Greenpeace Schweiz kritisiert den heute vom Bund vorgelegten Entwurf zur Teilrevision der Energieverordnung (EnV). Die energetische Wirkung der vorgeschlagenen Effizienzmassnahmen auf den Stromverbrauch ist nahezu Null. Greenpeace fordert eine deutliche Verschärfung der Vorgabe des Bundesamtes für Energie. Mit konsequenten Vorschriften in allen Stromeffizienz-Bereichen können langfristig insgesamt jährlich 8 Millionen Tonnen Kohlendioxid und 3 Milliarden Franken eingespart werden.

Greenpeace begrüsst die Teilrevision der
Energieverordnung, denn Mindesteffizienz-Anforderungen für
elektrische Geräte und Industriemotoren sind schon längst
überfällig. Der Entwurf des Bundesamtes für Energie ist jedoch
insgesamt viel zu schwach und weist wesentliche Lücken im Bereich
Haustechnik auf. «Die Wirkung der vorgesehenen Massnahmen ist mit
0,65 Prozent Reduktion des Schweizer Stromverbrauchs bestenfalls
marginal. Dabei könnte mindestens das 10-fache erreicht werden.
Greenpeace fordert deutliche Verbesserungen, ansonsten bleibt diese
Verordnungsrevision ein Verwaltungsleerlauf», erklärt Annette
Reiber von Greenpeace Schweiz. Bei den Industriemotoren hinkt die
Schweiz international schwer hinterher; sie ist schon längst von
Ländern wie Korea, den USA, China oder Mexico überholt worden.

Das gesamte Stromeffizienz-Potenzial der
Schweiz ist mit 18 Milliarden Kilowattstunden enorm. Das entspricht
knapp einem Drittel des nationalen Stromverbrauchs oder der
jährlichen Stromproduktion von 6 Einheiten des Atomkraftwerks
Mühleberg. Diese Verschwendung von Elektrizität kostet die
Volkswirtschaft 3 Milliarden Franken pro Jahr. Das
Stromeffizienz-Potenzial kann zu einem grossen Teil mit dem Einsatz
des sogenannten „Best Available Technology“ Standard (BAT)
ausgeschöpft werden. Dieser Standard wird erreicht, indem nur noch
die Geräte und Anlagen zum Verkauf zugelassen werden, welche zur
besten Effizienzklasse gehören.

«Wenn der Bund nebst dem Ausbau von neuen
erneuerbaren Energien die Energieeffizienz konsequent fördert,
lässt sich eine relevante Klimaschutzwirkung erzielen. Ausserdem
werden neue umweltschädliche und gefährliche Grosskraftwerke
obsolet.», sagt Annette Reiber. Dies schont sowohl das Klima als
auch das Portemonnaie: Mit der Ausschöpfung des gesamten
Stromeffizienz-Potenzials kann der Schweizer Treibhausgas-Ausstoss
um mindestens 15% pro Jahr reduziert werden. Innovation und
Beschäftigung werden gestärkt und im Laufe des Lebenszyklus eines
Gerätes spart der Konsument Stromkosten.

Die Umweltorganisationen werden die Vorgabe
genau prüfen und einen Verbesserungsvorschlag präsentieren, um das
riesige Potenzial der Energieeffizienz optimal zu nutzen.

Kontakt:

Annette Reiber, Energieeffizienz-Kampagne Greenpeace Schweiz    
     T: +41 (0)79 431 15 22

Natalie Favre, Pressesprecherin Greenpeace Schweiz              
             T: +41 (0)44 447 41 54