{"id":9700,"date":"2016-04-26T00:00:00","date_gmt":"2016-04-25T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/9700\/30-jahre-nach-tschernobyl-das-unsichtbare-sichtbar-machen\/"},"modified":"2019-05-30T10:10:53","modified_gmt":"2019-05-30T08:10:53","slug":"30-jahre-nach-tschernobyl-das-unsichtbare-sichtbar-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/9700\/30-jahre-nach-tschernobyl-das-unsichtbare-sichtbar-machen\/","title":{"rendered":"30 Jahre nach Tschernobyl: Das Unsichtbare sichtbar machen"},"content":{"rendered":"<p><b>Radioaktivit\u00e4t kann man nicht sehen. Das macht sie besonders heimt\u00fcckisch und gleichzeitig unfassbar. Der Fotograf Greg McNevin hat eine M\u00f6glichkeit entwickelt, radioaktive Strahlung in der Landschaft zu zeigen. Das Ergebnis seiner Arbeit in Tschernobyl ist von einer be\u00e4ngstigenden Sch\u00f6nheit \u2013 und sichtbares Zeugnis einer Katastrophe, die auch 30 Jahre sp\u00e4ter andauert.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<p>Nach dem Reaktorunfall in\u00a0Fukushima\u00a0trat ich dem Greenpeace-Strahlenschutzteam bei, um die H\u00f6he der Strahlenbelastung f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung zu messen und die Lage aufzukl\u00e4ren. Greenpeace dokumentiert seit \u00fcber 40 Jahren Umweltverschmutzung und -zerst\u00f6rung, aber eine Frage hat mich nicht mehr losgelassen: Wie kann man etwas sichtbar machen, das unsichtbar ist?<\/p>\n<p><strong>Mit Leuchtstab und Geigerz\u00e4hler<br \/>\n<\/strong>Wir fanden die Antwort in einem speziell angefertigten LED-Leuchtstab, der \u2013 an einen Geiger-Z\u00e4hler angeschlossen \u2013 radioaktive Strahlungslevel messen und in Echtzeit anzeigen kann. Man nimmt ein Bild von einer kontaminierten Fl\u00e4che mit langer Beleuchtungszeit auf, geht mit dem Messger\u00e4t dar\u00fcber und erh\u00e4lt eine wellenf\u00f6rmige Lichtwand, welche die Strahlung in der Umgebung visuell auf einer Karte darstellt.<\/p>\n<p>Weisses Licht zeigt jene Radioaktivit\u00e4t an, welche die Regierung als akzeptabel eingestuft hat. Oranges Licht weist auf eine \u00dcberschreitung des \u00absicheren\u00bb Kontaminationslevels hin. Ein rotes Signal zeigt eine Verstrahlung an, bei der die Bev\u00f6lkerung evakuiert werden m\u00fcsste.<\/p>\n<div class=\"embedded-image-gallery promo general-form\">\n<h2>Tschernobyl und Fukushima: Das Unsichtbare sichtbar machen<\/h2>\n\n<div class=\"text\">\n<p class=\"description\">Wie zeigt man radioaktive Strahlung?<\/p>\n<p>Greg McNevin fand die Antwort in einem speziell angefertigten LED-Leuchtstab, der &#8211; an einen Geiger-Z\u00e4hler angeschlossen &#8211; radioaktive Strahlungslevel messen und in Echtzeit anzeigen kann. Man nimmt ein Bild von einer kontaminierten Fl\u00e4che mit langer Beleuchtungszeit auf, geht mit dem Messger\u00e4t dar\u00fcber und erh\u00e4lt eine wellenf\u00f6rmige Lichtwand, die die Strahlung in der Umgebung visuell auf einer Karte darstellt.<\/p>\n<p class=\"copyright\">\u00a9 Greg McNevin<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong>Gef\u00e4hrliche Strahlungswerte gefunden<br \/>\n<\/strong>Als wir dieses Messger\u00e4t in den Katastrophengebieten von Tschernobyl und Fukushima benutzten, fanden wir Bereiche, die von den Beh\u00f6rden als \u00abdekontaminiert\u00bb eingestuft wurden, aber dennoch Strahlung oberhalb des zugelassenen Limits aufwiesen. Die Radioaktivit\u00e4t bleibt bestehen. In Russlands Bryansk-Region fanden wir dreissig Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl noch Strahlungslevel, die mit den heutigen Werten in den Evakuierungszonen von Fukushima vergleichbar sind.<\/p>\n<p>Egal ob f\u00fcnf oder dreissig Jahre danach, die Strahlungsrisiken bleiben, und die Gemeinden k\u00e4mpfen weiterhin mit Problemen, die aus dem deutlich komplizierter gewordenen Alltag und dem Zerfall ihrer Ortschaften resultieren. In Starye Bobovichi, einige hundert Kilometer von Tschernobyl entfernt, glaubt die Schulleiterin Tatyana Dorokhova, dass kontaminiertes Material auf das Schulgel\u00e4nde gelangt ist. Das k\u00f6nnte erkl\u00e4ren, wieso wir im Garten der Schule und auf dem Spielplatz Fl\u00e4chen erh\u00f6hter Strahlung entdeckt haben, aber woanders konstant niedrige Strahlungslevel.<\/p>\n<p><strong>Radioaktivit\u00e4t bleibt lange in der Umwelt<br \/>\n<\/strong>25 Jahre trennt die Katastrophen von Fukushima und Tschernobyl, aber die aus ihnen resultierenden Trag\u00f6dien sind vergleichbar und der Unfall\u00a0pr\u00e4sent wie eh und je. Radioaktivit\u00e4t akkumuliert sich\u00a0und bleibt f\u00fcr lange Zeit in der Umwelt, bis sie schlie\u00dflich jeden Aspekt des Lebens in der Gemeinde erfasst hat.<\/p>\n<p><em>Autor Greg McNevin\u00a0ist freiberuflicher Fotograf. Folgen Sie ihm auf\u00a0<a class=\"0\" href=\"https:\/\/twitter.com\/gmcnevin\" target=\"true\" rel=\"noopener noreferrer\">Twitter<span class=\"0\"><span class=\"element-invisible\">\u00a0<\/span><\/span><\/a>und\u00a0<a class=\"0\" href=\"https:\/\/www.instagram.com\/gregmcnevin\/\" target=\"true\" rel=\"noopener noreferrer\">Instagram<span class=\"0\"><span class=\"element-invisible\">\u00a0<\/span><\/span><\/a>.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Gefahr eines weiteren Atomunfalls ist real<br \/>\n<\/strong>Ein atomarer GAU ist leider auch in der heutigen Zeit und in einem technologisch hoch entwickelten Land m\u00f6glich \u2013 das hat der Atomunfall von Fukushima vor 5 Jahren gezeigt. Und in der Schweiz steht das \u00e4lteste Atomkraftwerk der Welt. Wegen seines Alters und vieler weiterer Probleme geht vom AKW Beznau ein besonders hohes Risiko aus. Greenpeace Schweiz setzt sich daf\u00fcr ein, dass das marode Kraftwerk definitiv abgestellt wird. Mehr Infos: <a href=\"http:\/\/www.byebyebeznau.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.byebyebeznau.ch<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Radioaktivit\u00e4t kann man nicht sehen. Das macht sie besonders heimt\u00fcckisch und gleichzeitig unfassbar. Der Fotograf Greg McNevin hat eine M\u00f6glichkeit entwickelt, radioaktive Strahlung in der Landschaft zu zeigen. 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