u2013 zum Teil krebserregende \u2013 Pestizide gefunden.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Insbesondere f\u00fcr Kinder problematisch<\/h2>\n\n<p>Die Mehrfachbelastung durch Pestizide&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Publikationen\/Landwirtschaft\/Bienenstudie\/\">reduziert die Biodiversit\u00e4t massiv<\/a>&nbsp;und&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Publikationen\/Landwirtschaft\/Pestizide-und-unsere-Gesundheit\/\">kann schwer krank machen<\/a>. F\u00fcr Kinder, die einen hohen Konsum an Erdbeeren aufweisen, sind die gemessenen Werte zweier konventioneller Proben toxikologisch bedenklich \u2013&nbsp;obwohl die g\u00fcltigen H\u00f6chstwerte in allen Proben eingehalten wurden. Bei der staatlichen Bewertung von Risiken durch Pestizide und Pestizidr\u00fcckst\u00e4nde wird jeder R\u00fcckstand und jeder Stoff einzeln f\u00fcr sich betrachtet. Das spiegelt jedoch nicht die Realit\u00e4t wieder &nbsp;\u2013 wie die Erdbeertests zeigen \u2013 &nbsp;und darf nicht als wissenschaftlich angesehen werden. Menschen sind heute einer Vielzahl von Chemikalien ausgesetzt und durch die t\u00e4gliche Nahrung nehmen einige Bev\u00f6lkerungsgruppen mehr dieser Schadstoffe auf als toxikologisch vertretbar ist.<\/p>\n\n<p>Philippe Schenkel, Umweltwissenschaftler ETH und Leiter der Landwirtschaftskampagne bei Greenpeace Schweiz, sagt dazu: \u00abDie gefundenen Pestizid-Cocktails beweisen einmal mehr, dass die Schweizer Landwirtschaft nicht so naturnah ist, wie sie sich gerne gibt. Pestizide in den Erdbeeren k\u00f6nnen nicht gesund sein. Und da Erdbeeren nur einen kleinen Teil der t\u00e4glich konsumierten Lebensmittel ausmachen, akkumulieren sich bei einem Mix aus konventionell hergestellten Lebensmitteln die potenziell krankmachenden Wirkstoffe im K\u00f6rper. Wer ausschliesslich biologisch produzierte Lebensmittel einkauft, tut sich und der Umwelt einen Gefallen, denn der Bio-Anbau hat wesentliche Vorteile f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t und die Gesundheit.\u00bb<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Paradigmenwechsel n\u00f6tig<\/h2>\n\n<p>Greenpeace fordert einen grunds\u00e4tzlichen Wandel in der Agrarpolitik: Es ist h\u00f6chste Zeit, aus der industriellen Chemie-Landwirtschaft auszusteigen und auf eine nachhaltige Landwirtschaft zu setzen, die gesunde Lebensmittel f\u00fcr uns alle produzieren kann. Die L\u00f6sung liegt in der \u00f6kologischen Landwirtschaft, wie sie neben dem&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.weltagrarbericht.de\/index.php?id=2138\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Weltagrarrat<\/a>&nbsp;k\u00fcrzlich auch&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.ipes-food.org\/images\/Reports\/UniformityToDiversity_FullReport.pdf\">die Agrarexperten des International Panel of Experts on Sustainable Food Systems (iPES)(engl.)<\/a>&nbsp; pr\u00e4sentierten.<\/p>\n\n<p>Die Grossverteiler stehen in der Verantwortung, den Wandel gemeinsam mit ihren Lieferanten unverz\u00fcglich anzugehen.&nbsp;Auf&nbsp;<a href=\"https:\/\/giftfrei.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">giftfrei.org<\/a>&nbsp;k\u00f6nnen Sie sie dazu auffordern und&nbsp;sich ein f\u00fcr eine giftfreie Lebensmittelproduktion einsetzen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schweizer Erdbeeren aus konventionellem Anbau sind h\u00e4ufig mit teils sehr problematischen Pestiziden belastet. 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