Eine Delegation von indigenen Frauen aus North Dakota hat am Nachmittag Vertreter der Credit Suisse zu einem Gespräch getroffen. Die Frauen haben von der Credit Suisse verlangt, ihre Finanzierung der Dakota Access Pipeline bzw. der Firmen hinter dem Projekt zu stoppen – einem Projekt, das ihre Lebensgrundlagen direkt gefährdet.

Nach monatelangen Protesten der Indigenen und tausender WasserschützerInnen ist Ende des vergangenen Monats zum ersten Mal Öl in die Dakota Access Pipeline gepumpt worden. Damit ist die Gefahr real geworden, die ein wichtiger Grund für die Proteste war: Ein Pipeline-Leck unter dem Lake Oahe, dem wichtigsten Wasserreservoir der Standing Rock Sioux und weiterer 17 Millionen Menschen. Dass das kontroverse Projekt überhaupt realisiert werden konnte, dafür trägt auch die Credit Suisse eine nicht unwesentliche Mitverantwortung: Greenpeace-Recherchen haben gezeigt, dass die Schweizer Grossbank eine Schlüsselrolle spielt bei der Finanzierung der Pipeline bzw. den Firmen hinter dem Projekt.

Zurzeit weilt eine Delegation von indigenen Frauen, bestehend aus Stammesmitgliedern der Standing Rock Sioux und Verbündeten in der Schweiz. Die «Indigenous Women’s Divestment Delegation: Experiences from Standing Rock» – organisiert vom Women’s Earth and Climate Action Network (WECAN) – wurde von Greenpeace eingeladen und unterstützt; die Frauen agieren aber unabhängig von der Umweltorganisation, sie äussern ihre eigene Meinung und kämpfen für ihre Anliegen. Heute Nachmittag haben sie sich mit Vertretern der Credit Suisse getroffen.

Delegationsmitglied Dr. Sara Jumping Eagle sagt nach dem Treffen: «Die Credit-Suisse-Vertreter haben unsere Beschreibungen von Menschenrechtsverletzungen angehört, die während der Proteste geschehen sind. Doch die Bank verleugnet noch immer ihre Rolle bei dem Projekt. Die Credit Suisse versucht, sich von den Verletzungen von Menschenrechten und Indigenenrechten zu distanzieren. Immerhin haben die Bankvertreter versprochen, die bankeigenen Geschäftsgrundsätze und Prozesse noch einmal zu überprüfen und Indigenen- und Menschenrechte zu berücksichtigen.»


Fotos vom Point de Presse mit den indigenen Frauen am Nachmittag vor der Credit Suisse am Zürcher Paradeplatz finden Sie unter diesem Link (© Flurin Bärtschinger / Ex-Press / Greenpeace)

Weitere Informationen zur «Indigenous Women’s Divestment Delegation: Experiences from Standing Rock» finden Sie in dieser Medienmitteilung des Women’s Earth and Climate Action Network (WECAN)

Kontakt:
Thomas Mäder, Medienverantwortlicher Greenpeace Schweiz, 044 447 41 74, thomas.maeder@greenpeace.org