Novartis, Ciba und Syngenta sowie die französischen Behörden haben das von Greenpeace gestellte Ultimatum zur Elsässer Deponie Le Letten verstreichen lassen, ohne den gefährlichen Chemiemüll unter freiem Himmel im Wald zu entsorgen. Greenpeace-Aktivisten haben deshalb einen Teil des Giftmülls nach Colmar geschafft und heute um 9.00 Uhr bei der verantwortlichen Präfektur des Départements du Haut-Rhin abgeladen. Greenpeace gibt dem zuständigen Präfekten bis 12.00 Uhr Zeit, endlich seine Verantwortung wahrzunehmen. Das heisst: Mit der Annahme und fachgerechten Entsorgung des Giftmülls den ersten Schritt für die Totalsanierung der Deponie Letten einzuleiten. In der Bekanntmachung zur ‚Konvention’ zwischen dem Préfet du Haut-Rhin und der Basler Chemie sind keinerlei verbindliche Zusagen für die Deponie-Sanierungen zu finden. Greenpeace bedauert, dass Novartis & Co. sich stattdessen für eine weitere Runde im taktischen Hin und Her entschieden hat.

COLMAR (F). Entgegen der wiederholten
Behauptungen von Novartis, Ciba und Syngenta ist der offene
Chemiemüll bei Le Letten hochtoxisch und stellt eine akute Gefahr
für Mensch, Tier und Umwelt dar. Deshalb ist es skandalös, dass der
von Greenpeace entdeckte Giftmüll nach Ablauf der Frist zur
Deponie-Sicherung noch immer offen im Wald herumliegt.

Wäre die Chemiemülldeponie Le Letten in der
Schweiz, würden die Chefs der beiden Basler Umweltämter das Gelände
absperren und gleichentags die Bagger auffahren lassen, um das
offene Gift zu bergen (BZ & BaZ, 23.2.05). Was die Schweizer
Behörden können, sollte auch für die Französischen Behörden möglich
sein.

Greenpeace fordert deshalb von M. Michel
Guillot, verantwortlicher Präfekt des Départements du Haut-Rhin,
erneut die Umsetzung der Sofortmassnahmen: das Deponiegelände beim
Letten muss abgesichert, jeglicher akut gefährdender Giftmüll
fachgerecht entsorgt und die Totalsanierung mit einer verbindlichen
Absichtserklärung eingeleitet werden.

Die frisch unterzeichnete ‚Konvention‘ zwischen
dem Préfet du Haut-Rhin und der Basler Chemie hilft dabei nicht,
denn sie schreibt keine Deponie-Sanierungen vor. Greenpeace
vermutet ein weiteres taktisches Hinhaltemanöver von Novartis, Ciba
und Syngenta. Nach den gefährlichen Verharmlosungen der letzen
Jahre durch die Basler Chemie müssen die französischen Behörden
jetzt handeln. Novartis & Co. ihrerseits müssen endlich damit
aufhören, die unterschiedlichen nationalen Standards in der
Gesetzgebung gegeneinander auszuspielen und stattdessen schnell und
pragmatisch entscheiden.

Greenpeace wird an der
Novartis-Generalversammlung vom 1. März mit Nachdruck die
Totalsanierungen der Novartis-Deponien in der Region Basel
verlangen.

Derweil pochen die Greenpeace-Aktivisten
darauf, dass sich M. Michel Guillot, Präfekt des Départements du
Haut-Rhin bis 12.00 Uhr seiner Verantwortung stellt. Ob er dies
tut, erfahren Sie in Bild und Wort unter www.greenpeace.ch Bilder
von vor Ort werden regelmässig übermittelt.

Kontakt:

Greenpeace-Chemiekampagne, Matthias Wüthrich (vor Ort) +41 44
447 41 31

Greenpeace-Medienabteilung +41 44 447 41 11