Wegen der mutigen Protestaktion am AKW Beznau im März 2014 haben sich heute zwei Greenpeace-Aktivisten vor dem Bezirksgericht Zurzach verantworten müssen. Beide sind im zentralen Anklagepunkt freigesprochen worden. Greenpeace Schweiz ist erfreut über den Entscheid und dankt den Aktivisten für ihren Einsatz für die Sicherheit der Schweizer Bevölkerung. Die Aktion hat sich im Nachhinein als noch wichtiger erwiesen, als sie ohnehin schon war.

Am 5. März 2014 haben rund 100 Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten gegen den Weiterbetrieb des Alt-AKW Beznau demonstriert. Über 60 von ihnen sind mit Malerleitern auf das Gelände der Anlage gelangt und haben auf spektakuläre Weise auf das Risiko eines Weiterbetriebs des ältesten Atomkraftwerks der Welt aufmerksam gemacht. Unterdessen steht der Reaktor 1 von Beznau seit gut 1000 Tagen wegen erheblicher Sicherheitsdefizite still.

Der Protest folgte auf die Veröffentlichung eines brisanten Berichts von Dieter Majer, dem früheren technischen Leiter der deutschen Atomaufsicht. Der Experte zieht in dem Bericht eindeutige Schlüsse: Beide Blöcke des AKW Beznau hätten schon damals wegen gravierenden Sicherheitsmängeln sofort abgeschaltet werden müssen; ebenso das AKW Mühleberg.

Weitsichtiger Weckruf
Der Weckruf der Greenpeace-AktivistInnen war nötig, um Bevölkerung und EntscheidungsträgerInnen über den Zustand von Beznau wachzurütteln. Gut ein Jahr nach der Aktion wurde die Forderung nach einer Abschaltung des ältesten AKW der Welt bestätigt: Im Herzstück von Beznau 1, dem Reaktordruckbehälter, wurden rund 1000 Materialfehler entdeckt – eine weitere Schwächung der Anlage, zusätzlich zu den von Dieter Majer bemängelten Sicherheitsdefiziten. Heute, über zwei Jahre nach Entdeckung der Materialfehler, steht der Reaktor immer noch still. «Die Aktivisten haben sich mutig und geradezu weitsichtig für die Sicherheit der Bevölkerung eingesetzt», kommentiert Florian Kasser, Leiter der Atomkampagne bei Greenpeace Schweiz.

Mutiges Engagement
Zwei Aktivisten, die während der Aktion auf dem Reaktorgebäude hochklettern, haben heute vor dem Bezirksgericht Zurzach gestanden. Die beiden Aktivisten wurden in den zentralen Anklagepunkten (Verstoss gegen das Kernenergiegesetz, Sachbeschädigung) freigesprochen bzw. das Verfahren eingestellt. Florian Kasser ist mit dem Urteil zufrieden: «Die Aktivisten haben sich für die Sicherheit der Bevölkerung eingesetzt. Mit dem heutigen Freispruch findet dieses mutige Engagement den richtigen Ausgang.»

Für weitere Informationen:
Florian Kasser, Leiter der Atomkampagne von Greenpeace Schweiz, 076 345 26 55, florian.kasser@greenpeace.org

Fotos und Videos der Aktion von 2014 finden Sie unter diesem Link: http://media.greenpeace.org/collection/27MZIF3SFEGN