Greenpeace ist über das undemokratische Vorgehen von Bundesrat Moritz Leuenberger empört. In seiner heutigen Stellungnahme zum Standort Wellenberg als Atom-Müll-Lager begrüsst Bundesrat Leuenberger ein etappiertes Vorgehen der Nagra und missachtet damit den Volksentscheid des Nidwaldner Volkes vom 25. Juni 1995. Dieses hatte sich gegen die Erteilung der Konzession für ein Atom-Müll-Lager im Wellenberg ausgesprochen. Greenpeace fordert den endgültigen Verzicht auf den Standort Wellenberg.

Zürich. Die Nagra setzt gegen den Willen des Nidwaldner Stimmvolkes auf Salami-Taktik. Zunächst will sie einen Sondierstollen in den Wellenberg treiben. Doch ihr Ziel – schlussendlich ein Atom-Müll-Lager im Wellenberg zu errichten – hat sie nicht aus den Augen verloren. Die Skrupellosigkeit der Nagra erstaunt nicht gross, hatte die Genossenschaft doch schon nach der verlorenen Abstimmung undemokratisches Verhalten an den Tag gelegt und bekundet, dass sie weiterhin am Standort Wellenberg festhalten werde. Erstaunlich ist allerdings, dass es ihr nun offensichtlich gelungen ist, Bundesrat Moritz Leuenberger über den Tisch zu ziehen. „Es gelte indessen, den Volksentscheid des Nidwaldner Volkes zu respektieren“, zitiert die Nidwaldner Kantonsregierung Leuenberger. Greenpeace fordert den Energieminister deshalb auf, sich an diese Aussage zu halten und sich nicht unglaubwürdig zu machen. Es geht nicht an, dass der Volkswille mit Füssen getreten wird. Leuenberger folgt damit den Spuren Ogis und lässt mit dem Entscheid auch des Energie-Dialog ins Leere laufen, den er letzten Sommer gross angekündet hat. Es bleibt die Frage, ob Leuenberger so skrupellos oder ob er der Nagra auf den Leim gekrochen ist. Der Kanton Nidwalden hat unter der Atom-Müll-Lagerfrage schon schwer gelitten und einen harten Abstimmungskampf erlebt, der bei Teilen der Bevölkerung tiefe Wunden hinterlassen hat. Leuenbergers Stellungsnahme bricht diese erneut auf; mit der wieder eingekehrten Ruhe dürfte es nun wieder vorbei sein. Entgegen der von Leuenberger vertretenen Meinung bringt ein Atommüllager im Wellenberg sehr wohl technische Probleme mit sich. An der Untauglichkeit der Option Wellenberg ändert auch eine rückholbare Lagerung nichts. Greenpeace fordert deshalb den sofortigen und endgültigen Verzicht auf den Standort Wellenberg. Als Alternative bietet sich nach wievor eine SICHERE Lagerung von Atom-Müll am Ort der Produktion an.

Kontakt:
Wendel Hilti, Koordinator der Anti-Atom-Kampagne, 01 / 447 41 25