{"id":9670,"date":"2016-06-16T00:00:00","date_gmt":"2016-06-15T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/9670\/wir-duerfen-das-klima-nicht-im-regen-stehen-lassen\/"},"modified":"2019-05-30T10:09:37","modified_gmt":"2019-05-30T08:09:37","slug":"wir-duerfen-das-klima-nicht-im-regen-stehen-lassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/9670\/wir-duerfen-das-klima-nicht-im-regen-stehen-lassen\/","title":{"rendered":"\u00abWir d\u00fcrfen das Klima nicht im Regen stehen lassen\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><b>Regen, Regen und nochmals Regen. Das Wetter in der Schweiz l\u00e4sst momentan zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Was hat das aber mit der Klimaerw\u00e4rmung und unserem Verhalten zu tun? Antworten des Klimaexperten von Greenpeace Schweiz Georg Klingler.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<p><a class=\"open-img EnlargeImage\" title=\"\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/8d7fc83e-8d7fc83e-gk.jpg\"> <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" style=\"border-width: 0px;\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/8d7fc83e-8d7fc83e-gk.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<\/a>Georg Klingler, Klima-Experte von Greenpeace Schweiz (\u00a9Greenpeace\/Nicolas Fojtu)<\/p>\n<p><strong>Im letzten Jahr Hitzewellen, nun Dauerregen. Ist das direkt auf den Klimawandel zur\u00fcckzuf\u00fchren?<\/strong><\/p>\n<p>Einzelne Wettererlagen k\u00f6nnen nicht kausal auf die Klimaerw\u00e4rmung zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Es kann sich immer um eine nat\u00fcrliche Variation handeln, auch bei Extremen wie dem Hitzesommer 2003, die statistisch gesehen nur alle paar hundert Jahre vorkommen sollten. Gleichzeitig ist klar, dass die Klimaerw\u00e4rmung die Wahrscheinlichkeit von solchen Wetterextremen, namentlich Starkregen und Hitzewellen, markant erh\u00f6ht. <a href=\"https:\/\/www.ethz.ch\/de\/news-und-veranstaltungen\/eth-news\/news\/2015\/04\/hitzetage-zu-mehr-als-der-haelfte-wegen-des-klimawandels.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Forscher der ETH errechneten<\/a>, das schon heute mehr als die H\u00e4lfte der global auftretenden Hitzewellen und rund ein F\u00fcnftel der Niederschlagsextreme auf die Klimaerw\u00e4rmung zur\u00fcckzuf\u00fchren sind.<\/p>\n<p><strong>\u00abWahrscheinlich\u00bb heisst aber noch nicht sicher \u2026<\/strong><\/p>\n<p>Es ist wie mit der Geschwindigkeit und Verkehrsunf\u00e4llen: Einerseits ist klar, dass bei erh\u00f6hten Geschwindigkeiten h\u00e4ufigere und schlimmere Unf\u00e4lle passieren, dennoch kann nicht jeder Unfall auf die Geschwindigkeit alleine zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Auch die Tatsache, dass weltweit immer mehr Menschen so wie wir schnell herumfahren wollen, erh\u00f6ht das Unfallrisiko markant. Bei der Klimaerw\u00e4rmung ist es so, dass Forschergruppen weltweit sagen, wir sollten dringend die Geschwindigkeit drosseln und ein vertr\u00e4gliches Limit einf\u00fchren. Die Politik und mit ihr unsere fossil-s\u00fcchtige Gesellschaft steht aber immer noch mit einem Fuss auf dem Gas. Es scheint, dass noch nicht alle begriffen haben, welchen Preis wir und unsere Kinder daf\u00fcr bezahlen werden.<\/p>\n<p><strong>Dies l\u00e4sst nichts Gutes f\u00fcr die Zukunft erahnen. Wie wird die Welt unserer Enkelkinder aussehen?<\/strong><\/p>\n<p>Bereits unser Kinder werden die Welt deutlich bedrohlicher erleben als wir: Es werden beispielsweise neue Krankheitserreger und Sch\u00e4dlinge vorkommen. Die heute schon beobachtete Ansiedlung der Tigerm\u00fccke im Tessin, die tropische Krankheiten \u00fcbertragen kann, ist ein Anzeichen daf\u00fcr. Hitze-Extreme und D\u00fcrren, gefolgt von extremeren Regenschauern und \u00dcberschwemmungen werden normaler. Dazu kommt, dass unsere Alpen immer unstabiler werden: H\u00e4nge kommen vermehrt ins Rutschen, und die Schneefallgrenze wird kontinuierlich ansteigen.\u00a0Bei Gewittern und St\u00fcrmen hat man zwar Indizien, dass auch sie heftiger und h\u00e4ufiger werden k\u00f6nnten, man kann es aber (noch) nicht statistisch nachweisen.<\/p>\n<p><strong>Was ist die Ursache dieser Extremereignisse?<\/strong><\/p>\n<p>Die menschgemachten Treibhausgasemissionen oder, anders gesagt, die in unserer Gesellschaft v\u00f6llig normale \u00abSucht\u00bb nach fossilen Energien und billigen Waren. Von der Steckdose, \u00fcber die Kinderspielzeuge, \u00fcber das warme Zimmer und das praktische Auto bis hin zum Fleisch auf unserem Teller: Alles entl\u00e4sst grosse Mengen an Treibhausgasen in die Atmosph\u00e4re, die dann die W\u00e4rme zur\u00fcckhalten bzw. die Erde immer mehr zum gef\u00e4hrlichen Treibhaus machen.<\/p>\n<div class=\"events-box middle-box right\">\n<div class=\"frame\"><a class=\"open-img EnlargeImage\" title=\"\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/6be1b262-6be1b262-gp02hrq_web_size-ex-press-heike-grasser.jpg\"> <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl04_Image1\" class=\"Thumbnail\" style=\"border-width: 0px;\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/6be1b262-6be1b262-gp02hrq_web_size-ex-press-heike-grasser.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<\/a>August 2005: Heftige Regenf\u00e4lle haben schweizweit \u00dcberschwemmungen verursacht. Das Engelbergertal und Engelberg selbst wurden durch die Fluten und Erdrutsche f\u00fcr Tage von der Umwelt abgeschnitten. (\u00a9 Greenpeace \/ Ex-Press \/ Heike Grasser)<\/div>\n<\/div>\n<p><strong>Das Problem ist gross, die Schweiz aber klein. Was k\u00f6nnen wir weltweit \u00fcberhaupt bewirken?<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben pro Kopf einen \u00fcberdurchschnittlich hohen Ausstoss an Treibhausgasen: im Inland aber auch im Ausland, wo unsere Konsumg\u00fcter produziert werden. Und vergessen wir nicht, dass unser Finanzplatz von globaler Bedeutung ist und weiterhin viel Geld in fossile Energietr\u00e4ger investiert. Aber am wichtigsten scheint mir, dass die kleine, reiche und wissensstarke Schweiz Wege aufzeigen kann, wie man die Gesellschaft ohne Treibhausgase friedlich organisieren kann. Denn nur, wenn jemand anf\u00e4ngt, werden die L\u00e4nder weltweit auch diesen Weg gehen.<\/p>\n<p><strong>Die Pensionskasse des Bundes, die Publica, <a href=\"http:\/\/www.sonntagszeitung.ch\/read\/sz_12_06_2016\/wirtschaft\/Pensionskasse-des-Bundes-steigt-bei-der-Kohle-aus-66343\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hat k\u00fcrzlich bekannt gegeben<\/a>, dass sie nicht mehr in die klimasch\u00e4dliche Kohle investieren will. Ist das der K\u00f6nigsweg?<\/strong><\/p>\n<p>Solche Entscheidungen haben sicher Signalwirkung, noch steckt aber zu viel Geld in fossilen Unternehmen, die sich an der Klimaerw\u00e4rmung bereichern. Zudem gibt es neben der Publica hunderte weitere Pensionskassen, die diesen Schritt gehen sollten. Dies notabene auch, weil solche Investitionen ein erhebliches Risiko f\u00fcr unsere Altersguthaben sind. Der n\u00e4chste Finanzcrash k\u00f6nnte sehr wohl wegen der \u00dcberbewertung der fossilen Energien kommen. Am schockierendsten sind aber nach wie vor unsere Grossbanken: Sie mischen weltweit vorne mit, wenn es um die <a href=\"http:\/\/www.ran.org\/shorting_the_climate\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Finanzierung von dreckigen fossilen Projekten<\/a> geht.<\/p>\n<p><strong>Was muss passieren, damit wir \u2013 wie im Pariser Abkommen festgelegt \u2013 den nachfolgenden Generationen eine 100% erneuerbare Welt \u00fcbergeben k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n<p>Wir d\u00fcrfen das Klima nicht im Regen stehen lassen. Wir m\u00fcssen politisch endlich den Rahmen so setzen, dass erneuerbare Energien und Energieeffizienz an Stelle von fossilen Energien treten. Weil Nichtstun unsere Grundrechte gef\u00e4hrdet und sich die zust\u00e4ndigen Entscheidungstr\u00e4ger immer noch dagegen str\u00e4uben etwas zu \u00e4ndern, rufen immer mehr Menschen die Gerichte an. In Holland haben sie erstinstanzlich Recht bekommen;\u00a0<a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Uber-uns\/Kontakt\/Medienstelle\/Medienmitteilungen\/Hollaendisches-Gericht-verfuegt-strengere-Klimaziele--auch-die-Schweiz-muss-ueber-die-Buecher\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ein Gericht hat den Staat zu mehr Klimaschutz verpflichtet<\/a>. Auch in den USA wurden solche <a href=\"http:\/\/ourchildrenstrust.org\/state\/massachusetts\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">wegweisende Urteile<\/a> gesprochen. Weitere Klimaklagen gibt es in Belgien, in Norwegen und auf den Philippinen.<\/p>\n<p><strong>Und was sollen wir im Alltag tun oder eben nicht?<\/strong><\/p>\n<p>Politikerinnen und Politiker w\u00e4hlen, die das Problem erkannt haben und ernst nehmen. Und nat\u00fcrlich selber den Verbrauch fossiler Energien sowie den konsumbedingten Treibhausgas-Ausstoss so stark wie m\u00f6glich eind\u00e4mmen.<\/p>\n<p>Weitere Hintegrundinformationen im <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Uber-uns\/Kontakt\/Medienstelle\/Medienmitteilungen\/Klima-Masterplan-Erster-Schweizer-Plan-zur-Umsetzung-des-Pariser-Abkommens\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Klima-Masterplan<\/a> der Klima-Allianz.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Regen, Regen und nochmals Regen. Das Wetter in der Schweiz l\u00e4sst momentan zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Was hat das aber mit der Klimaerw\u00e4rmung und unserem Verhalten zu tun? 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