Seit heute Nachmittag sind AktivistInnen der Umweltschutzorganisation Greenpeace auf den Geleisen vor dem AKW Beznau daran, den für Morgen Montag geplanten Abtransport abgebrannter Brennelemente zu verhindern. Sie haben auf den Geleisen vor dem AKW einen 12 Meter hohen Turm errichtet, auf dem sich zwei Mitglieder der Umweltorganisation angekettet haben. Der Atommülltransport aus Beznau ist für die Wiederaufarbeitung bestimmt, woher Atommüll in der 10fachen Menge ab frühestens 1999 in die Schweiz zurückbefördert wird. Greenpeace fordert den sofortigen Ausstieg aus der Wiederaufarbeitung.

Zürich/Würenlingen. In den Wiederaufarbeitungsanlagen Sellafield (GB) und La Hague (F) werden in einem komplizierten chemischen Verfahren Plutonium und Uran aus den abgebrannten Brennstäben der Schweizer AKW abgetrennt. Die Schweizer AKW-Betreiber haben mit den beiden Wiederaufarbeitungsfirmen Verträge in Milliardenhöhe für die Verarbeitung von über Tausend Tonnen abgebrannter Brennstäbe abgeschlossen. Täglich werden mehrere Millionen Liter radioaktiver Abwässer ins offene Meer eingeleitet. Der Schweizer Anteil an den Abgaben der Anlagen in La Hague und Sellafield über den Wasserpfad entspricht der tausendfachen Menge der Abgaben aller Schweizer Atomkraftwerke zusammen. Die Schweizer Atomlobby macht sich damit an einem Umweltskandal riesigen Ausmasses mitschuldig. Um Sellafield herrscht die weltweit höchste Kindersterblichkeitsrate an Leukämie, bedingt durch Radioaktivität. Damit muten die Atombetreiber – auch aus der Schweiz – den Betroffenen rund um die beiden Anlagen gesundheitliche Risiken zu, die hierzulande niemand zu tragen bereit wäre. Der schmutzige Hinterhof darf nicht länger hinter der pseudosauberen Fassade verborgen bleiben. Auch für die AnwohnerInnen entlang der Transportstrecken wird das Risiko durch die Atomtransporte stets vergrössert. Atommüll, der nach England und Frankreich verfrachtet wurde und immer noch wird, kommt in wenigen Jahren in zehnfachem Volumen auf dem Schienenweg zurück. Die Anzahl der Atomtransporte wird dadurch massiv ansteigen. Bereits in wenigen Jahren ist wöchentlich mit Atomtransporten zu rechnen. Greenpeace fordert ein Moratorium für Atomtransporte ins Ausland und den Ausstieg aus der Wiederaufarbeitung. <<Wiederaufarbeitung ist unökologisch, unwirtschaftlich und bedingt gefährliche Transporte>>, erklärte Stefan Füglister, Koordinator der Atomkampagne von Greenpeace Schweiz. <<Atomare Abfallstoffe gehören weder ins Meer geleitet, noch in die Luft verfrachtet. Die abgebrannten Brennelemente sind in den Nasslagern der Atomkraftwerke zu verwahren, um damit die Risiken, die mit jeglicher Handhabung von radioaktivem Strahlengut verbunden sind, auf ein Minimum zu reduzieren.>>

 

Kontakt: Stefan Füglister, Koordinator der Anti-Atom-Kampagne, 079 / 407 30 30 oder Greenpeace Pressestelle 01 / 447 41 11 und 079 / 407 37 68