{"id":9999,"date":"2015-10-22T00:00:00","date_gmt":"2015-10-21T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/9999\/die-krankenakte-fukushima\/"},"modified":"2019-05-30T10:19:40","modified_gmt":"2019-05-30T08:19:40","slug":"die-krankenakte-fukushima","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/9999\/die-krankenakte-fukushima\/","title":{"rendered":"Die Krankenakte Fukushima"},"content":{"rendered":"<p><b>Ein Mann, der am AKW Fukushima arbeitete, leidet an Leuk\u00e4mie. Es ist der erste Fall einer Krebserkrankung, den die japanische Regierung als Folge der Atomkatastrophe offiziell best\u00e4tigte.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><strong>Ein Mann, der am AKW Fukushima arbeitete, leidet an Leuk\u00e4mie. Es ist der erste Fall einer Krebserkrankung, den die japanische Regierung als Folge der Atomkatastrophe offiziell best\u00e4tigte.<\/strong><\/p>\n<\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/e78f5f50-e78f5f50-gp0stpaer_web_size.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/e78f5f50-e78f5f50-gp0stpaer_web_size.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content no-title\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            Arbeit unter gef\u00e4hrlichen Bedingungen: Im japanischen Distrikt Iitate sind Arbeiter damit besch\u00e4ftigt, den radioaktiv belasteten Boden zu dekontaminieren. \u00a9 Jeremy Sutton-Hibbert \/ Greenpeace\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Eine schlimme Nachricht erreicht uns aus Japan: Das Gesundheitsministerium des Landes gab bekannt, dass bei einem Arbeiter, der bei Aufr\u00e4umarbeiten am AKW Fukushima half, akute Leuk\u00e4mie diagnostiziert wurde. Die Blutkrebserkrankung ist auf die Strahlenbelastung am zerst\u00f6rten Atomreaktor zur\u00fcckzuf\u00fchren \u2013 der erste Fall, den Japans Regierung offiziell best\u00e4tigte.<\/p>\n<p>Nach Angaben der Washington Post leidet der 41-j\u00e4hrige Mann, der zwischen 2012 und 2013 an der Ungl\u00fccksstelle arbeitete, an \u00abakuter myeloischer Leuk\u00e4mie\u00bb, einem Blut- und Knochenmarkskrebs. Seine Erkrankung steht in direktem Zusammenhang mit seiner Arbeit in Fukushima.<\/p>\n<p>Der Betreiber des Kraftwerks, die japanische Firma Tepco, \u00e4usserte, man w\u00fcrde sich um das Wohl der Arbeiter dort sorgen. So ist auf der Webseite des Unternehmens zu lesen: \u00abDie Sicherheit der Angestellten, die an der Stillegung der Anlage beteiligt sind, hat f\u00fcr uns h\u00f6chste Priorit\u00e4t.\u00bb Ein leeres Versprechen offenbar f\u00fcr die 45\u2019000 Menschen, die an den Aufr\u00e4umarbeiten beteiligt sind.<\/p>\n<p><strong>Mehr Krebserkrankungen durch Atomunfall<br \/><\/strong>Doch auch der japanische Premierminister Shinzo Abe, der erst k\u00fcrzlich <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/themen\/energiewende-atomkraft\/atomkraftwerke\/riskanter-rueckfall\">das Wiederanfahren der ersten beiden Reaktoren nach der Atomkatastrophe von 2011<\/a> veranlasste, muss Verantwortung \u00fcbernehmen. Schliesslich hatte er wiederholt verlauten lassen, die Situation in Fukushima sei \u00abunter Kontrolle\u00bb. Zudem erkl\u00e4rte seine Regierung die noch immer stark verstrahlten Bezirke in der Gegend um Fukushima als sicher; die ehemaligen Bewohner sollen nun dorthin zur\u00fcckkehren. Ein absolut verantwortungsloser Plan, denn Greenpeace-Messungen belegen, dass die Strahlung in diesen Gebieten \u2013 dem Bezirk Iitate etwa \u2013 viel zu hoch ist, als dass Menschen dort bedenkenlos leben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Und auch die Internationale Atomenergiebeh\u00f6rde (IAEA) ignoriert die bedrohliche Situation in Fukushima. <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/themen\/energiewende-atomkraft\/atomunfaelle\/fukushima-nicht-verharmlosen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ihren im vergangenen Monat ver\u00f6ffentlichten Bericht zur Lage vor Ort kritisieren Greenpeace und japanische B\u00fcrgerinitiativen als unwissenschaftlich und fehlerhaft<\/a>; die Gefahr, die von dem zerst\u00f6rten Reaktor ausgeht, wird in dem Dokument verharmlost. So ist etwa dort zu lesen, dass keine negativen Auswirkungen der Atomkatastrophe auf die Gesundheit von Menschen erkennbar seien. Eine gewaltige Fehleinsch\u00e4tzung, wie der Fall des an Leuk\u00e4mie erkrankten Mannes nun beweist.<\/p>\n<p>Den gravierenden Irrtum <a href=\"http:\/\/www.20min.ch\/ausland\/news\/story\/Immer-mehr-Fukushima-Kinder-bekommen-Krebs-23003976\">belegt auch eine Studie, die Professor Toshihide Tsuda von der Universit\u00e4t Okayama ver\u00f6ffentlichte<\/a>. Sein Report zeigt den Anstieg von Schilddr\u00fcsenkrebs-Erkrankungen bei Kindern bis 18 Jahren, die zur Zeit der Katastrophe in der Gegend um Fukushima lebten.<\/p>\n<p><strong>Schluss mit Verharmlosungs-Propaganda!<br \/><\/strong>Deshalb fordert Greenpeace: Die japanische Regierung, AKW-Betreiber Tepco und die IAEA m\u00fcssen handeln, und zwar sofort. Gibt es weitere erkrankte Menschen? Wie kann ihnen so rasch wie m\u00f6glich geholfen werden? Diese Fragen sind schnell zu kl\u00e4ren, Massnahmen zu ergreifen. Zudem m\u00fcssen die Sicherheitsbestimmungen in Fukushima fundiert bewertet und umgehend verbessert werden.<\/p>\n<p>IAEA und japanische Regierung d\u00fcrfen die Menschen nicht mit substanzlosen und unwissenschaftlichen \u00c4usserungen zu den gesundheitlichen Langzeitfolgen von Fukushima t\u00e4uschen. Denn die Arbeiter und B\u00fcrger von Fukushima leiden unter den Auswirkungen der Atomkatastrophe. Diese Folgen zu \u00fcbergehen hiesse, das Leid der Menschen zu ignorieren. Es w\u00e4re eine Missachtung ihres Kampfes um Gerechtigkeit f\u00fcr sich selbst und ihre Familien. Denn es geht um Menschenleben! Krankheit, Propaganda und leere Versprechungen sind ein erb\u00e4rmlicher Lohn \u2013 f\u00fcr die Arbeiter in Fukushima und f\u00fcr die evakuierten Bewohner, die ohne eigene Schuld leiden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Mann, der am AKW Fukushima arbeitete, leidet an Leuk\u00e4mie. 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