In internationalen Klimakonferenzen wird nach Ansicht von Greenpeace immer weniger über wirkliche Massnahmen gegen den Klimawandel verhandelt. Die diesjährigen Verhandlungen in Buenos Aires, die heute morgen zu Ende gingen, wurden von den nationalen ökonomischen Interessen blockiert. So konnte am Konferenzende nicht einmal festgestellt werden, ob die bestehenden Beschlüsse von Kyoto zur Reduzierung schädlicher Treibhausgase angemessen sind. Die Konferenz endete nach zwei Wochen lediglich mit einem einfachen Plan für die weitere Arbeit.

Buenos Aires. Wenn das so weitergeht, verkommen die Klimaverhandlungen zu einer Handelsmesse für zweifelhafte Projekte und Geschäftemacher, stellt Greenpeace Klima-Experte Karsten Smid fest. „Der Klimawandel kommt offensichtlich schneller als die Fortschritte bei den Verhandlungen. Während die Alpengletscher wegschmelzen, wird der Klimaschutz auf Konferenzen blockiert.“ Statt auf Fortschritte auf internationaler Ebene zu warten, sollten die Industrieländer die wichtigsten Massnahmen zu Hause an der Quelle der Klimaproblematik durchführen. So ist es in der Schweiz dringend notwendig, den Energieverbrauch zu verringern, insbesondere muss die Autoindustrie in die Pflicht genommen werden. Über die sogenannten „flexiblen Mechanismen“ des Kyoto-Protokolls wird in den kommenden zwei Jahren weiter verhandelt werden. Dies bedeutet, dass der grenzenlose Freihandel mit Verschmutzungsrechten weiterhin eine massive Bedrohung für das Protokoll bleibt. Die Schlupflöcher sind genauso gross wie vor der Konferenz. Immerhin wollen die Staaten eine Instanz schaffen, die Länder sanktioniert, wenn sie ihren Reduktionsverpflichtungen nicht nachkommen. Greenpeace begrüsst ebenfalls, dass Aufforstungsprojekte solange nicht gegen Emissionen von Treibhausgasen aufgerechnet werden können, bis ihre Wirksamkeit wissenschaftlich geklärt ist. Hinsichtlich der weiteren Verhandlungen erwartet Greenpeace von der Schweiz, dass sie sich gegen Massnahmen einsetzt, die nicht an der Ursache des Klimawandels ansetzen. Dies betrifft die umstrittenen Aufforstungsprojekte in Entwicklungsländern, die das Klimagas Kohlendioxid binden sollen. Das betrifft auch den unbegrenzten Emissionshandel, von dem sich die Blockiererländer wie die USA versprechen, ihren Ausstoss an Klimagasen nicht reduzieren zu müssen.


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