Brennstoffzellenautos wie der von Daimler-Benz entwickelte „Necar 3“ sind keineswegs „No emission cars“, sondern belasten das Klima genauso mit CO2 wie ein sparsames Benzinauto. Zudem ist die Anwendung des Brennstoffzellen-Konzeptes auf den Autoverkehr um ein Vielfaches energieaufwendiger und teurer als die Einführung von verbrauchsarmen Benzinautos. Das haben Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) ergeben. Angesichts der grossen Energieverluste und der hohen Kosten rät das UBA ausdrücklich von der Anwendung der Brennstoffzellen-Technik in Autos ab (1). Darauf hat Greenpeace angesichts der heutigen Vorstellung des „Necar 3“ bei Bundesforschungsminister Ruettgers in Bonn hingewiesen.

Hamburg/Bonn. Das UBA verglich den CO2-Ausstoss eines Brennstoffzellenautos wie des „Necar 3“, das Methanol als Treibstoff verwendet, mit dem eines sparsamen Benzinautos wie des Twingo SmILE von Greenpeace. Ergebnis: Beide Fahrzeuge haben fast dieselbe CO2-Emission. In puncto Energieeffizienz und Kosten schneidet das Wasserstoff-Auto laut UBA aber erheblich schlechter ab. Die Wissenschaftler errechneten, dass das Brennstoffzellen-System insgesamt mindestens fünfmal teurer ist als das Sparauto. Die Einsparung von einer Tonne CO2 durch das Wasserstoff-Auto würde laut UBA Kosten in Höhe von 300 bis 500 Mark verursachen. Dagegen würde ein verbrauchsreduziertes Benzinauto mit SmILE-Standard sogar 80 Mark pro vermiedener Tonne CO2 einsparen. „Der Necar ist kein No-Emission-Car. Daimler-Benz verschweigt, was die Ingenieure des Konzerns auf Anfrage sehr wohl zugeben – dass nämlich ihr Brennstoffzellenauto dieselbe Menge des Klimaschadstoffs CO2 ausstösst wie ein sparsamer Benziner. Die Halbierung des Spritverbrauchs eines normalen A-Klasse-Modells wäre klimafreundlicher, energieeffizienter und viel kostengünstiger als die Entwicklung des Necar 3. Und vor allem wäre sie sofort machbar, wie der SmILE von Greenpeace beweist. Statt dessen brüstet sich Daimler-Benz mit einer Technik, die auf Jahrzehnte nicht zu kaufen sein wird und von deren Anwendung im Strassenverkehr selbst das Umweltbundesamt abrät. Vor einer Imageveranstaltung für Daimler-Benz sollte Minister Ruettgers sich erst einmal bei der Behörde seiner Kabinettskollegin Merkel informieren“, sagt Greenpeace-Sprecher Wolfgang Lohbeck. Greenpeace begrüsst grundsätzlich die Brennstoffzellen-Technik als vielversprechende Technik für nicht-mobile Anwendungen. Zur Bekämpfung des Klimaproblems trägt das „Necar“-Konzept aber nichts bei. „Hätte Daimler-Benz nur einen Bruchteil der Necar-Investitionen in intelligente Einspartechniken für seine heutigen Fahrzeugmodelle investiert, würde das A-Klasse-Modell nicht 6,8 Liter und ein Zweisitzer wie der Smart nicht unglaubliche 4,7 Liter verbrauchen, viel mehr als der Viersitzer von Greenpeace“, so Lohbeck. Der Twingo SmILE, ein verbrauchsoptimierter Renault Twingo, benötigt auf 100 Kilometer je nach Fahrweise 2,5 bis 3,25 Liter Benzin. Anmerkung: 1) „Bei stationären Anwendungen kann der Gebrauch sehr vorteilhaft sein und sollte weiter entwickelt werden. Dies ist nicht der Fall bei Brennstoffzellen im Strassenverkehr. (…) Die Anwendung von Wasserstoff im Transportbereich sollte nicht empfohlen werden aufgrund der enormen Energieverluste während der Produktion und der Bereitstellung.“ Selbst wenn der Wasserstoff zu 100 % mit Solarenergie gewonnen würde, wäre dies laut UBA noch immer „Energieverschwendung“. Quelle: „The Assessment of Fuel Cells in Transport from the Environmental Point of View“; UBA-Analyse, vorgetragen auf dem Workshop „Commercialising Fuel Cell Vehicles „, 20.-22. Oktober 1997 in Frankfurt/Main, S. 11 u. S. 7. (Übersetzung von Greenpeace)


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