Die Greenpeace-AktivistInnen, die gestern einen Atommüllexport aus dem AKW Gösgen verhindert haben, haben die Geleise vor dem AKW in der vergangenen Nacht aus Sicherheitsgründen verlassen. Die Umweltorganisation nimmt heute den Dialog mit einem erstaunlich verhandlungsbereiten Bundesamt für Energiewirtschaft auf. An der Forderung, keine weiteren Atommülltransporte in die Wiederaufarbeitung zu dulden, hält die Umweltorganisation nach wie vor fest und prüft bei Zuwiderhandlungen gegen das schweizerische Strahlenschutzgesetz weitere juristische und politische Optionen.

Däniken/Zürich. Greenpeace nimmt die gestern deutlich signalisierte Gesprächsbereitschaft seitens des Bundesamts für Energiewirtschaft (BEW) und des Eidgenössischen Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartements (EVED) ernst und ist zu Gesprächen mit den Behörden, wie auch Vertretern der Atomwirtschaft zum Thema „Wiederaufarbeitung“ bereit. Die Umweltorganisation fordert, dass keine weiteren Atomtransporte die Schweiz in Richtung Wiederaufarbeitungsanlagen in La Hague und Sellafield verlassen, bevor die von der Bundesanwaltschaft eingeleitete Strafuntersuchung gegen die AKW-Betreiber abgeschlossen ist. Dem offensichtlichen Verstoss gegen das Schweizer Strahlenschutzgesetz muss endlich ein Riegel geschoben werden. Greenpeace fordert die Atomkraftwerk-Betreiberfirmen weiter zu einer verbindlichen Erklärung auf, keine neuen Wiederaufarbeitungsverträge zu unterzeichnen. Greenpeace wollte im letzten Sommer Abwässer und Sedimente vom Meeresboden aus dem Bereich des Abflussrohrs der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in die Schweiz zurückzuführen. Die Proben sollten den Verantwortlichen der AKW-Firmen überreicht werden. Abwasserproben und Sedimente wurden allerdings an der Grenze konfisziert und inzwischen vom Bundesamt für Gesundheitswesen (BAG) zur Lagerung im Bundeszwischlager in Würenlingen überführt. Denn was in La Hague und Sellafield ungehindert ins Meer fliesst, gilt in der Schweiz als radioaktiver Müll.

Kontakt:
Stefan Füglister, Koordinator der Atomkampagne 01 / 447 41 41