Die Betreiber des Atomkraftwerks Philippsburg können noch immer nicht garantieren, dass die Atommüllbehälter, in denen sie in nächster Zeit Atommüll nach Frankreich transportieren wollen, radioaktiv „sauber“ sind. Dies geht aus einem internen Papier hervor.

Hamburg. Demnach waren vor vier Wochen bei der Vorbereitung zum Beladen eines Atombehälters Löcher in einem Schutzüberzug entdeckt worden, der radioaktive Verunreinigungen der Aussenhaut eigentlich verhindern soll. Zugleich wurde festgestellt, dass ein Behälter vom Typ TN 13/2 bei der sogenannten „Kalterprobung“ im Abklingbecken leicht verstrahlt wurde. Trotzdem wurde der Behälter mit hoch radioaktiven Brennelementen beladen und steht jetzt abfahrbereit auf dem Kraftwerksgelände. In den kommenden Tagen soll er in die französische Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) La Hague transportiert werden.Bei der Kalterprobung werden die Atombehälter in die Abklingbecken der Kraftwerke getaucht, ohne dass zunächst Brennelemente eingefüllt werden. Um zu verhindern, dass dabei radioaktive Partikel aus dem Beckenwasser die Behälterwand kontaminieren, wird dem Behälter ein sogenanntes Kontaminationsschutzhemd übergezogen. In Philippsburg wurden dabei den Unterlagen zufolge zwei undichte Nähte anhand aufsteigender Luftblasen festgestellt. Ausserdem wurden aus bisher ungeklärter Ursache Teile der Tragevorrichtungen des Behälters mit 5 Becquerel pro Quadratzentimeter (Bq/cm2) verstrahlt. Der Grenzwert für leicht entfernbare („abwischbare“) Kontaminationen liegt bei 4 Bq/cm2.“Trotz zweieinhalbjähriger Zwangspause haben die Kraftwerksbetreiber ihre alten Probleme nicht in den Griff bekommen“, sagt Veit Bürger, Energieexperte bei Greenpeace. „Pannen dieser Art werden immer wieder passieren, solange die Ursachen dafür nicht geklärt werden. Auch aus diesem Grund sind Atomtransporte gefährlich und müssen gestoppt werden. Wir fordern die Betreiber der Atomanlagen auf, alle Unterlagen, die die Beladung der Atombehälter dokumentieren, offen zu legen.“Aussenkontaminationen von Atombehältern waren im Frühjahr 1998 der Grund für den von der damaligen Umweltministerin Angela Merkel verhängten Stopp der Atomtransporte. Damals waren radioaktive Partikel auf der Aussenhaut der Behälter entdeckt worden. Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, wie es zu diesen Kontaminationen kommt. Dass dieses Problem schon seit Jahren bestand, hatten die Betreiber der Atomanlagen bis zuletzt verschwiegen.Noch in diesem Jahr sollen aus den Atomkraftwerken Philippsburg, Stade und Biblis acht Atombehälter mit rund 30 Tonnen hochaktiven Brennelementen nach La Hague (Frankreich) zur Wiederaufarbeitung transportiert werden.