{"id":9983,"date":"2015-11-24T00:00:00","date_gmt":"2015-11-23T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/9983\/verbrannte-erde\/"},"modified":"2019-05-30T10:19:15","modified_gmt":"2019-05-30T08:19:15","slug":"verbrannte-erde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/9983\/verbrannte-erde\/","title":{"rendered":"Verbrannte Erde"},"content":{"rendered":"<p><b>Auch angeblich nachhaltig produzierende Palm\u00f6lfirmen fachen die Br\u00e4nde in Indonesiens Regenwaldgebieten an. Wirtschaft und Politik m\u00fcssen jetzt handeln. Denn mit blossen Verpflichtungen der Produzenten ist es leider nicht getan.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><strong>Auch angeblich nachhaltig produzierende Palm\u00f6lfirmen fachen die Br\u00e4nde in Indonesiens Regenwaldgebieten an. Wirtschaft und Politik m\u00fcssen jetzt handeln. Denn mit blossen Verpflichtungen der Produzenten ist es leider nicht getan.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\"><a class=\"open-img EnlargeImage\" title=\"Orang-Utans verlieren durch die Regenwaldzerst\u00f6rung ihren Lebensraum\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/6230fd58-6230fd58-151124_indonesien.jpg\"><br \/>\n<img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" style=\"border-width: 0px;\" title=\"Orang-Utans verlieren durch die Regenwaldzerst\u00f6rung ihren Lebensraum\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/6230fd58-6230fd58-151124_indonesien.jpg\" alt=\"Orang-Utans verlieren durch die Regenwaldzerst\u00f6rung ihren Lebensraum\" \/><\/a>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"events-content\"><span class=\"date\">Montag, 23. November 2015<\/span><br \/>\n<strong>Orang-Utans verlieren durch die Regenwaldzerst\u00f6rung ihren Lebensraum<\/strong>\u00a9 Ardiles Rante \/ Greenpeace<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach den verheerenden k\u00fcrzlichen <a title=\"Waldbr\u00e4nde in Indonesien\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/News_Stories\/Newsblog\/indonesiens-waelder-gehen-in-rauch-auf\/blog\/54615\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Waldbr\u00e4nden<\/a>, bringt ein aktueller <a title=\"Report Indonesia's Forests: Under Fire\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Publikationen\/Reports-Wald\/Indonesias-Forests-Under-Fire\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Greenpeace-Report<\/a> die h\u00e4ssliche Wahrheit ans Licht: Selbst jene Palm\u00f6l-Produzenten, die sich zu gewissen Nachhaltigkeitskriterien verpflichtet haben, sind nachweislich an Regenwaldzerst\u00f6rung und der Trockenlegung von Torfmooren beteiligt \u2013 Umweltverbrechen, die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/node\/15876\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">das beispiellose Ausmass der Katastrophe<\/a>\u00a0erst erm\u00f6glicht haben. Das Land ben\u00f6tigt dringend eine wirklich nachhaltige Strategie f\u00fcr den Anbau von \u00d6lpalmen, die endlich R\u00fccksicht nimmt auf den Wald sowie die Menschen und Tiere, die dort leben.<\/p>\n<p>Unsere Rechercheure untersuchten drei Plantagen in West- und Zentralkalimantan und stellten fest, dass in allen F\u00e4llen Rodungen und Entw\u00e4sserungen den verheerenden Feuern vorausgingen. Besonders brisant: Diese Plantagen liefern \u00fcber H\u00e4ndler wie Wilmar, Golden Agri Resources (GAR) and IOI an Abnehmer, die sich dazu verpflichtet haben, Palm\u00f6l aus Regenwaldzerst\u00f6rung aus ihren Lieferketten zu verbannen. Dazu geh\u00f6ren grosse Konsumg\u00fcterhersteller wie Unilever, Nestl\u00e9, Procter &amp; Gamble, L\u2018\u00d2real, Mars und Kellogg\u2019s.<\/p>\n<p><strong>Firmen unter Druck<\/strong><\/p>\n<p>Zwei der Plantagen stehen mit der IOI-Gruppe in Verbindung, die Mitglied des Runden Tischs f\u00fcr Nachhaltiges Palm\u00f6l (RSPO) ist. Greenpeace kritisiert dessen Kriterien als deutlich zu schwach.\u00a0<a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/international\/en\/publications\/Campaign-reports\/Forests-Reports\/Certifying-Destruction\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Selbst gegen diese laschen Kriterien verstossen Unternehmen<\/a>, wie die Greenpeace-Recherchen nun abermals zeigen.<\/p>\n<p>Die dritte untersuchte Plantage geh\u00f6rt der Alas-Kusuma-Gruppe \u2013 Tochterfirmen der Konzerngruppe sind durch den Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert.\u00a0Dieser setzt sich f\u00fcr eine \u00f6kologisch nachhaltige, sozial f\u00f6rderlich und \u00f6konomisch rentable Forstwirtschaft ein. Als Mitglied des FSC arbeitet Greenpeace aktiv daran mit,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/presse\/publikationen\/das-siegel-des-forest-stewardship-council-fsc\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">das FSC-Zertifizierungssystem<\/a>\u00a0stets zu verbessern.<\/p>\n<p>Das Debakel ist symptomatisch f\u00fcr die undurchsichtige Situation in Indonesien \u2013 wer wo Palm\u00f6l anbaut, ist l\u00e4ngst nicht so klar, wie man vermuten sollte. Greenpeace fordert seit langem, dass s\u00e4mtliche Firmen Karten ihrer Anbaugebiete \u00f6ffentlich machen, damit eindeutig klar ist, wer f\u00fcr welche Umweltsch\u00e4den verantwortlich ist und damit zur Rechenschaft gezogen werden kann. Die indonesische Regierung muss Transparenz \u00fcber Konzessionsdaten ebenfalls einfordern und unterst\u00fctzen \u2013 und nicht behindern, wie es derzeit der Fall ist.<\/p>\n<h3><strong>Unsere Verantwortung f\u00fcr den Schutz der W\u00e4lder<\/strong><\/h3>\n<p>Annisa Rahmawati, Wald-Expertin von Greenpeace S\u00fcdostasien, zeichnet ein d\u00fcsteres Bild der bereits angerichteten Sch\u00e4den: \u00abIn wenigen Jahrzehnten ist mehr als ein Viertel der indonesischen W\u00e4lder abgeholzt worden.\u00bb Zwischen 1990 und 2013 wurden rund 31 Millionen Hektar Wald zerst\u00f6rt\u00a0\u2013 eine Fl\u00e4che fast so gross wie Deutschland. In den vergangenen 25 Jahren hat sich Indonesiens Palm\u00f6lproduktion nahezu versechsfacht, das Land ist mittlerweile Marktf\u00fchrer. Allerdings gilt das auch in Sachen Waldzerst\u00f6rung und Klimaemissionen: Indonesien hat Brasilien den traurigen Rekord als Entwaldungsweltmeister abgekn\u00f6pft. Und als Folge der Zerst\u00f6rung von W\u00e4ldern und Torfb\u00f6den ist es inzwischen einer der gr\u00f6ssten Klimas\u00fcnder.<\/p>\n<p>Nicht nur die Export-sondern auch die Abnehmerl\u00e4nder stehen in der Pflicht. In die Schweiz wird verh\u00e4ltnism\u00e4ssig viel Palm\u00f6l importiert. Tendenz steigend: 2014 waren es rund 31\u2018200 Tonnen, dreimal mehr als 2011. Ebenfalls ein kritischer Punkt: Die H\u00e4lfte des importierten Palm\u00f6ls stammte aus Indonesien und Malaysia. Zwar entschied der Bund, dass per Anfang 2016 jegliche Lebensmittel, welche Palm\u00f6l enthalten, spezifisch deklariert werden m\u00fcssen. Damit l\u00e4sst sich allerdings nicht feststellen, ob das verwendete Palm\u00f6l aus nachhaltigem Anbau oder aus Urwaldzerst\u00f6rung stammt.<\/p>\n<p>Wir fordern sowohl den RSPO als auch den FSC auf, den Vorw\u00fcrfen gegen die Konzerne dringend nachzugehen und Konsequenzen zu ziehen.<strong>\u00a0<\/strong>Viele hiesige Lebensmittelkonzerne wie etwa Coop und Migros werben aktiv damit, dass sie Palm\u00f6l aus nachhaltiger Produktion in Ihren Produkten verwenden wie zum Beispiel solche aus einer RSPO-zertifizierten Produktion. Dieses Zertifikat kann zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht garantieren, dass die Produktion immer ohne Urwaldzerst\u00f6rung einherging. Wir sehen es deshalb nicht als die richtige L\u00f6sung.<\/p>\n<p>Massnahmen der Regierung m\u00fcssen die Verantwortlichen nun packen, wo es wehtut:\u00a0Wer weiterhin Regenwald abholzt und Torfmoore trockenlegt, muss vom Markt ausgeschlossen werden.\u00a0Nur so kann garantiert werden, dass hinter Zertifikaten keine leeren Versprechungen stehen, welche die KonsumentInnen irreleiten.\u00a0Ausserdem m\u00fcssen gerodete Fl\u00e4chen wieder aufgeforstet, Torfmoore wiedervern\u00e4sst und Verbote strikt durchgesetzt werden. \u00abWir brauchen Taten, keine heisse Luft\u00bb, so Rahmawati. \u00abAndernfalls setzt sich die Zerst\u00f6rung fort, bis keine Regenw\u00e4lder mehr \u00fcbrig sind.\u00bb<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch angeblich nachhaltig produzierende Palm\u00f6lfirmen fachen die Br\u00e4nde in Indonesiens Regenwaldgebieten an. Wirtschaft und Politik m\u00fcssen jetzt handeln. 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