{"id":97102,"date":"2023-04-19T23:40:00","date_gmt":"2023-04-19T21:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=97102"},"modified":"2023-04-19T21:52:34","modified_gmt":"2023-04-19T19:52:34","slug":"nachhaltigkeit-schweizer-pensionskassen-uebernehmen-keine-verantwortung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/97102\/nachhaltigkeit-schweizer-pensionskassen-uebernehmen-keine-verantwortung\/","title":{"rendered":"Nachhaltigkeit: Schweizer Pensionskassen \u00fcbernehmen keine Verantwortung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Schweizer Pensionskassen behandeln das Thema Nachhaltigkeit stiefm\u00fctterlich. Das best\u00e4tigt die <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/97061\/ein-weiter-weg-zu-nachhaltigen-pensionskassen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Analyse entsprechender Dokumente<\/a>, die Greenpeace Schweiz dank engagierter Versicherten einsehen konnte. Die Vorsorgeeinrichtungen integrieren den Schutz des Klimas und der Biodiversit\u00e4t kaum konsequent in ihre Investitionsprozesse und -entscheide und nutzen ihre Einflussm\u00f6glichkeiten auf die investierten Unternehmen ungen\u00fcgend. Greenpeace Schweiz fordert ab 2030 ein Verbot von Investitionen in Unternehmen, deren Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeiten nicht vereinbar sind mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens und dem Schutz der Biodiversit\u00e4t.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<p>Nur wenige Pensionskassen informieren transparent und \u00f6ffentlich \u00fcber ihre Nachhaltigkeitsstrategie. Darum hat Greenpeace Schweiz Anfang Februar das Online-Tool \u00abPensionWatch\u00bb lanciert, mit dem Versicherte ihrer Pensionskasse konkrete Fragen zu deren Nachhaltigkeit stellen konnten. In den vergangenen Wochen gelangten so rund 1\u2019200 Versicherte an \u00fcber 130 Pensionskassen. Doch l\u00e4ngst nicht alle Vorsorgeeinrichtungen reagierten: Am Ende lagen nur Antworten von 46 Kassen vor. Zusammenfassend kommt Greenpeace Schweiz nach der Durchsicht der ihr vorliegenden Antworten zum Schluss:&nbsp;<\/p>\n\n<p><strong>Die Bereitschaft, die eigenen Versicherten transparent und umfassend \u00fcber die Nachhaltigkeitsstrategie zu informieren, ist klein<\/strong>. Selbst \u00f6ffentlich-rechtliche Anstalten wie die Pensionskassen der Kantone Zug, Schaffhausen, Jura und Genf haben nicht auf die Kontaktaufnahme ihrer Versicherten reagiert. Auch nicht grosse Vorsorgeeinrichtungen wie Complan, die Pensionskasse der Swisscom, und die Sammelstiftung Helvetia.&nbsp;<\/p>\n\n<p><strong>Die systematische Dekarbonisierung ihres Anlageportfolios gehen erst wenige Pensionskassen an. <\/strong>Zudem fehlen oft Zwischenziele. Ein langfristiges 2050-Klimaziel ist jedoch nichts wert, wenn keine Zwischenziele das Tempo der Emissionsreduktionen vorgeben. Dass es geht, zeigen zum Beispiel die Migros-Pensionskasse und die Publica.&nbsp;<\/p>\n\n<p><strong>Die \u00fcberwiegende Mehrheit der Vorsorgeeinrichtungen nutzt ihre Einflussm\u00f6glichkeiten auf die investierten Unternehmen via Stimmrecht und Engagement-Prozessen noch viel zu wenig zugunsten von Nachhaltigkeitszielen. <\/strong>Falls die Pensionskassen ihre Stimmrechte \u00fcberhaupt einsetzen, \u00fcberlassen sie die Entscheidung meist ihren Asset Managern, die haupts\u00e4chlich im Sinne von kurzfristiger Rendite handeln. Wenige positive Ausnahmen wie die Retraites Populaires, Abendrot und Previs geben an, ihre Stimmrechte zugunsten von Nachhaltigkeitszielen zu nutzen, indem sie den Empfehlungen von Dienstleistern wie ETHOS, EOS at Federated Hermes, ISS-ESG oder Inrate folgen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>F\u00fcr eine Einflussnahme mittels Engagement-Dialogen organisieren sich die nachhaltigen Kassen in Engagement-Pools. Dies ist grunds\u00e4tzlich positiv. Doch die Anzahl der Unternehmen, auf welche die Pools Einfluss nehmen, ist beschr\u00e4nkt und m\u00fcsste ausgeweitet werden. Auch sollten sich die Pensionskassen in ihren Pools noch st\u00e4rker f\u00fcr Aktion\u00e4rsantr\u00e4ge zugunsten von mehr Nachhaltigkeit bei den investierten Unternehmen engagieren.&nbsp;<\/p>\n\n<p><strong>Bei Investitionen in Nachhaltigkeitsl\u00f6sungen mittels Impact Investments herrscht ein unklares und uneinheitliches Verst\u00e4ndnis, was darunter tats\u00e4chlich zu verstehen ist. <\/strong>Eine Einordnung und Bewertung der Aussagen zu diesem Thema sind nicht m\u00f6glich. \u00abEs scheint, dass sich Pensionskassen vor Begriffen wie Impact Investing scheuen, weil es daf\u00fcr keine allgemeing\u00fcltige Definition gibt und daher rasch Greenwashing-Vorw\u00fcrfe im Raum stehen k\u00f6nnten oder dies andersherum sogar als entgegen ihrem rechtlichen Auftrag erachtet werden k\u00f6nnte\u00bb, sagt Niki Vischer, Expertin f\u00fcr eine nachhaltige Finanzwirtschaft bei Greenpeace Schweiz. \u00abFehlende Definitionen und Einigkeit bez\u00fcglich nachhaltigem Anlegen ist in der Finanzwelt grunds\u00e4tzlich ein grosses Problem. Es braucht dringend verbindliche Mindestanforderungen f\u00fcr sogenannt nachhaltige Anlagen.\u00bb<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Greenpeace fordert Verbot von klimasch\u00e4dlichen Investitionen<\/strong><\/h2>\n\n<p>Peter Haberstich, Experte f\u00fcr eine nachhaltige Finanzwirtschaft bei Greenpeace Schweiz, zieht ein ern\u00fcchterndes Fazit: \u00abDie meisten der angeschriebenen Pensionskassen dr\u00fccken sich vor einer Antwort. Wir haben darum wohl gr\u00f6sstenteils R\u00fcckmeldungen von Pensionskassen bewertet, die sich teilweise schon f\u00fcr den Schutz des Klimas und der Biodiversit\u00e4t und damit f\u00fcr den Erhalt unserer Lebensgrundlagen engagieren. Aber auch bei diesen Einrichtungen besteht noch viel Luft nach oben. Das l\u00e4sst wenig Gutes f\u00fcr die gesamte Branche erahnen.\u00bb<\/p>\n\n<p>Greenpeace Schweiz fordert, dass Pensionskassen dazu verpflichtet werden,&nbsp;<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>sofort Transparenz \u00fcber ihre Nachhaltigkeitsstrategie herzustellen,&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>noch dieses Jahr ihre Portfolios an den Pariser Klimazielen und an einer Wiederherstellung der Biodiversit\u00e4t auszurichten&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>und als engagierte Miteigent\u00fcmerinnen darauf hinzuwirken, dass alle investierten Unternehmen zu nachhaltigem Handeln verpflichtet werden.&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n\n<p>Ab 2030 soll es Vorsorgeeinrichtungen zudem verboten sein, in Unternehmen zu investieren, deren Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeiten nicht mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens und dem Schutz der Biodiversit\u00e4t vereinbar sind.&nbsp;<\/p>\n\n<p>\u00abDer Erhalt der nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen ist die Basis des Wohlstands und geh\u00f6rt deshalb zum Kernauftrag jeder Vorsorgeeinrichtung \u2013 im Interesse ihrer Versicherten\u00bb, sagt Peter Haberstich.<\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00dcber 19\u2019000 Menschen fordern nachhaltige Pensionskassen<\/strong><\/h2>\n\n<p>Letztes Jahr hat Greenpeace Schweiz <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/88884\/pensionskassen-investieren-in-die-waldzerstoerung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">in einem Bericht<\/a> die durchschnittlichen Investitionen der Schweizer Pensionskassen in Regenwald zerst\u00f6rende Unternehmen berechnet und aufgezeigt: Die Vorsorgeeinrichtungen sind mit mindestens 60 Milliarden Franken in Unternehmen investiert, die f\u00fcr die Abholzung von tropischen W\u00e4ldern besonders verantwortlich sind. Eine daraufhin gestartete Petition an die Pensionskassen, den Schweizerischen Pensionskassenverband ASIP und die Politik haben bis heute \u00fcber 19\u2019000 Menschen unterzeichnet. Sie alle fordern:&nbsp;<\/p>\n\n<p><em>Die Pensionskassen m\u00fcssen ihr gesamtes Handeln an den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung ausrichten. Insbesondere bez\u00fcglich Klima, Artenvielfalt und sozialvertr\u00e4glicher Transition. Sie m\u00fcssen \u00fcber ihre Strategie und ihre Fortschritte gr\u00f6sstm\u00f6gliche Transparenz herstellen.<\/em><\/p>\n\n<p>Heute hat Greenpeace Schweiz die Petition f\u00fcr nachhaltige Pensionskassen bei rund 750 Pensionskassen, beim Schweizerischen Pensionskassenverband ASIP, beim Eidgen\u00f6ssischen Departement des Innern (EDI) und dem Parlament eingereicht.&nbsp;<\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Mehr Informationen<\/strong><\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/docs.google.com\/spreadsheets\/d\/e\/2PACX-1vQnMr5eXA46TFuONYNqBrgg-UBe2g459UjgkTIDFP2n9pe5IqHaDmiAnbmnLtshPXCgYQXR8nCum-JJ\/pubhtml\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Antworten der Pensionskassen<\/a> bez\u00fcglich ihrer Nachhaltigkeit und die <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/97061\/ein-weiter-weg-zu-nachhaltigen-pensionskassen\/\" target=\"_blank\">Analyse der Antworten<\/a> von Greenpeace Schweiz.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/01\/89878173-kapitel-5-bericht-pensionskassen-greenpeace.pdf\">Empfehlungen an Pensionskassen f\u00fcr nachhaltige Verm\u00f6gensverwaltung<\/a>, Greenpeace Schweiz, August 2022<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/02\/27d1b441-brief-pensionskasse.pdf\">Fragekatalog und Forderungen<\/a> an die Pensionskassen<\/li>\n\n\n\n<li>Bericht <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/88967\/bericht-pensionskassen-abholzung-klimakrise\">\u00abDie Pensionskassen, die Abholzung und die Klimakrise\u00bb<\/a> von Greenpeace Schweiz, August 2022<\/li>\n<\/ul>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kontakte&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Peter Haberstich, Experte f\u00fcr eine nachhaltige Finanzwirtschaft bei Greenpeace Schweiz, +41 76 337 44 49, <a href=\"mailto:peter.haberstich@greenpeace.org\">peter.haberstich@greenpeace.org<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Niki Vischer, Expertin f\u00fcr eine nachhaltige Finanzwirtschaft bei Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 11, <a href=\"mailto:niki.vischer@greenpeace.org\">niki.vischer@greenpeace.org<\/a>&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Medienstelle Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 11, <a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a>&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schweizer Pensionskassen behandeln das Thema Nachhaltigkeit stiefm\u00fctterlich. Das best\u00e4tigt die Analyse entsprechender Dokumente, die Greenpeace Schweiz dank engagierter Versicherten einsehen konnte. <\/p>\n","protected":false},"author":39,"featured_media":97107,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[35,50],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-97102","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-nachhaltiger-finanzplatz","tag-klima","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/97102","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/39"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=97102"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/97102\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/97107"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=97102"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=97102"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=97102"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=97102"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=97102"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}