Zürich / Leverkusen, 16. April 2014 – Greenpeace-Aktivisten, darunter zwei Schweizerinnen, protestieren vor dem Bayer-Hauptsitz gegen die Produktion und Verwendung von Pestiziden. Anlass sind Giftfunde im Bienen-Pollen, darunter auch Pestizide von Bayer.

Am Bayer-Gebäude in Leverkusen entrollten heute Morgen die Greenpeace-Aktivisten ein grosses Fotobanner. Darauf fordern Bienen den Chemiekonzern auf: «Stop killing us!». Der neue Greenpeace-Report «Gift im Bienengepäck» fasst eine europaweite Untersuchung gesammelter Bienen-Pollen zusammen. Der Report basiert auf 107 Pollenproben aus dem Jahr 2013, die von Bienen in zwölf Ländern gesammelt wurden, sowie 25 Proben von Bienenbrot (im Bienenstock eingelagerter Pollen) aus sieben Ländern. Das beauftragte Labor hat in den Pollen Pestizidcocktails mit bis zu 17 Agrargiften gefunden. Auch in einer Schweizer Pollenprobe konnte das für Bienen gefährliche Neonicotinoid Thiacloprid von Bayer nachgewiesen werden.

Die Bestäubung durch Bienen ist äusserst wichtig für Qualität und Ertrag der landwirtschaftlichen Produktion. Die fortschreitende Industrialisierung der Landwirtschaft trägt ihren Teil zum weltweiten Bienensterben bei. Parasiten, Krankheiten und der Klimawandel verstärken das Problem zusätzlich. Nur wenige dieser Faktoren lassen sich wie Pestizide politisch regulieren. Im Jahr 2013 schränkten sowohl die Schweiz als auch die EU den Einsatz bestimmter bienengefährlicher Pestizide vorübergehend ein. Für vier Wirkstoffe gilt seither ein zweijähriges Verbot bestimmter Anwendungen.

Zwei Wirkstoffe von Bayer, eins von Syngenta und eins von BASF sind von dem zeitweiligen Verbot betroffen. Obwohl die Gefährlichkeit ihrer Pestizide wissenschaftlich belegt ist, reichten die Konzerne Klage gegen die Verbote ein. «Syngenta, Bayer und BASF ignorieren wissenschaftliche Erkenntnisse und handeln mit der Klage gegen die EU-Verbote verantwortungslos», so Marianne Künzle, Landwirtschafts-Expertin bei Greenpeace Schweiz.

Greenpeace fordert von Syngenta, Bayer und BASF, die Klage gegen die Europäische Kommission zurückzuziehen und den Verkauf von bienengefährlichen Pestiziden sofort zu stoppen.

Als Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung und des dazugehörigen Bundesamtes für Landwirtschaft muss Bundesrat Johann Schneider-Ammann veranlassen, dass die Verbote ausgeweitet werden, denn bisher gibt es zu viele Ausnahmen. Nur vollständige und dauerhafte Verbote sowie ein genereller Umbau hin zu einer chemiefreien ökologischen Landwirtschaft können den Bienen wirklich helfen.

Fordern Sie jetzt Bundesrat Johann Schneider-Ammann auf, sich für den Schutz der Biene und damit für die Sicherung unserer Ernährungsgrundlagen einzusetzen: www.bienenschutz.ch

Bilder und weitere Informationen finden Sie auf www.greenpeace.ch/pollenreport und bei:

Marianne Künzle – Landwirtschafts-Kampagne Greenpeace Schweiz: 079 410 76 48,

Natalie Favre – Greenpeace Schweiz Mediensprecherin, 079 197 96 91,