Auf dem Internationalen Automobilsalon in Genf haben rund 20 Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace heute vormittag damit begonnen, Aufkleber auf Windschutzscheiben und Türen der dort ausgestellten Dieselautos zu kleben. Auf den Aufklebern steht „Warnung: Dieselruss verursacht Krebs“. An die die Besucher des Salons werden Flugblätter verteilt, die über die umwelt- und gesundheitsschädigende Wirkung von Diesel-Fahrzeugen informieren.

Genf. Wissenschaftlich ist erwiesen, dass Dieselruss Krebs erzeugt. Die mikroskopisch kleinen Russpartikel dringen tief in die Lunge ein. Neben ihrer krebserzeugenden Wirkung verstärken sie Atemwegserkrankungen wie Bronchitis oder Asthma. Dieselmotoren stossen rund 40 % mehr Stickoxid als Benzinmotoren aus, einer der Hauptluft-schadstoffe. „Der Diesel darf einzig aufgrund der erfolgreichen Lobbyarbeit der Autokonzerne ein Mehrfaches der sonst üblichen Werte von Stickoxiden und krebserzeugende Russpartikel ausstossen“, sagt Greenpeace-Sprecher Günter Hubmann in Genf. „Für Gesundheit und Umwelt aber ist einzig saubere Luft der Massstab. Abgasvorschriften müssen von allen Autos gleichermassen eingehalten werden. Greenpeace fordert ein Ende dieser umwelt- und gesundheitszerstörenden Praxis“. Während die Autoindustrie die krebserzeugende Wirkung von Dieselabgasen ignoriert, preist sie die Diesel-Technik zugleich als umweltfreundliche Treibstoffspartechnik der Zukunft an. Doch Dieselkraftstoff ist auch bezüglich Verbrauch und Spritsparen keine Alternative. Diesel stösst pro Liter 14 Prozent mehr klimaschädliches Kohlendioxid aus als Benzin. Der Anteil von Dieselfahrzeugen auf dem PKW-Weltmarkt liegt bei fünf Prozent und wird in verschiedenen Ländern über den Treibstoffpreis massiv gesteuert. Wenn Benzin und Diesel gleichviel kosten – wie z.B. in der Schweiz – entscheiden sich nur drei Prozent der Käufer für einen Diesel-PKW. „Wenn die Autoindustrie ihre Selbstverpflichtung zur Verbrauchsreduzierung ernst nehmen würde, müsste sie unverzüglich Treibstoffspartechniken bei Benzinern umsetzen, statt die Verbraucher mit der krebserzeugenden Nullösung Diesel irrezuführen“, so Günter Hubmann. Rasch wirksame Treibstoffspartechnik muss bei Benzinautos ansetzen. Greenpeace hat deshalb als „erste Hilfe“ für das Klima mit dem Umbau eines Benzinautos, dem Twingo SmILE, bewiesen, dass der Verbrauch heutiger Benzinfahrzeuge mit vorhandener Technik und ohne Mehrkosten um die Hälfte reduziert werden kann.


Kontakt:
Am Automobilsalon in Genf:
Günter Hubmann (dt., engl.) 0049 172 664 21 73 und
Clemens Tolusso (frz.) Tel. 022 731 02 09
Ein Hintergrundpapier zum Thema Diesel erhalten Sie bei
Greenpeace Schweiz 01 / 447 41 41