Der Gentech-Mais von Novartis ist gesundheitsschädigend. Dies belegt eine neue Studie des Pariser Pasteur-Institutes. Sie weist nach, dass die im Bt-176-Mais eingebaute Antibiotika-Resistenz entgegen allen Behauptungen der Zulassungsbehörden doch auf Mensch und Tier übertragen werden kann. Greenpeace fordert deshalb das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf, die im Januar erteilte Zulassung für den Bt-176-Mais sofort rückgängig zu machen und Produkte, die den Gentech-Mais enthalten, aus dem Verkehr zu ziehen.

Zürich/Paris. Am 6. Januar 1998 hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) den Bt-176-Mais von Novartis als unbedenklich für die menschliche Gesundheit erklärt und ihm seine Zulassung als Lebensmittel erteilt. Dem Bt-Mais ist neben einem Insektengift- und Pflanzengift-Gen ein Ampicillin-Resistenz-Gen (das heisst, eine Antibiotika-Resistenz) eingebaut. Eine allfällige Übertragung der Antibiotika-Resistenz sei, so das BAG in der Begründung, „ohne gesundheitsgefährdende Relevanz für Mensch und Tier“. Eine jüngst publizierte Studie des renommierten Pariser Pasteur-Institutes beweist nun das Gegenteil: Professor Patrice Courvalin, Leiter des Nationalen Referenzzentrums zu Antibiotikaresistenz, hat eine direkte Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch den Gentech-Mais von Novartis festgestellt. Entgegen den Beschwichtigungen der Schweizer Zulassungsbehörden überstehen funktionsfähige Gene aus dem Gentech-Mais oder aus dem Fleisch von damit gefütterten Tieren nämlich den Verdauungsvorgang und werden von menschlichen Darmbakterien aufgenommen und eingebaut. Diese Bakterien-Arten sind verantwortlich für schwerwiegende Infektionen bei älteren Menschen und immungeschwächten Patienten (z.B. Personen, die an AIDS oder Leukämie erkrankt sind, die chemotherapeutisch behandelt wurden oder Transplantationen unterzogen wurden). Sind diese Bakterien resistent, wird eine Heilung äusserst erschwert. Die Studie belegt zudem, dass punktuelle Mutationen des Ampicillin-Resistenz-Gens auch Resistenzen gegen anderen und neueren Klassen von Antibiotika bewirken können – Antibiotika, die heute breite Verwendung in Krankenhäusern finden. Aufgrund dieser Erkenntnisse fordert Greenpeace, dass die Zulassung für den Bt-176-Mais als Futter- und Lebensmittel sofort rückgängig gemacht wird. Überdies muss umgehend ein Bewilligungsstopp für weitere genmanipulierte Pflanzen mit Antibiotika-Resistenz-Genen verfügt und sämtliche Produkte, die Bt-Mais enthalten, aus dem Handel gezogen werden.


Kontakt:
Bruno Heinzer, Koordinator der Genschutzkampagne 01 447 41 41