{"id":9751,"date":"2016-03-03T00:00:00","date_gmt":"2016-03-02T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/9751\/fruehstueck-mit-bitterem-beigeschmack\/"},"modified":"2019-05-30T10:12:26","modified_gmt":"2019-05-30T08:12:26","slug":"fruehstueck-mit-bitterem-beigeschmack","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/9751\/fruehstueck-mit-bitterem-beigeschmack\/","title":{"rendered":"Fr\u00fchst\u00fcck mit bitterem Beigeschmack"},"content":{"rendered":"<p><b>Eine Greenpeace-Untersuchung zeigt: Markenfirmen wie Ferrero oder PepsiCo tun zu wenig, um die Palm\u00f6lindustrie von der Zerst\u00f6rung indonesischer Regenw\u00e4lder abzuhalten. Nestl\u00e9 hat Fortschritte gemacht, es mangelt jedoch an Transparenz.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\"><a class=\"open-img EnlargeImage\" title=\"\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/6a120630-6a120630-gp0stpf0g_web_size.jpg\"> <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" style=\"border-width: 0px;\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/6a120630-6a120630-gp0stpf0g_web_size.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<\/a>Donnerstag, 3. M\u00e4rz 2016 Ein Orang-Utan-Baby hat seine Heimat verloren. Schuld daran sind Palm\u00f6l-Produzenten. \u00a9 Galih Nofrio Nanda \/ Greenpeace<\/div>\n<\/div>\n<p>Wissen Sie, wie viele Produkte bei Ihnen zu Hause Palm\u00f6l enthalten? Schauen Sie aufs Etikett: Sie finden es fast \u00fcberall &#8211; ob in der der T\u00fctensuppe, im Fr\u00fchst\u00fccksm\u00fcsli oder im Keks; sogar in Zahnpasta und Shampoo steckt Palm\u00f6l. Ein vielseitiger Rohstoff \u2013 doch er ist ein Hauptgrund f\u00fcr die Zerst\u00f6rung des indonesischen Regenwaldes. Und damit f\u00fcr die Vertreibung seltener Tierarten wie des Orang-Utans.<\/p>\n<p>Vor einigen Jahren ver\u00f6ffentlichten grosse Markenhersteller wie Johnson &amp; Johnson, PepsiCo und Colgate-Palmolive ihre so genannten \u00abNull-Entwaldungs-Richtlinien\u00bb. In denen versprachen sie, mehr Transparenz und Nachhaltigkeit umzusetzen. Greenpeace hat die Versprechen von\u00a014 Firmen nun auf den Pr\u00fcfstand gestellt.<\/p>\n<p>So wurde beispielsweise getestet, ob sie ihr Palm\u00f6l zur Plantage zur\u00fcckverfolgen k\u00f6nnen, ob sich ihre Zulieferer an die Vorgaben zu Waldschutz halten und wie mit Zulieferern verfahren wird, die weiterhin W\u00e4lder zerst\u00f6ren.<\/p>\n<h3>Unternehmen tun nicht genug<\/h3>\n<p>Das Ergebnis ist ern\u00fcchternd: Keines der Unternehmen war in der Lage nachzuweisen, dass seine Produkte kein Palm\u00f6l aus abgeholzten Regenwaldfl\u00e4chen enthalten. Colgate-Palmolive, Johnson &amp; Johnson und PepsiCo zeigten die schlechteste Bilanz. Nur ein einziger der \u00fcberpr\u00fcften Hersteller, n\u00e4mlich Ferrero, kann ann\u00e4hernd 100 Prozent des Palm\u00f6ls bis zur Plantage zur\u00fcckverfolgen.\u00a0Kein Unternehmen ver\u00f6ffentlicht komplette Listen der Zulieferer oder macht transparent, von wem es aufgrund von Verst\u00f6ssen kein Palm\u00f6l mehr bezieht. Zudem mangelt es an einer unabh\u00e4ngigen \u00dcberpr\u00fcfung, ob Zulieferer die Vorgaben der Unternehmen einhalten.\u00a0Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestl\u00e9 hat\u00a0im Vergleich zu anderen Firmen\u00a0mehr\u00a0Massnahmen ergriffen und\u00a0Fortschritte gemacht. Allerdings mangelt es weiterhin an Transparenz \u00fcber die Beschaffungskette und die Zulieferer. Dementsprechend ist nicht vollst\u00e4ndig nachvollziehbar, ob\u00a0das Palm\u00f6l in Nestl\u00e9-Produkten nicht aus Regenwald- oder Torfmoor-Zerst\u00f6rung kommt.<\/p>\n<p>\u00abUnsere Untersuchung zeigt, dass die Marken nicht genug tun, um die Palm\u00f6lindustrie von der Zerst\u00f6rung der W\u00e4lder Indonesiens abzuhalten\u00bb, best\u00e4tigt Gesche J\u00fcrgens, Greenpeace-Expertin f\u00fcr W\u00e4lder. \u00abTrotz der Versprechen und Verpflichtungen dieser grossen Marken schreitet die Entwaldung ungebremst voran.\u00bb<\/p>\n<h3>Indonesiens W\u00e4lder in Not<\/h3>\n<p>So schwinden die Regenw\u00e4lder Indonesiens in rasantem Tempo: 31 Millionen Hektar wurden seit 1990 vernichtet \u2013 das entspricht etwa der Fl\u00e4che Deutschlands.<\/p>\n<p>Die Zerst\u00f6rung der W\u00e4lder und Trockenlegung von Torfmooren, auch f\u00fcr Palm\u00f6lplantagen, verwandelte grosse Teile des Inselstaats f\u00f6rmlich in <a title=\"Waldbr\u00e4nde in Indonesien\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/News_Stories\/Newsblog\/indonesiens-waelder-gehen-in-rauch-auf\/blog\/54615\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">eine gigantische Streichholzschachtel<\/a>. Und schuf die Bedingungen f\u00fcr die verheerenden Br\u00e4nde, die im vergangenen Jahr \u00fcber Indonesien hinweggefegten. Indonesien entstand dabei ein Schaden von gesch\u00e4tzten 16 Milliarden US-Dollar. Der gifte Rauch beeintr\u00e4chtigte Millionen Menschen auch in benachbarten L\u00e4ndern wie Malaysia und Singapur;\u00a0mehr als 500&#8217;000 litten in Indonesien an akuten Atemwegserkrankungen. Ende 2015 hatte eine <a title=\"Palm\u00f6l-Firmen zerst\u00f6ren Regenwald\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/News_Stories\/Newsblog\/verbrannte-erde\/blog\/54846\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Greenpeace-Untersuchung<\/a> gezeigt, dass auch angeblich nachhaltig produzierende Palm\u00f6lfirmen\u00a0an Regenwaldzerst\u00f6rung und der Trockenlegung von Torfmooren beteiligt\u00a0sind.<\/p>\n<p>Auch deshalb m\u00fcssen grosse Markenhersteller wie Johnson &amp; Johnson, PepsiCo und Colgate-Palmolive f\u00fcr Ver\u00e4nderung sorgen anstatt mit leeren Versprechen zu blenden.\u00a0\u00abVersprechen funktionieren nicht, wenn sie nicht im Wald und bei den Menschen ankommen\u00bb, erkl\u00e4rt Gesche J\u00fcrgens. \u00abDie Firmen und ihre Zulieferer m\u00fcssen realistische Verpflichtungen, ambitionierte Pl\u00e4ne und echte Taten liefern, damit W\u00e4lder und Moore gerettet werden.\u00bb<\/p>\n<p>Um \u00fcberhaupt von Nachhaltigkeit sprechen zu k\u00f6nnen, braucht es zuvor einschneidende Schritte: als erstes ein Verbot von Urwald- und Torfmoor-Zerst\u00f6rung, das strikt umgesetzt wird. Dann braucht es einen Landnutzungsplan, der \u00f6kologische, aber auch die Interessen der lokalen Bev\u00f6lkerung miteinbezieht. Die gerodeten Fl\u00e4chen m\u00fcssen wieder aufgeforstet bzw. wiedervern\u00e4sst werden. Doch erst durch die volle Transparenz aller Konzessionen k\u00f6nnen Hersteller bei Nichteinhalten des Verbots sanktioniert werden.<\/p>\n<p>Setzen Sie mit der Unterschrift unserer <a title=\"Petition Indonesien\" href=\"http:\/\/bit.ly\/1njFkSZ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Petition<\/a> ein Zeichen gegen die Regenwald-Zerst\u00f6rung durch die Palm\u00f6l-Industrie.<\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\"><a class=\"open-img EnlargeImage\" title=\"\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/b2f4dfbd-b2f4dfbd-forests_not_fires_2.jpg\"><br \/>\n<img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl04_Image1\" class=\"Thumbnail\" style=\"border-width: 0px;\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/b2f4dfbd-b2f4dfbd-forests_not_fires_2.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<\/a>Donnerstag, 3. M\u00e4rz 2016<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Greenpeace-Untersuchung zeigt: Markenfirmen wie Ferrero oder PepsiCo tun zu wenig, um die Palm\u00f6lindustrie von der Zerst\u00f6rung indonesischer Regenw\u00e4lder abzuhalten. Nestl\u00e9 hat Fortschritte gemacht, es mangelt jedoch an Transparenz. 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