Dass ein Greenpeace-Schiff im Binnenland Schweiz zu besichtigen ist, kommt selten vor: Die internationale Greenpeace-Schifftour «Stop Risking Europe» macht ab heute bis am Sonntag 4. Mai an der Basler Schifflände Halt. Das Greenpeace-Schiff «Beluga II» führt eine Ausstellung zu überalterten AKW mit und es finden öffentliche Führungen und Aktivitäten statt. Die Tour dauert bis zum 22. Juni und führt dem Rhein und der Mosel entlang durch 14 Städte in der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Luxemburg.

Mit der zweimonatigen Tour macht Greenpeace auf die Risiken aufmerksam, die von Europas überalterten AKW ausgehen. An jedem Stopp gibt es Führungen für die Bevölkerung; eine Ausstellung erklärt die Gefahr, die von alten Reaktoren ausgeht.

«28 Jahre nach Tschernobyl müssen wir ins bewusst sein, dass alte Atomkraftwerke alle europäischen Bürgerinnen und Bürger grösseren Risiken denn je zuvor aussetzen. In Europa sind 66 der 151 AKW bereits älter als 30 Jahre, sieben sogar älter als 40 Jahre», sagt Susanne Neubronner, Greenpeace-Atomkampaignerin aus Deutschland, an der heute zur Ankunft in Basel einberufenen Pressekonferenz an Bord der «Beluga II». «Der Alterungsprozess erhöht das Risiko von schwerwiegenden Unfällen. Die Zeit ist gekommen, diese alten Reaktoren abzuschalten».

Stefan Füglister, Atomexperte und AKW-Kritiker erster Stunde, sagt dazu: «In der Schweiz ist die Situation besonders pikant. Das AKW Beznau ist die älteste Anlage der Welt. Von 71 aufgezeichneten sicherheitsrelevanten Vorkommnissen stehen über die Hälfte im Zusammenhang mit dem Alter».

Der Basler Grossrat Ruedi Rechsteiner erklärte heute vor der Presse, dass die Schweizer Atomkraftwerke eine Bedrohung für die Sicherheit der Bevölkerung darstellen und insbesondere unser Trinkwasser gefährden. Ein Verteidigungsminister würde gescheiter in erneuerbare Energien investieren und die AKWs schliessen, statt den Gripen zu kaufen».

Greenpeace Schweiz fordert deshalb: Eine Laufzeitbeschränkung von maximal 40 Jahren und verbindliche Abschaltdaten für alle AKW. Das würde bedeuten, dass Beznau und Mühleberg sofort vom Netz genommen werden müssten. Letzteres verlangt auch eine Initiative im Kanton Bern, die am 18. Mai zur Abstimmung kommt.

Open Boat Days auf dem Greenpeace-Schiff Beluga mit öffentlichen Führungen

Schifflände Basel, Freitag 2. Mai 10.00 – 18.00 Uhr, Samstag 3. Mai 10.00 – 18.00 Uhr,
Sonntag 4. Mai 14.00 – 18.00 Uhr sowie spontan nach Möglichkeit.

An Bord gibt es eine Ausstellung zu überalterten AKW und verschiedene Aktivitäten zum Mitmachen.Die Beluga II ist ein kleineres, zweimastiges Schiff, das vorwiegend in europäischen Binnengewässern sowie vor den Küsten Europas für Greenpeace-Kampagnen unterwegs ist. Informationen zur Tour und ihren Stopps finden sich auf www.out-of-age.eu/beluga.

Für weitere Informationen:
Claudio De Boni, Medienbeauftragter Klima & Energie
E-Mail: Tel: +41 76 385 26 87

Fotos, Studien und Reports:
Pressefotos der «Beluga II» in Basel
Pressefotos der «Beluga II» in Fessenheim
Factsheet zur «Beluga II»
Studie «Risiko Altreaktoren Schweiz
Kurzstudie «Alternde Reaktoren: Eine neue Ära des Risikos
Greenpeace-Kampagne «40 Jahre sind genug»
Die Schiffs-Kampagne gegen die Risiken der Altreaktoren online mitverfolgen

> Redebeitrag Rudi Rechtsteiner

> Redebeitrag Stefan Flüglister:

Für die Agenda:
Open Boat Day auf dem Greenpeace-Boot Beluga mit öffentlichen Führungen
Schifflände Basel
Freitag 2. Mai 10.00 – 18.00 Uhr
Samstag 3. Mai 10.00 – 18.00 Uhr
Sonntag 4. Mai 14.00 – 18.00 Uhr
Die Beluga II tourt ab April 2014 durch Europa, um die Menschen über die Problematik der überalterten AKW aufzuklären. An Bord gibt es zum Thema eine Ausstellung und verschiedene Aktivitäten zum Mitmachen.

Und übrigens:
Seit Ostersonntag fuhren Freiwillige während 8 Tagen auf der Aare mit dem Kanu vom AKW Mühleberg nach Gösgen, Leibstadt, Beznau und schliesslich den Rhein runter nach Basel, wo sie gestern Sonntag auf die Beluga II trafen. Beim AKW Beznau errichteten Sie ein Kerzenbild als Mahnwache für die Opfer von Uranabbau und AKW-Unfällen. Ihre Reise ist auf ihrem Blog und Twitter-Account dokumentiert:
kanukraft.wordpress.com
www.twitter.com/kanukraft