Heute morgen haben 20 vom Sturm vertriebene Tiere vor dem SVP-Sekretariat in Zürich demonstriert. Ihr Protest richtet sich gegen den Klimawandel, der ihre Heimat zerstört und gegen die SVP-Vorreiterrolle in der aktuellen Verkehrspolitik. Die Tiere forderten Klimaschutz statt Strassen. Andernfalls müsse die SVP ihre Auswanderung und Asylaufnahme in einem fremden Land organisieren. Als Vordenkerin der Avanti-Initiative und als Mitverantwortliche des Gegenvorschlags lässt die SVP den Schweizer Klimaschutz zur Makulatur verkommen. Bei der Abstimmung am 8. Februar handelt es sich um ein rechts-bürgerliches SVP-Asphaltbegehren in Reinkultur. Dieses würde die Schleusen für zusätzlichen Schweizer CO2-Ausstoss öffnen.

Zürich. Bären, Elstern, Enten, Frösche, Mäuse,
Schnecken und Schneehasen fanden sich heute morgen vor dem
SVP-Parteisekretariat in Zürich ein. Auf den Plakaten war u.a. zu
lesen: «Klimawandel zerstört unsere Heimat!» und «SVP: Verhelft uns
zum Asyl!».

Dem Protest zugrunde liegt die Tatsache, dass
die Schweiz besonders vom Klimawan-del betroffen ist. Die
Temperaturzunahme im letzten Jahrhundert war doppelt so hoch wie im
globalen Durchschnitt. Die sichtbaren Folgen sind ungewohnte
Hitzeperioden im Sommer, gefolgt von heftigen Winterstürmen,
Bergstürzen, Waldbränden aber auch Lawinenkatastrophen und
Überschwemmungen. Die zu warmen Winter bringen die Tier- und
Pflanzenwelt durcheinander und verschieben die Populationen in
höhere Lagen. In den letzten 50 Jahren stieg die Schneegrenze um
100 Meter.

Die Tiere forderten einen Schweizer Klimaschutz
mit Taten, bei dem der Strassenver-kehr als Hauptverantwortlicher
endlich Verantwortung übernimmt. Das wichtigste Treibhausgas CO2
nimmt beim Verkehr noch immer zu – dies im Gegensatz zu anderen
Bereichen.

Dazu der Greenpeace-Klimakampagner Cyrill
Studer: «Die Tiere protestieren mit der Aktion gegen die Aussagen,
dass es sich bei der Abstimmung vom 8. Februar um eine ausgewogene
Vorlage handelt, wie etwa vom Bundesrat behauptet. Vielmehr handelt
es sich um eine rechtsbürgerliche Asphaltlogik, die die Handschrift
der SVP trägt und von dieser während Jahren gepusht wurde.» Diese
triumphierte, als der bundesrätliche Gegenvorschlag mit den
wichtigsten SVP-Forderungen ergänzt wurde: «Der heute beschlossene,
ergänzte Gegenvorschlag zur Avanti-Initiative ist das Resultat
einer von der SVP langfristig vorbereiteten Strategie in der
Verkehrspolitik.» (Medienmitteilung vom 22.10.2002). Ob Zufall oder
nicht: Neben dem Programm erinnert auch der Name des Pro-Komitees
‚Ja zur Mobilität nach Mass‘ stark an das verkehrspolitische
SVP-Grundsatzpapier ‚Mobilität nach Mass‘ vom Juli 1999.

Die SVP-Asphaltlogik öffnet einem massiven
Wachstum des Strassenverkehrs mit entsprechendem CO2-Ausstoss Tür
und Tor. Und dies, obwohl der Strassenverkehr bereits heute für gut
ein Drittel des Schweizer CO2-Ausstosses verantwortlich ist. Der
verkehrsbedingte CO2-Ausstoss muss bereits ohne Asphaltphantasien
bis 2010 um knapp 15% gesenkt werden, damit die Schweizer
Klimaschutzziele erfüllt werden.

Kontakt:

Greenpeace-Medienabteilung 01 447 41 11

Cyrill Studer, Klima- und Verkehrskampagne 01 447 41 13