Majak/Bern 20. September 2010. Der Bundesrat antwortet heute auf die Frage von Geri Müller, ob er gewillt ist, etwas gegen den Einsatz russischer Brennstäbe aus der Katastrophenanlage Majak in Schweizer AKWs zu unternehmen. Ein erster Schritt wäre die Einführung einer Deklarationspflicht über die Herkunft der Kernmaterialien. Eine solche besteht derzeit nicht – im Gegensatz zur Bratwurst auf dem Mittagsteller.

Wo das Uran und die Brennstäbe für Schweizer AKWs herkommen und an wen die hochradioaktiven Stoffe nach ihrem Gebrauch weitergereicht werden, will zur Zeit niemand genau wissen. Der Politik des Bundesrats und der Atombetreiber mangelt es an Transparenz, das Geschäftsgeheimnis von Axpo, Alpiq und BKW wird bis heute höher gewertet. Angesichts der Zustände, die in der Umgebung von Uranabbau-Gebieten und von Aufarbeitungsanlagen wie Majak herrschen, ist dies unhaltbar.

Nach jahrelangem beharrlichem Schweigen hat die Axpo gegenüber der Rundschau (Beitrag vom 8. September) jetzt offengelegt, dass sie auch Brennstäbe aus der russischen Atomanlage Majak einsetzt. Bekannt ist dies eigentlich seit zehn Jahren, doch die Behörden (Bundesrat und das zuständige Bundesamt für Energie) haben diesem Umstand bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Axpo-CEO Manfred Thumann erklärte auf dem „heissen Stuhl“ der Rundschau lediglich, dass man jetzt die Situation prüfe, weil die Verträge ausliefen. Dies widerspricht den Angaben russischer Hersteller. Demnach wurden Langzeitverträge mit einer Laufdauer bis 2016 (Gösgen), resp. 2020 (Beznau) abgeschlossen (Artikel auf russland.ru und Pressemitteilung der LIeferfirma TVEL vom 13.12.2005).

Die russische Anlage Majak und die umliegende Region ist eine der verstrahltesten Gegenden der Welt. Die Zustände und Sicherheitsbedingungen in der Anlage werden von den russischen Betreibern streng geheim gehalten.

Nachdem die Axpo jetzt zugegeben hat, dass sie Brennstäbe aus dem russischen Majak bezieht, fordert Greenpeace

– eine Beendigung der intransparenten Geschäfte  mit russischen Staatsfirmen, welche keine Rücksicht auf Umwelt und Menschen nehmen

– volle Transparenz über die Stoffflüsse von Kernmaterialien und Atomabfällen wie sie die parl. Initiative von Geri Müller fordert.

Mehr Informationen unter:
SF-Beitrag zu den Geschäften der Axpo mit den Betreibern von  Majak

oder bei:

Florian Kasser, Atomcampaigner, Tel. 044 – 447 41 23 oder 076- 345 26 55
Anita Merkt, Mediensprecherin Klima und Energie, Tel. 044-447 41 88 oder 078-791 40 20