Banken Putzaktion

Unser Geld nur für saubere Energie


Wow, was für eine kreative Aktion, um von unseren Grossbanken mehr Klimaverantwortung zu verlangen!

Aktivistinnen und Aktivisten von verschiedenen Greenpeace-Regionalgruppen waren heute Freitagmittag mit Besen, Putzlappen und Bürsten unterwegs und reinigten in Winterthur, Basel, Biel, Neuchâtel und Lausanne Filialen der Credit Suisse und der UBS.

Der Grund: Die Grossbanken betreiben schmutzige Geschäfte. Durch ihre Finanzierung von Unternehmen, die im Bereich der besonders dreckigen, sogenannt extremen fossilen Brennstoffe tätig sind, verantworten die beiden Banken eine grosse Menge an Treibhausgasemissionen.

Mit der schweizweiten Putzaktion fordern die Aktivistinnen und Aktivisten die Banken dazu auf klimaschädliche Geschäfte mit fossiler Energie endlich zu beenden.

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Ein Jahr im Zeichen von Heisszeit und Plastikwahn

Seit diesem Jahr fokussiert sich Greenpeace Schweiz auf zwei Kampagnen-Schwerpunkte: Klima und Plastik bzw. Einwegverpackungen. In beiden Themen haben wir 2018 einiges getan, manches erreicht – und auch ein paar Niederlagen verdauen müssen.

Klima

Heisszeit


Eine Expertenjury hat «Heisszeit» zum deutschen Wort des Jahres 2018 gekürt. Die Wahl könnte kaum passender sein: Das Jahr hat uns mit monatelanger Trockenheit und einem heissen, nicht enden wollenden Sommer einen Vorgeschmack darauf geliefert, was in ein paar Jahrzehnten Normalität sein könnte – könnte, wenn wir nicht entschieden gegen die Klimakrise vorgehen. Gefragt ist hierbei vor allem die Politik. Gegen die Untätigkeit der Parlamentarierinnen und Parlamentarier hat sich denn auch der Protest von Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten im August vor dem Bundeshaus gerichtet.

In besagtem Bundeshaus beriet der Nationalrat im Dezember ein neues CO2-Gesetz. Der Rat zog jedoch dem ohnehin schon harmlosen Gesetz noch die letzten Zähne und lehnte es schliesslich in der Gesamtabstimmung ab. «Jetzt muss das Volk den Schweizer Klimaschutz retten», schrieb Greenpeace Schweiz im Medienkommentar nach der Debatte.

Damit dies geschehen kann, dafür war Ende August der Grundstein gelegt worden: Beim Steingletscher im Kanton Bern wurde der Verein Klimaschutz Schweiz gegründet. Aufgebaut mit der Hilfe von Greenpeace, lanciert der Verein nächstes Jahr die Gletscher-Initiative. Sagt das Volk Ja zu dieser, muss die Schweiz bis 2050 aus der Nutzung fossiler Energie wie Kohle, Öl und Erdgas aussteigen – und damit ihren Beitrag leisten zum Pariser Klima-Abkommen, sprich: der Heisszeit entschieden entgegenwirken.

Wer zahlt, befiehlt den Kohleausstieg


Dass die Schweiz keine Musterschülerin ist beim Klimaschutz, liegt nicht nur an der Politik – nicht unterschätzt werden darf der Einfluss des hiesigen Finanzplatzes. Wäre der Schweizer Finanzplatz ein Land, würde er Deutschland von Rang 6 der grössten CO2-Verschmutzer weltweit verdrängen. Einigen Akteuren des Finanzplatzes scheint es langsam zu dämmern, dass sie ihren Teil dazu beitragen müssen, um der Klimakrise Herr zu werden: Immer mehr Versicherungen werfen Kohle aus ihrem Investitions-Portfolio und versichern auch keine Kohlebergwerke, -kraftwerke und -unternehmen mehr. Das zeigt eine Ende 2018 veröffentlichte Bewertung der Koalition «Unfriend Coal», der auch Greenpeace angehört. Am Zürcher Paradeplatz hingegen wird die Klimakrise weiterhin fleissig finanziell angeheizt:

UBS und Credit Suisse haben von 2015 bis 2017 insgesamt 12,3 Milliarden US-Dollar für Unternehmen bereitgestellt, die besonders klimaschädliche fossile Brennstoffe wie Kohle oder Teersand nutzbar machen. Greenpeace fordert deshalb von den beiden Schweizer Grossbanken, dass sie aus diesen Geschäften aussteigen und überhaupt ihre Finanzströme in Einklang bringen mit dem Pariser Klima-Abkommen. Greenpeace-AktivistInnen haben dieser Forderung im 2018 gleich zweimal auf ebendiesem Paradeplatz Nachdruck verliehen: Im April zusammen mit Klima-Seniorinnen und Indigenen aus den USA, im November mit der Unterstützung von 400’000 Menschen weltweit, die eine Petition für klimafreundliches Geschäften der Banken unterschrieben haben.

Klimaschutz geht durch den Magen


Wir essen uns das Klima kaputt. Das weltweite Ernährungssystem verursacht rund einen Viertel des gesamten Treibhausgas-Ausstosses – das ist noch mehr als aller Verkehr auf der ganzen Welt zur Klimakrise beiträgt. Die Lösung ist klar: Wir müssen weniger Fleisch und tierische Produkte essen. Mit sturen Verboten und moralischem Zeigefinger werden wir aber kaum je dorthin kommen. Greenpeace Schweiz hat deshalb im Frühling einen anderen Ansatz gewählt: Die Umstellung auf neue Ernährungsgewohnheiten soll von den Schweizer Städten ausgehen. Diese können mit Richtlinien für Uni-Mensas, Spital-Küchen oder Kita-Mittagstische einiges bewirken. Unter der Greenpeace-Ernährungs-Lupe zeigt sich: Bei den zehn grössten Schweizer Städten gibt es noch einigen Nachholbedarf, damit dort der Klimaschutz durch den Magen geht.

Wie gesundes, klimabewusstes und erst noch leckeres Essen aussehen kann, das zeigt der Mitte Jahr lancierte Greenpeace-Atlas der pflanzlichen Ernährung – die gedruckten Exemplare gingen weg wie warme Süsskartoffel-Erdnusscurrys, als PDF ist der Atlas aber weiterhin verfügbar. Ob er wohl schon in den ersten Küchen von Uni-Mensas hängt?

Plastik/Einwegverpackungen

Mehr Nacktheit für Tomaten!


«Wie hältst du’s mit dem Plastik?» Diese Gretchenfrage hat Greenpeace Schweiz den grössten Schweizer Detailhändlern Mitte 2018 gestellt. Und das aus gutem Grund: Über ein Drittel des Schweizer Plastikmüllbergs machen Verpackungen aus. Wer, wenn nicht Migros, Coop & Co. soll also dafür sorgen, dass dieser Berg kleiner wird? Die Antwort der Detailhändler auf die Greenpeace-Frage lässt sich wahrscheinlich mit einem Emoji am treffendsten ausdrücken: 🙊 – keiner von ihnen hat angegeben, wie gross der von ihnen jährlich produziere Verpackungsberg ist. Nun: Wenn der Berg nicht zu Greenpeace kommt … dann muss Greenpeace eben zum Berg gehen.

Mithilfe von Freiwilligen haben wir den Tomaten-Index erstellt – eine Untersuchung, wie viel Plastik die Detailhändler verwenden, um des Schweizers liebstes Gemüse zu verpacken. Am besten abgeschnitten hat in dem Vergleich Coop mit 12 Gramm Plastik pro Kilo Tomaten; beim grössten Konkurrenten Migros sind es mit 25 Gramm doppelt so viel. Insgesamt kommt der Tomaten-Index auf die verpackungswahnsinnige Zahl von 1000 Tonnen Plastik pro Jahr – für eine einzige Gemüsesorte. Warum also nicht einfach das Gemüse von seinem unnützen Plastikkorsett befreien? Diese einfache Lösung haben Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten der Migros vor ihrem Hauptsitz in Zürich Mitte Oktober auf originelle Art und Weise nahegelegt.

Politik ergreift Massnahmen gegen die Plastikflut


2018 wurde viel von Plastik geredet. Gegen Jahresende hat sich nun endlich auch die Schweizer Politik dem Thema angenommen. Der Nationalrat hat in seiner Wintersession einer Motion zur Eindämmung der Plastikflut zugestimmt. Der Bundesrat soll, gegen seinen Willen und gemeinsam mit den betroffenen Branchen, Massnahmen ergreifen. Die Detailhändler hatten zuvor mit massivem Lobbying versucht, den Nationalrat zu einem Nein zu bewegen. Dabei haben Coop, Migros & Co. einmal mehr gezeigt, dass sie ihre Verantwortung nicht wahrnehmen wollen – stattdessen versuchten sie, die Schuld auf andere zu schieben, das Problem kleinzureden und vom Thema abzulenken. Das Geschäft geht nun in den Ständerat.

Den Strand vor lauter Plastik nicht mehr sehen


Plastik gibt es inzwischen wie Sand am Meer – wer schon einmal einen von PET-Flaschen übersäten Strand gesehen hat, versteht diese Aussage ziemlich wörtlich. Weltweit haben Freiwillige dieses Jahr Strände vom Plastikmüll befreit und diese gute Tat gleich genutzt, um die Herkunft des Strandunguts zu bestimmen. Daraus hat die Koalition «Break Free From Plastic», der auch Greenpeace angehört, eine Rangliste der grössten Plastik-Verschmutzer zusammengestellt. Auf den unrühmlichen ersten Rang hat sich mit klarem Vorsprung die Coca-Cola Company gesetzt. Dahinter folgt der direkte Konkurrent PepsiCo, und schon auf dem dritten Rang folgt eine Schweizer Firma: Nestlé. Einen konkreten Plan für die Reduzierung ihres gewaltigen Plastik-Ausstosses und schlussendlich den kompletten Verzicht auf Einwegverpackungen hat übrigens keine dieser Firmen.

Natürlich hat Greenpeace 2018 weltweit noch viel, viel, viel mehr getan – die internationalen Highlights haben wir hier zusammengestellt.