Die Installation von neuen Elektroheizungen und reinen Elektroboilern soll künftig untersagt sein, um Platz für umweltfreundliche Heizsysteme zu machen. Dies beschloss die Konferenz der kantonalen EnergiedirektorInnen und erliess dazu im April 2008 neue Mustervorschriften, welche nun in die kantonalen Energiegesetze und -Verordnungen aufgenommen werden sollen. Die Elektroheizungslobby läuft dagegen Sturm und verwendet dabei skandalöse Argumente. Greenpeace verlangt die unabgeschwächte Durchsetzung der beschlossenen Mustervorschriften.

Der Verband Schweizerischer
Elektrizitätsunternehmen (VSE), der Verband Schweizerischer
Elektro-Installationsfirmen (VSEI) und der Fachverband
Elektroapparate für Haushalt und Gewerbe Schweiz (FEA) lobbyieren
intensiv gegen die geplante Limitierung der Stromfresser. Das
belegen Briefe, die der Umweltschutzorganisation Greenpeace
vorliegen. Die Forderungen der Elektroheizungslobby an die
EnergiedirektorInnen sind dreist:

1. Das beschlossene grundsätzliche Verbot für die
Neuinstallation von Elektroheizungen soll stark geschwächt
werden.

2. Die Bestimmungen für einen nachhaltigeren und effizienteren
Einsatz von Elektrizität bei der Warmwassererzeugung sollen ganz
aus den Vorschriften gestrichen werden.

Die Behauptungen der Lobby, die Energienutzung der
Elektroheizungen sei sauber und umweltfreundlich und die
Stromproduktion CO2-frei, sind fadenscheinig. «Die verwendeten
Argumente kommen todschick mit einem Klimaschutz-Mäntelchen und
Begriffen wie ‚effizient‘ und ‚ökologisch‘ verkleidet daher. Das
ist unhaltbar und skandalös!», erklärt Annette Reiber,
Energie-Campaignerin bei Greenpeace Schweiz, «Der verbrauchte
Strommix hinterlässt nicht nur lebensbedrohliche atomare Altlasten,
sondern auch erhebliche CO2-Mengen aus importiertem Kohle- und
Gasstrom.»

Die zirka 240’000 Elektroheizungen sind im Winter für rund 20%
des Schweizer Stromverbrauchs verantwortlich. Dabei schlucken sie
das Dreifache der Winterproduktion des Atomkraftwerkes Mühleberg
oder des geplanten 400-Megawatt-Gaskraftwerks Chavalon (VS). Eine
unnötige Verschwendung, denn Heizungsalternativen haben sich in der
Praxis längst bewährt: «Wärmepumpen benötigen 60 bis 75% weniger
Strom als Elektroheizungen. Sonnenkollektoren für die
Warmwassererzeugung senken den Stromverbrauch im Vergleich zu
reinen Elektroboilern um rund 60%», meint Annette Reiber dazu.

Deshalb hat Greenpeace in einem gemeinsamen Brief mit dem WWF
Schweiz und der Schweizerischen Energiestiftung die
EnergiedirektorInnen aufgefordert, den Druckversuchen der
Elektroheizungslobby nicht nachzugeben.

Kontakt:

Annette Reiber , Energy Efficiency Campaigner, 044 447 41 84
(dir.),  Mobile 079 431 15 22

Natalie Favre , Pressesprecherin, 044 447 41 54 (dir.),  Mobile
076 491 25 26