Genf. Unter der Leitung der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) wurde heute in Genf die dritte Weltklimakonferenz zum Thema «Bessere Klimainformation für eine bessere Zukunft» eröffnet. Greenpeace-AktivistInnen überbrachten den an dieser bedeutsamen Konferenz teilnehmenden WissenschafterInnen vor Ort Unterstützung und Dank für ihre Arbeit. Sie appellierten an die Forscher, im Hinblick auf die Klimakonferenz in Kopenhagen die Regierungschefs zu den dringend nötigen Klimaschutzmassnahmen zu bewegen.

Die Teilnehmer der dritten Weltklimakonferenz
im Internationalen Konferenzzentrum Genf wurden heute Morgen von
einem Empfangskomitee aus Greenpeace-AktivistInnen willkommen
geheissen. Als Dank für ihr Engagement und als Zeichen der
Unterstützung wurde den Klimaforschern eine besondere Erfrischung
serviert: Schweizer Gletscherwasser.

«Die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse
zeigen ummissverständlich, dass sich das Klima überall schneller
verändert als erwartet. Die Schweiz als Alpenland und europäisches
Wasserschloss ist vom Klimawandel besonders betroffen: In den
letzten 25 Jahren haben die Gletscher ungefähr ein Drittel an Masse
verloren», erklärt Cyrill Studer Klimaexperte bei Greenpeace
Schweiz. «Die an dieser Konferenz teilnehmenden Wissenschafterinnen
und Wissenschafter dokumentieren den Klimawandel seit Jahren. Das
Wasser aus der Gletscherschmelze führt uns drastisch vor Augen, wie
dringlich die Lage ist. Jetzt muss endlich etwas getan werden!»

Letzte Woche haben Greenpeace-Aktivisten auf
dem Gornergletscher im Wallis ein Lager aufgebaut. Am 25. August
spannten sie dort ein Riesenbanner auf mit der Botschaft: «Our
climate – your decision» (Unser Klima, eure Entscheidung). Damit
sollten die Regierungschefs der ganzen Welt zum Handeln aufgerufen
werden. Am Tag danach deponierten Aktivistinnen und Aktivisten der
Umweltorganisation in Bern vor dem Bundeshaus eine Steinplatte mit
den eingemeisselten Forderungen an den Bundesrat, der an diesem Tag
über die Revision des CO2-Gesetzes entschied. Nach
Bekanntgabe des Bundesratsbeschlusses, bis 2020 nur 20%
CO2-Emissionen zu reduzieren, protestierten sie vor
Ort.

Die Hauptverantwortlichen für die aktuelle
Klimasituation sind die Industrieländer – darunter auch die
Schweiz. Greenpeace fordert diese Länder auf, an der Klimakonferenz
in Kopenhagen im Dezember, ihre Verantwortung wahrzunehmen und
insbesondere:

  • bis 2020 die CO2-Emissionen gegenüber 1990 um 40% zu
    senken;
  • jährlich 170 Milliarden Schweizer Franken in einen Klimafonds
    zu speisen, um den Entwicklungsländern die Anpassung an die neuen
    Klimaverhältnisse zu ermöglichen, die Abholzung zu stoppen, sowie
    neue, klimafreundliche Technologien zur Energieproduktion zu
    fördern. Die Schweiz muss jährlich 1,3 Milliarden Schweizer Franken
    in diesen Fonds einzahlen.

Die Klimakonferenz von Kopenhagen findet in 15
Wochen statt. Sie  ist eine einzigartige – und vielleicht die
letzte – Gelegenheit, ein wirksames weltweites Klimaregime
einzuführen. Bis dahin lädt Greenpeace die Forschenden der
Weltklimakonferenz von Genf ein, alles zu tun, um
Entscheidungsträger und Bevölkerung davon zu überzeugen, dass
einschneidende Massnahmen zum Klimaschutz jetzt beschlossen und
umgesetzt werden müssen.

Kontakt:

Cyrill Studer, Klimakampagne Greenpeace, 079 786 33 28

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Informationen

Bilder und Eindrücke vom Gornergletscher