Mit dem Schweizerischen Bund für Naturschutz und dem WWF sind zwei weitere Grossverbände zur Allianz gegen die Einführung genmanipulierter Lebensmittel gestossen. Damit sind es nun sieben Bauern-, KonsumentInnen- und Umweltorganisationen, die vom Bundesrat ein „Importverbot für genmanipulierte Futter- und Nahrungsmittel“ verlangen. Die Petition ist in erster Linie gegen den drohenden Import von Gentech-Soja aus Amerika gerichtet.

Zürich. Sieben grosse Bauern-, KonsumentInnen- und Unweltorganisationen haben sich zur Lancierung einer Petition an den Bundesrat zusammengeschlossen: Sie verlangen darin ein „Importverbot für genmanipulierte Futter- und Nahrungsmittel“. Im Herbst sollen genmanipulierte Sojabohnen des US-amerikanische Chemiekonzerns Monsanto nach Europa importiert werden – undeklariert und mit normaler Soja vermischt. Laut Schweizerischer Lebensmittel-Verordnung wäre der Import in die Schweiz nicht nur zulassungs-, sondern auch deklarationspflichtig. Bei den Bundesbehörden liegt bisher aber noch keine Anmeldung vor. Erst vor kurzem musste die Entwicklung einer anderen genmanipulierten Sojabohne gestoppt werden, weil bekannt wurde, dass das eingesetzte Fremdgen Allergien hervorrufen kann. Der Monsanto-Soja ist das Gen eines Bodenbakteriums eingepflanzt worden, um sie gegen den Unkrautvertilger „Round up“ resistent zu machen. Soja ist ein wichtiger Bestandteil von Futtermitteln in der Tierhaltung und als Eiweisslieferant so wichtig wie Milch und Fleisch. Als Lecitin ist Soja in unzähligen Nahrungsmitteln enthalten, so zum Beispiel in Margarine und Schokolade, Majonnaise und Teigwaren. Zahlreiche Meinungsumfragen bei der schweizerischen und europäischen Konsumentenschaft haben ergeben: 60-70% der Verbraucherinnen und Verbraucher wollen keine genmanipulierten Nahrungsmittel. Auch der Schweizer Lebensmittelhandel ist sehr zurückhaltend. Eine Umfrage von Greenpeace zeigt, dass die US-Soja nicht erwünscht ist, fast alle Grossverteiler wollen sie ablehnen.


Kontakt:

Stefan Weber, Koordinator Genschutz-Kampagne, 01 / 447 41 41
Andrea von Maltitz, SAG, 01 / 262 25 68