{"id":9987,"date":"2015-11-05T00:00:00","date_gmt":"2015-11-04T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/9987\/gentech-landwirtschaft-leere-versprechen\/"},"modified":"2019-05-30T10:19:22","modified_gmt":"2019-05-30T08:19:22","slug":"gentech-landwirtschaft-leere-versprechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/9987\/gentech-landwirtschaft-leere-versprechen\/","title":{"rendered":"Gentech-Landwirtschaft: leere Versprechen"},"content":{"rendered":"<p><b>Vor 20 Jahren hatten US-Bauern die ersten Gentech-Pflanzen anges\u00e4t.\u00a0Jetzt zeigt sich: Die Versprechungen der Gentechnik-Industrie haben sich als Mythen entpuppt. F\u00fcr die Schweizer Landwirtschaft ist Gentechfreiheit ein Qualit\u00e4tsvorteil.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><strong>Vor 20 Jahren hatten US-Bauern die ersten Gentech-Pflanzen anges\u00e4t.\u00a0Jetzt zeigt sich: Die Versprechungen der Gentechnik-Industrie haben sich als Mythen entpuppt. F\u00fcr die Schweizer Landwirtschaft ist Gentechfreiheit ein Qualit\u00e4tsvorteil.<\/strong><\/p>\n<p><strong><\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/8ba2d4e0-8ba2d4e0-151105_gmo.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/8ba2d4e0-8ba2d4e0-151105_gmo.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content\">\n        <span class=\"date\">Donnerstag, 5. November 2015<\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            \u00a9 Greenpeace \/ Marcus Gyger\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Der kommerzielle Anbau von Gentech-Pflanzen ist in der Schweiz bis Ende 2017 verboten. Der Bund tut gut daran, das Moratorium in ein Verbot umzuwandeln und weiterhin auf den entscheidenden Qualit\u00e4tsvorteil der gentechfreien Landwirtschaft zu setzen.\u00a0<span>\u00abDie Agro-Gentechnik hat ihre grossen Ziele verfehlt. \u00d6kologische Anbaumethoden und moderne Pflanzenz\u00fcchtung sind die l\u00e4ngst verf\u00fcgbaren Innovationen f\u00fcr die Landwirtschaft der Zukunft.\u00bb Philippe Schenkel, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace Schweiz, macht klar, dass die Gentechnik keine L\u00f6sung, sondern Teil des Problems ist.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span>Vor zwei Jahrzehnten waren auf US-Feldern die ersten Gentech-Pflanzen angebaut worden. Seither gaben Monsanto, Syngenta und Bayer in Bezug auf diese Technologie die schillerndsten Versprechen ab. Nun, zwei Jahrzehnte sp\u00e4ter, zeigt sich, dass die Gentechnik keine davon erf\u00fcllen kann. Einige der im Labor demonstrierten Vorz\u00fcge liessen sich auf dem Feld nicht umsetzen, andere waren der Komplexit\u00e4t realer landwirtschaftlicher \u00d6kosysteme und den tats\u00e4chlichen Bed\u00fcrfnissen von B\u00e4uerInnen nicht gewachsen. In der Analyse <a title=\"Analyse 20 Jahre Gentech-Landwirtschaft\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Publikationen\/Landwirtschaft\/Zwei-Jahrzehnte-des-Versagens\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00abZwei Jahrzehnte des Versagens \u2013 die gebrochenen Versprechen der Agro-Gentechnik\u00bb<\/a><a title=\"\" name=\"_ftnref1\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Uber-uns\/Kontakt\/Medienstelle\/Medienmitteilungen\/20-Jahre-Erfahrung-Gentech-Landwirtschaft-verursacht-nur-weitere-Probleme\/#_ftn1\"><\/a>\u00a0r\u00e4umt Greenpeace mit den Mythen der Gentechnik auf.<\/span><\/p>\n<p><strong>Artenvielfalt wird vernichtet<\/strong><\/p>\n<p><span><span>Die Konzerne, die der Welt versprechen, mit Gentechnik die Ern\u00e4hrungssicherheit zu gew\u00e4hrleisten, vernichten mit Gentechnik und Pestiziden in Wahrheit die Artenvielfalt und gef\u00e4hrden die Gesundheit von Mensch und Tier. Statt weiterhin in eine Intensiv-Landwirtschaft zu investieren, braucht es die F\u00f6rderung und Weiterentwicklung \u00f6kologischer, chemiefreier Anbaumethoden, also auch einen Forschungsschub im biologischen Landbau.\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p>Die Gentechnik zementiert nur das gescheiterte Modell der industriellen Landwirtschaft \u2013 mit ihren Monokulturen und dem Grosseinsatz von Pestiziden, die zum Verlust der biologischen Vielfalt f\u00fchren, ihrer schlechten Kohlenstoffbilanz, dem grossen wirtschaftlichen Druck, den sie Kleinb\u00e4uerInnen auferlegt, und ihrer Unf\u00e4higkeit, sichere, gesunde und gehaltvolle Nahrungsmittel dort bereitzustellen, wo sie ben\u00f6tigt werden. Gentech-Lebensmittel zielen an den Bed\u00fcrfnissen der KonsumentInnen vorbei. Die aktuell angesagte Technik, die Cisgenese, ist genauso problematisch wie die Transgenese der ersten Generation gentechnisch ver\u00e4nderter Pflanzen. Die Gentechnik geh\u00f6rt eindeutig der agrarindustriellen Vergangenheit an und hat in einer \u00f6kologisch gepr\u00e4gten, fair gestalteten Zukunft keinen Platz.<\/p>\n<p><strong>Sieben Mythen der Gentechnik<\/strong><\/p>\n<p>Die Versprechen der Gentech-Bef\u00fcrworter im Faktencheck:<\/p>\n<p><strong>MYTHOS 1: Gentech-Pflanzen k\u00f6nnen die Weltbev\u00f6lkerung ern\u00e4hren.<\/strong><\/p>\n<p>FAKTEN: Gentech-Pflanzen sind nicht darauf ausgelegt, h\u00f6here Ertr\u00e4ge zu erzielen. Die Gentechnik ist nicht dazu geeignet, die Probleme zu l\u00f6sen, die Hunger und Mangelern\u00e4hrung beg\u00fcnstigen und aufrechterhalten. Sie zementiert nur das industrielle Landwirtschaftsmodell \u2013 das daran gescheitert ist, die Weltbev\u00f6lkerung zu ern\u00e4hren.<\/p>\n<p><strong>MYTHOS 2: Gentech-Pflanzen sind der Schl\u00fcssel zur Klimaresistenz.<\/strong><\/p>\n<p>FAKTEN: Bei der Entwicklung von Pflanzensorten, die B\u00e4uerinnen und Bauern helfen, mit den Folgen des Klimawandels umzugehen, ist die konventionelle Pflanzenz\u00fcchtung der gentechnischen Z\u00fcchtung um L\u00e4ngen voraus. Die Widerstandsf\u00e4higkeit gegen Klimastress h\u00e4ngt entscheidend von Anbaupraktiken ab, die die Vielfalt f\u00f6rdern und den Boden mit N\u00e4hrstoffen versorgen. Die stark vereinfachten Anbausysteme, f\u00fcr die Gen-Pflanzen gemacht sind, sind f\u00fcr die Klimaresistenz kontraproduktiv.<\/p>\n<p><strong>MYTHOS 3: Gentech-Pflanzen sind f\u00fcr Mensch und Umwelt sicher.<\/strong><\/p>\n<p>FAKTEN: Programme zur langfristigen Umwelt- und Gesundheits\u00fcberwachung sind entweder gar nicht vorhanden oder v\u00f6llig unzul\u00e4nglich. Unabh\u00e4ngige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beklagen, dass ihnen der Zugang zu Forschungsmaterial verweigert wird.<\/p>\n<p><strong>MYTHOS 4: Gentech-Pflanzen vereinfachen den Pflanzenschutz.<\/strong><\/p>\n<p>FAKTEN: Der Einsatz herbizidtoleranter und insektenresistenter Gen-Pflanzen f\u00fchrt schon nach wenigen Jahren zur Entstehung und Ausbreitung herbizidresistenter Unkr\u00e4uter und pestizidresistenter Sch\u00e4dlinge. Dies erfordert wiederum den Einsatz weiterer Pestizide.<\/p>\n<p><strong>MYTHOS 5: Gentech-Pflanzen sind f\u00fcr B\u00e4uerinnen und Bauern wirtschaftlich rentabel.<\/strong><\/p>\n<p>FAKTEN: Gentech-Saatgut ist durch Patente gesch\u00fctzt. Die Preise daf\u00fcr sind in den letzten 20 Jahren in die H\u00f6he geschnellt. Die Entstehung und Ausbreitung herbizidresistenter Unkr\u00e4uter und pestizidresistenter Sch\u00e4dlinge verursacht B\u00e4uerinnen und Bauern noch h\u00f6here Kosten, sodass sie langfristig kaum Gewinne erwirtschaften k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>MYTHOS 6: Die Koexistenz von Gentech-Pflanzen und anderen Landwirtschaftssystemen ist m\u00f6glich.<\/strong><\/p>\n<p>FAKTEN: Gentech-Pflanzen kontaminieren Nicht-Gentech-Pflanzen. Weltweit wurden bislang fast 400 F\u00e4lle von Verunreinigungen erfasst. Um gentechnikfrei anzubauen, m\u00fcssen B\u00e4uerinnen und Bauern erhebliche, teilweise nicht tragbare Zusatzkosten auf sich nehmen.<\/p>\n<p><strong>MYTHOS 7: Gentechnik ist die Innovation, die f\u00fcr Ern\u00e4hrungssysteme die gr\u00f6ssten Erfolge verspricht.<\/strong><\/p>\n<p>FAKTEN: Die fortschrittlichen Methoden der Z\u00fcchtung k\u00f6nnen ohne Gentechnik bereits Pflanzen mit den Eigenschaften entwickeln, die uns die Gentechnik-Industrie vergeblich verheisst: darunter eine erh\u00f6hte Widerstandsf\u00e4higkeit gegen Krankheiten, \u00dcberschwemmungen oder D\u00fcrren. Gentech-Pflanzen sind nicht nur eine ineffektive Art von Innovation, sie sind auch f\u00fcr Innovationen selbst hinderlich. Dies ist auf Rechte des geistigen Eigentums zur\u00fcckzuf\u00fchren, die sich im Besitz einer Handvoll multinationaler Konzerne befinden.<\/p>\n<p><strong>F\u00f6rderung von Alternativen n\u00f6tig<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt eine sichere Alternative zu Gentechnik \u2013 eine, die zudem erfolgreicher ist: <a title=\"Smart Breeding\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/News_Stories\/Newsblog\/smart-breeding-revolution-in-der-pflanzenzuch\/blog\/51117\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Smart Breeding oder MAS<\/a> (Markergest\u00fctzte Selektion)\u00a0ist eine Anwendung der Biotechnologie \u2013 ohne Gentechnik. Sie setzt auf den klassischen Z\u00fcchtungsansatz, funktioniert schnell und effektiv. Sie ist zwar kein Wundermittel, aber eine echte, allerdings bisher weitgehend unbemerkte Revolution in der Pflanzenzucht. MAS hat bereits bei einer breiten Palette an Nutzpflanzen mit n\u00fctzlichen Eigenschaften hervorgebracht. Beispielsweise wurden durch diese Art von Z\u00fcchtung bestimmte Sorten von Gerste, Bohnen, Chili, Salat, Hirse, Reis, Soja, Tomaten und Weizen gegen Pilzkrankheiten resistent.\u00a0 Zu neueren MAS-Sorten z\u00e4hlen auch Kulturpflanzen, die eine erh\u00f6hte Widerstandsf\u00e4higkeit gegen D\u00fcrre oder \u00dcberschwemmungen haben oder in B\u00f6den mit hohem Salzgehalt gedeihen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nur eine an <a title=\"Grunds\u00e4tze der \u00f6kologischen Landwirtschaft\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/7principles_gpch.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00f6kologische Prinzipien ausgerichtete Landwirtschaft<\/a>, welche auf Biodiversit\u00e4t basiert und Menschen, Tiere, Gew\u00e4sser und B\u00f6den sch\u00fctzt, kann die Weltern\u00e4hrung dauerhaft sichern.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 20 Jahren hatten US-Bauern die ersten Gentech-Pflanzen anges\u00e4t.\u00a0Jetzt zeigt sich: Die Versprechungen der Gentechnik-Industrie haben sich als Mythen entpuppt. 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