{"id":9660,"date":"2016-06-14T00:00:00","date_gmt":"2016-06-13T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/9660\/die-blinde-hoffnung-in-eine-renaissance-des-atomzeitalters\/"},"modified":"2019-05-30T10:09:18","modified_gmt":"2019-05-30T08:09:18","slug":"die-blinde-hoffnung-in-eine-renaissance-des-atomzeitalters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/9660\/die-blinde-hoffnung-in-eine-renaissance-des-atomzeitalters\/","title":{"rendered":"Die blinde Hoffnung in eine Renaissance des Atomzeitalters"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Ausfuhr von radioaktiven Brennst\u00e4ben aus der Schweiz k\u00f6nnte theoretisch schon in vier Jahren wieder erlaubt sein. So wollen es National- und St\u00e4nderat, obwohl sie eigentlich erst k\u00fcrzlich ein Verbot dieser sch\u00e4dlichen Praxis beschlossen haben. Der widerspr\u00fcchliche Entscheid offenbart, wie die B\u00fcrgerlichen noch immer mit einer Renaissance des Atomzeitalters lieb\u00e4ugeln.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\"><a class=\"open-img EnlargeImage\" title=\"\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/0d410eaf-0d410eaf-gp01w0m_web_size.jpg\"> <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" style=\"border-width: 0px;\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/0d410eaf-0d410eaf-gp01w0m_web_size.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<\/a>Greenpeace Schweiz k\u00e4mpfte jahrelang f\u00fcr ein Verbot der Wiederaufarbeitung von Atom-Brennst\u00e4ben: Gleisblockade beim AKW Beznau im Jahr 1997<\/div>\n<\/div>\n<p>Die Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente ist eine der vielen \u00fcblen Begleiterscheinungen der Atomenergie-Nutzung. In der Vergangenheit gab es in den entsprechenden Anlagen mehrere schwere Unf\u00e4lle, bei denen Mitarbeitende hohen Strahlenbelastungen ausgesetzt oder die Umwelt und das Meer stark belastet wurden. 2005 erkannte endlich auch die Schweizer Politik, dass damit Schluss sein muss. Die Ausfuhr abgebrannter Brennelemente zur Wiederaufarbeitung wurde f\u00fcr zehn Jahre verboten.<\/p>\n<p>Dieses Moratorium l\u00e4uft Ende dieses Monats aus und soll mit der Energiestrategie 2050 in ein definitives Verbot umgewandelt werden. Wie beim Neubauverbot f\u00fcr AKW waren sich in der Frage des Ausfuhrverbots beide R\u00e4te einig. Dennoch musste bis zum Inkrafttreten der Energiestrategie eine \u00dcbergangsregelung her: Die Verl\u00e4ngerung des Moratoriums um weitere zehn Jahre. Eigentlich bei dieser Ausgangslage eine reine Formsache.<\/p>\n<p><strong>Festklammern am Auslaufmodell Atomkraft<\/strong><\/p>\n<p>Entsprechend verwunderlich scheint, was nun gestern und heute in National- und St\u00e4nderat passiert ist: Die beiden R\u00e4te haben sich auf einen FDP-Vorschlag geeinigt, das Moratorium nur auf vier statt auf weitere zehn Jahre zu verl\u00e4ngern. Die SVP wollte gar, dass die Ausfuhr und Wiederaufbereitung von Brennelementen wieder erlaubt wird. Dieser Entscheid, und vor allem dessen Begr\u00fcndung, l\u00e4sst tief blicken: Er offenbart, wie die b\u00fcrgerlichen Politiker noch immer \u2013 entgegen jeder energiewirtschaftlichen Vernunft und entgegen der Meinung der grossen Mehrheit des Volks \u2013 mit einer Renaissance des Auslaufmodells Atomenergie lieb\u00e4ugeln.<\/p>\n<p>Falls die Energiestrategie scheitern sollte, m\u00fcsse man danach wieder \u00fcber die Wiederaufarbeitung diskutieren k\u00f6nnen, lautete die Begr\u00fcndung des FDP-Sprechers im Nationalrats. Mit anderen Worten: Die FDP macht offenbar schon Planspiele, in denen der bereits beschlossene Atomausstieg r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht wird. Wie ein kleines Kind, das sein kaputtes Lieblingsspielzeug nicht hergeben will, klammert sich die b\u00fcrgerliche Ratsseite an die Atomkraft.<\/p>\n<p><strong>Ewiggestrigen den Riegel schieben<\/strong><\/p>\n<p>Als \u00abNostalgiker eines vergehenden Atomzeitalters\u00bb bezeichnete CVP-Politiker Yannick Buttet seine Kolleginnen und Kollegen von weiter rechts. Dem ist nichts hinzuzuf\u00fcgen. Ausser das: Dem trotzigen Lieb\u00e4ugeln der B\u00fcrgerlichen mit der Atomkraft kann man auf einfache, elegante Art antworten. Mit einem definitiven Ja zur Atomausstiegsinitiative im November.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ausfuhr von radioaktiven Brennst\u00e4ben aus der Schweiz k\u00f6nnte theoretisch schon in vier Jahren wieder erlaubt sein. 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